(de) fau.org: Über 700 Bremer Mercedes-Beschäftigte für "Wilden Streik" abgemahnt

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Mon Jul 6 11:30:22 CEST 2015


Solidarität mit den abgemahnten Bremer Mercedes-Beschäftigten! ---- In der Nachtschicht 
vom 11. auf den 12. Dezember 2014 streikten 1.300 Beschäftigte im Bremer Mercedes-Werk 
unabhängig von der zuständigen Gewerkschaft IG Metall gegen die Zunahme von prekärer 
Beschäftigung. In der Folge mahnte die Werksleitung 761 Beschäftigte ab. Mercedes setzt in 
Bremen seit Jahren auf Leiharbeit, Werksverträge und die Ausgliederung von 
Arbeitsbereichen an Subunternehmen (Fremdvergabe). 32 der abgemahnten ArbeiterInnen wehren 
sich nun vor dem Arbeitsgericht gegen die Abmahnungen. Am Freitag, den 10. Juli findet der 
erste Gütetermin vor dem Arbeitsgericht Bremen (Am Wall 198) statt. Ab 12.15 Uhr rufen die 
KollegInnen zur Kundgebung vor dem Arbeitsgericht auf. Die FAU Bremen erklärt sich mit den 
abgemahnten KollegInnen solidarisch.

Fremdvergabe, Leiharbeit und Werksverträge wälzen das unternehmerische Risiko auf die 
ArbeitnehmerInnen ab und sorgen damit für geringe Löhne, unsichere Arbeitsverhältnisse und 
erhöhten Stress am Arbeitsplatz. Dieser Verschlechterung der Arbeitsbedingungen müssen wir 
gemeinsam entgegentreten. Deswegen solidarisiert sich die FAU Bremen mit dem Kampf der 
über 1.000 Beschäftigten.

In Zeiten konsequenter Angriffe auf das Streikrecht durch Regierungen und Unternehmen, 
begrüßt die FAU Bremen darüber hinaus das entschlossene Vorgehen der abgemahnten 
KollegInnen für ihr Recht auf Streik einzutreten. Sie stellt sich explizit gegen weitere 
zu erwartende Einschränkungen des Streikrechts, wie in Form des Transatlantischen 
Freihandelsabkommens (TTIP) und des Tarifeinheitsgesetzes. Belegschaften müssen 
unmittelbar, unabhängig und solidarisch für ihre Interessen kämpfen können.

Die Wahl der Mittel für solch Auseinandersetzungen muss von den beteiligten KollegInnen in 
die eigenen Hände genommen werden. Mittel der direkten Aktion dürfen nicht für den 
falschen Frieden der ,,Sozialpartnerschaft" aufgegeben werden. Sie sind ein wesentlicher 
Bestandteil der Arbeitskämpfe der FAU und ein Ausdruck der Selbstermächtigung von uns 
lohnabhängig Beschäftigten.

Die FAU Bremen wünscht den kämpfenden Beschäftigten Kraft und Erfolg im Verfahren gegen 
die Abmahnungen. Dieser Prozess ist für das zukünftige Streikrecht von enormer Bedeutung.

Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union (FAU) Bremen
Bremen, den 02.07.2015
---
Um die Prozesskosten auffangen zu können, haben die KollegInnen ein Spendenkonto 
eingerichtet, über das sie direkt unterstützt werden können:

Anja Luers
Berliner Volksbank
IBAN: DE671009 0000 5650 0040 02
Stichwort: STREIKRECHT

http://www.fau.org/artikel/art_150704-123948


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