(de) Anarchistische Gruppe Neukölln - Veranstaltungsreihe im Juli: Die Arbeitsgesellschaft ohne Arbeit

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Tue Jul 14 10:43:20 CEST 2015


Den Auftakt gibt es am Fr. den 10.07 ab 21 in der Friedel 54 (Friedelstr. 54, Neukölln) 
bei Tresen der AGN zum Thema: ---- DIE ENTWICKLUNG DES ARBEITSBEGRIFFES UND DIE 
BEDEUTUNGEN DESSEN FÜR DAS VERSTÄNDNIS VON GESELLSCHAFT HEUTE ---- Über Jahrtausende 
hinweg war die Arbeit als notwendiges Übel verschrien, als Opfer, das man bringen muss, um 
den Müßiggang genießen zu können. Doch in der Neuzeit wandelte sich der Begriff. Arbeit 
wurde von einer gering geschätzten bis verhassten Tätigkeit zu einem moralisch und 
anthropologisch überhöhten. Wie kam es zu dieser radikalen Umdeutung? Welche Rolle spielte 
hier die ,Erfindung' des Eigentums, welche Rolle die Ausbreitung des Protestantismus' in 
Mitteleuropa und welche die klassische Familie? Und welche Rolle spielte die Philosophie 
bei der Umdeutung? Im Rahmen dieses Vortrages werden all diese Frage behandelt werden, 
sowie insbes. die Frage was für Auswirkungen dieser Arbeitsbegriff auch heute noch auf 
unsere Gesellschaft hat und welche Probleme das mit sich bringt. Außerdem soll der Frage 
nach gegangen werden, wie Ideen und Utopien, aber auch praktische Ansätze aussehen können, 
aus dieser Zwickmühle raus zu kommen.

Weiter geht es am Sa. den 18.07. ab 19 Uhr in der Lunte (Weisestr. 53, Neukölln) beim 
Tresen der ASJ mit dem Thema:

DIE THESEN VON K. MARX UND F. ENGELS AUF DEM PRÜFSTAND
Arbeit - ein Thema das unser aller Leben prägt. Entweder müssen wir zu viel oder zu wenig 
davon verrichten und irgendwie hat jeder Meinungen dazu. Welche der bekanntesten und 
stärksten dieser Meinungen und Thesen stammen von Karl Marx und Friedrich Engels. Diese 
werden in diesem Vortrag unter die Lupe genommen und aus Sicht des frühen 21. Jahrhunderts 
geprüft. Was ist ,,entfremdete" Arbeit? Was ist die ,,Reservearmee" der Arbeitssuchenden? 
Geht uns wirklich die Arbeit aus? Ist Arbeit tatsächlich das, was den Menschen zum 
Menschen macht? Und was würden diese letzten zwei Thesen, miteinander verglichen, 
bedeuten: hören wir im Kapitalismus auf, Menschen zu sein? Wenn ja: ist das gut oder 
schlecht? Welche Konsequenzen können wir aus den Analysen und Thesen dieser Autoren 
ziehen? In welcher Situation stecken wir heute und wie können Auswege aus dieser aussehen?

Am Sa. den 25.07 findet ab 21 Uhr in der Friedel 54 (Friedelstr. 54, NK) die letzte 
Veranstaltung der Reihe beim gemeinsamen Tresen von ASJ und AGN statt. Diesmal zum Thema:

,ARBEIT' IN DER PHILOSOPHIE, ERFASSUNG EINES GESELLSCHAFTLICHEN PROBLEMS UND UTOPISCHE 
AUSBLICKE

"Arbeit macht das Leben süß" - wohlklingende Worte zu diesem Thema kennen wir alle. Die 
Erwartungshaltung, ,anständige' Berufe zu erlernen, wird uns schon von klein auf 
antrainiert und fast alle von uns haben sie tief verinnerlicht: die Ethik der Arbeit. Doch 
es wird immer schwieriger, eine Stelle zu bekommen, von der wir auch tatsächlich leben 
können und die uns unsere Existenz auf Dauer sichert. Warum ist es so selbstverständlich, 
dass unsere Arbeit, unsere erbrachte Leistung bewertet werden muss? Immer mehr Menschen 
auf dem gesamten Planeten sind arbeitslos und die in der Arbeitsgesellschaft produzierten 
Gegenstände werden uns jeden Tag in Kaufhäusern und durch Werbung um die Ohren gehauen. 
Warum ist das so? Wie bekam die Arbeit diesen Stellenwert in der Gesellschaft? Und was 
sind die Konsequenzen daraus? Was für Auswirkungen hat diese Gesellschaft, in der so viel 
mit so wenig Arbeitskraft produziert wird, auf unser Selbstverständnis? Und ist es nicht 
eigentlich eine tolle Entwicklung, dass immer weniger Arbeitende benötigt werden? Wie 
könnten Ansätze und Utopien aussehen, aus diesem Dilemma wieder heraus zu kommen, hin zu 
einer Gesellschaft, in der man ruhigen Gewissens den größten Teil seiner Lebenszeit mit 
Freizeit, Bildung und Genuss verbringen kann...?

Der Referent Simon E, Magister in Philsophie und Vor- und Frühgeschichte, ist Tauchlehrer, 
Anarchist, Pfleger und Archäologe mit einer Passion fürs Reisen und pendelt zur Zeit 
zwischen Mannheim, Mainz und Amman hin und her. Er konnte in vielen Jahren Empörung und 
Wut über Ungerechtigkeiten sammeln und redet sich dieses auf seinen Vorträgen von der 
Seele. Seine Magisterarbeit schrieb er - überraschenderweise - über: ,,Die 
Arbeitsgesellschaft ohne Arbeit - Untersuchungen verschiedener Arbeitsdefinitionen seit 
der Industrialisierung, sowie deren Auswirkungen auf die Gesellschaft".

Den Blog des Referenten findet ihr unter: http://ohnearbeit.blogsport.de/

http://anarchistischegruppe.noblogs.org/post/2015/07/07/veranstaltungsreihe-die-arbeitsgesellschaft-ohne-arbeit/


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