(de) fau.org: Gewerkschaftlicher Protest gegen hallesches Bowlingcenter

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Sun Jul 5 12:45:37 CEST 2015


Am Mittwochabend demonstrierten Gewerkschaftler und Sympathisanten vor dem "Bowling Star" 
in Halle-Ost. Sie forderten die Begleichung offener Ansprüche einer ehemaligen 
Aushilfskraft und wiesen auf generelle Missstände im Bereich der Minijobs hin. Aufgerufen 
zur Kundgebung hatte die Freie Arbeiter und Arbeiterinnen Union (FAU) Halle. ---- Ein 
ehemaliger Aushilfskellner hatte mit seiner Kündigung bei dem Bowlingcenter Urlaubsentgelt 
und die Vergütung unbezahlter Arbeitsstunden eingefordert. Als die Geschäftsführung des 
"Bowling Stars" darauf zunächst gar nicht reagierte, schaltete der ehemalige Kellner die 
FAU als Gewerkschaft ein. Diese wiederholte die Ansprüche, welche nun offiziell 
zurückgewiesen wurden. Die FAU Halle wird diese plumpe Verweigerungshaltung nicht 
akzeptieren und hat daher juristische Schritte eingeleitet und wendet sich nun an die 
Öffentlichkeit.

Unter dem Motto "Bezahlt eure Aushilfen anständig! Arbeitsrechte auch im Minijob! Auch im 
'Bowling Star Halle'!" fanden sich so am Mittwochabend 40 Menschen aus Halle, Leipzig und 
Dresden vor dem Bowlingcenter ein. Sie solidarisierten sich lautstark mit der ehemaligen 
Aushilfskraft und informierten mit Flyern die Gäste des "Bowling Star" und umliegender 
Geschäfte über die Missstände. In diversen Redebeiträgen wurde auf generelle Probleme im 
Bereich der geringfügigen Beschäftigung hingewiesen. Auch für Minijobber gelten 
grundlegende Arbeitnehmerrechte, wie das Recht auf bezahlten Urlaub, Lohnfortzahlung im 
Krankheitsfall und gesetzlichen Kündigungsfristen. Diese werden den Aushilfen jedoch 
häufig verwehrt. Anwesende Demonstrierende zeigten sich begeistert von der großen 
Bereitschaft zu Solidarität trotz kurzfristiger Mobilisierung.

Bereits zu Beginn der Kundgebung kam es zu einer kurzen Unterhaltung mit dem 
Geschäftsführer. Dabei wies er erneut einen Teil der Forderungen zurück und verweigerte 
weiterhin jegliche außergerichtliche Verhandlung mit der Gewerkschaft. Dies konnte auch 
der ehemalige Kellner bestätigen: "Wäre hier eine Lösung im Dialog mit dem Arbeitgeber 
möglich gewesen? Leider nein. Auch hier stieß ich zunächst auf freundliche Ignoranz".

Die FAU Halle ist der Meinung, dass die Geschäftsführung des "Bowling Star" in ihrer 
Haltung gegen geltendes Recht verstößt und fordert diese dazu auf, mit der Gewerkschaft in 
Verhandlung zu treten, sowie die Ansprüche umgehend zu begleichen. Die FAU Halle ist 
weiterhin an einer außergerichtlichen Einigung interessiert. Sollte der "Bowling Star" den 
Forderungen weiterhin nicht nachkommen, so sind weitere Protestaktionen geplant.

Stand 01.07.2015 - fauhalle.blogsport.de

http://www.fau.org/artikel/art_150702-072213


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