(de) KARAKÖK AUTONOME TR/CH - Terroristisch ist es, uns zu einem miserablen Leben zu verdammen, nicht der Widerstand

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Thu Jan 29 14:45:46 CET 2015


Solidarität mit den inhaftierten Anarchist_innen, die von der "Operation Pandora" des 
spanischen Staates betroffen sind ---- Am 16. Dezember fand unter dem Namen "Operation 
Pandora" die in der jüngeren Geschichte des spanischen Staates größte Polizeioperation 
gegen die anarchistische Bewegung statt: Mit einem riesigen Polizeiaufgebot wurden 14 
Häuser und symbolisch wichtige soziale Zentren in Barcelona, Sabadell, Manresa und Madrid 
zeitgleich durchsucht und 11 Menschen verhaftet. Diese wurden zur Audiencia Nacional 
gebracht, einem Sondergericht in Madrid, das für Anliegen "von nationalem Interesse" 
zuständig ist. Auf Anforderung des Staatsanwalts ordnete der Richter für 7 der Gefangenen 
U-Haft unter dem Vorwurf der Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation an. Die 
restlichen 4 wurden unter Auflagen freigelassen.

Im Zuge eines Abkommens über die Zusammenarbeit chilenischer und spanischer 
Polizeibehörden, welches der Verbesserung der reibungslosen Zusammenarbeit im Kampf gegen 
den "Terrorismus" dienen soll, wurden schon im November 2013 in Barcelona fünf 
Anarchist_innen verhaftet, von denen sich zwei immer noch in Untersuchungshaft befinden.
Die Operation Pandora kam für die betroffenen Strukturen nicht nur wegen einer massiven 
Überwachung in den letzten Jahren wenig überraschend, sondern auch, weil sich seit 
längerem die Tendenz abzeichnet, dass die spanische Justiz nun verstärkt die radikalen, 
systemantagonistischen Teile der antikapitalistischen Bewegungen ins Visier nimmt. Gerade 
auch weil sehr große Teile der im Kontext der Krise entstanden Massenbewegungen sich durch 
deren Institutionalisierung in reformistische Parteien wie Podemos oder CUP an der 
Verteilung des Kuchens staatlicher Macht befrieden und integrieren ließen.

In den Kontext dieser repressiven Strategie fällt auch die Verabschiedung des "ley 
mordaza" ("Knebelgesetz") im Dezember, welches jeden Protest verbietet, der die 
"öffentliche Ordnung" gefährdet. Es zielt so auf eine größtmögliche Kontrolle der 
verbliebenen sozialen Bewegungen ab. Selbstbestimmter Protest soll so unmöglich, 
Widerstand im öffentlichen Raum unsichtbar gemacht werden.

Diejenigen Strömungen aber, die dafür kämpfen, ihren Traum von einem Leben jenseits 
staatlicher und kapitalistischer Ausbeutung und Unterdrückung selbstorganisiert 
umzusetzen, die sich die herrschende Ideologie einer parlamentarischen Demokratie und 
einer "Zivilgesellschaft", die in ihrem bürgerlich-demokratischen Engagement den 
tagtäglichen sozialen, rassistischen, patriarchalen und heteronormativen Terror absichert 
und ständig neu erschafft, niemals zu ihrer eigenen machen wollen, sollen bekämpft und 
ihre Strukturen und Räume beseitigt werden.

So sollte mit der Operation die Büchse der Pandora geöffnet und wieder mal der Effekt 
erzielt werden, die anarchistische Bewegung einzuschüchtern, zu lähmen und sie 
gleichzeitig als "terroristisch" zu diffamieren. Der Effekt ist längst dabei sich ins 
Gegenteil zu verwandeln: Nachdem bereits unmittelbar nach dem Repressionsschlag in vielen 
Städten zehntausende Menschen ihren Protest auf die Straße trugen, beteiligen sich 
weltweit immer mehr Menschen an vielfältigen Solidaritätsaktionen.

Auch wir wollen gemeinsam am 7. Februar auf die Straße gehen, denn in jahrelanger Praxis 
gelebte Solidarität lässt sich nicht von staatlicher Gewalt bezwingen und kennt keine Grenzen!
7. Februar 2015 - 15 Uhr - Südstern (U7)
Weitere Infos im Internet: http://efectopandora.wordpress.com

https://karakok.wordpress.com/2015/01/27/terroristisch-ist-es-uns-zu-einem-miserablen-leben-zu-verdammen-nicht-der-widerstand-dagegen-demo-am-7-februar-in-berlin/


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