(de) FdA-IFA - Gai Dào #49 - Utopie für ein neues Jahrhundert (etwas zu spät) - Teil 2/2 Von: Danijel

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Sun Jan 25 09:21:13 CET 2015


In diesem Text wird ein Versuch unternommen die Anarchie zu erklären, Herrschaft und 
Eigentum zu kritisieren, es wird ein Vorschlag gemacht wie man die jetzige Gesellschaft 
ändern könnte und einiges mehr. Der Text ist etwas wirr, langweilig und lang, aber gegen 
Ende gibt es etwas Feminismus. Also legen wir los. Der 1. Teil des Textes wurde in der 
Dezemberausgabe 2014 der Gaidao veröffentlicht. ---- Eigentum, Geld und Verträge sind 
Wissen, das von den meisten Menschen als richtig betrachtet wird. Das lässt sich am 
einfachsten ändern, indem Strukturen geschaffen werden, die eine Alternative zu den 
genannten Sachen bieten. Dann können die Menschen selbst zwischen den Alternativen 
entscheiden. So eine Struktur wäre eine Maschine die alles herstellt, was Menschen zum 
Leben brauchen und was hergestellt werden kann. Das könnte einfacher sein als gedacht.

In der Vergangenheit haben Menschen "Maschinen" gebaut, indem
sie die noch fehlenden technischen Teile durch menschliche oder tie-
rische Arbeitskraft ersetzt haben. Sie haben z.B. einen Traktor, wenn
er noch nicht erfunden war, um einen Pflug zu ziehen durch Och-
sen oder Pferde ersetzt. Später haben sie dann den Traktor erfunden.
Und genauso lässt sich so eine "Maschine" bauen - die Teile, die noch
nicht erfunden sind, werden durch Menschen ersetzt. Die "Maschine"
würde so aussehen: Sie muss "wissen", was gebraucht wird, wer es
braucht und wie es hergestellt wird. Die ersten beiden Angaben las-
sen sich am einfachsten und am genauesten herausfinden, wenn die
Menschen einfach selbst der "Maschine" mitteilen was und wieviel
sie brauchen. Dazu sind Preise (Geld) kein gutes Mittel, denn zum
Einen könnte es sein, dass jemand kein oder zu wenig Geld hat. Das
ist im Kapitalismus kein Problem, sollte aber für die Menschheit eins
sein. Zum Anderen heißt es nicht, wenn etwas verkauft wird, dass
es auch in Zukunft in dieser Menge nachgefragt wird. Jetzt könnte
weniger hergestellt werden um auf eine geringere Nachfrage zu re-
agieren. Das zeigt aber nicht, was jetzt gebraucht wird. Also wäre es
für die Unternehmen günstig, sie könnten selbst die Nachfrage steu-
ern, z.B. durch eine künstliche Umgebung. Die letzte Angabe lässt
sich holen, indem jemand, der weiß, wie das Benötige hergestellt
wird, es der "Maschine" mitteilt. Das Ganze könnte so funktionieren:
Es gibt ein Programm, es könnte auch mehrere Programme geben,
wichtig ist, dass sich alle diese Programme über das gleiche Protokoll
verständigen. Es könnte auch Terminals oder Ähnliches geben. Es
kommt nur darauf an, dass es eine Möglichkeit gibt, mit der die Men-
schen der "Maschine" mitteilen können, was sie brachen und wohin
sie es liefern soll. Nachdem die "Maschine" "erfahren" hat, wer was
benötigt, muss sie überprüfen, ob das Benötigte hergestellt werden
soll oder nicht. Dafür muss sie wissen, ob es bereits da ist oder ob
es jemand verwendet. Das könnte durch irgendwelche Sender oder
Ähnliches gelöst werden. Wenn jemand etwas verwendet, wird es als
"im Gebrauch" für einen bestimmten Zeitraum markiert. Das heißt,
die Sachen würden gemeinsam benutzt werden. So würden viel we-
niger Ressourcen benötigt werden. Am Anfang können Menschen
die Dinge, die sie bereits besitzen, den anderen zur Verfügung stel-
len, indem sie jene mit einem Sender versehen und die "Maschine"
eintragen. Noch eine Anmerkung zu Bedürfnissen: Normalerweise
wird gesagt, dass Bedürfnisse unbegrenzt sind. Das stimmt aber
nur, wenn es Eigentum gibt. Ohne Eigentum kann ein Mensch nur
eine bestimmte Anzahl Dinge benutzen oder verbrauchen. Und was
er nicht benutzt oder verbraucht, benutzt oder verbraucht jemand
anders. Während es durch Eigentum die Möglichkeit gibt den ande-
ren diese Sachen vorzuenthalten, so werden Ressourcen verschwen-
det und einige kriegen Macht über andere. Sollten jetzt die Sachen
(auch Nahrung) hergestellt werden müssen, muss die "Maschine"
"wissen" wie. Dazu erstellt jemand, oder mehrere, einen Plan, wel-
che Arbeiten dafür erledigt werden müssen und was dafür benötigt
wird. Dieser Plan kann dann später für die gleichen Sachen immer
wieder verwendet werden. Er sollte aber so gestaltet sein, dass die
Arbeitsschritte verbessert oder geändert werden können. Das soll-
te auch, wie auch den Rest, jeder tun können. Allerdings sollten die
Änderungen begründet werden. Falls die Änderungen nicht gut sind,
wird sie schon jemand ausbessern. Jetzt entsteht eine Liste, in der
steht, welche Arbeiten erledigt werden müssen, wo sie erledigt wer-
den müssen und welche Ressourcen benötigt werden. Das könnte so
funktionieren: Am Anfang gibt es nichts, also müssen jetzt Werke,
in denen etwas hergestellt wird, gebaut werden. Natürlich können
dafür auch bereits vorhandene benutzt werden. Also "erstellt" die
"Maschine" einen Plan um dieses Werk  zu bauen. Dazu werden auch
Rohstoffe, Werkzeuge und Ähnliches gebraucht, also "erstellt" die
"Maschine" eine Liste von Rohstoffen, die benötigt werden. Und eine
Liste mit Arbeiten, die erledigt werden müssen. Jetzt markieren die
Menschen, die nichts besseres zu tun haben oder Lust haben zu ar-
beiten, eine Arbeit, die ihnen zusagt. Es können sich auch mehrere
Menschen für eine Arbeit melden, falls jemand krank wird, oder sie
gehen einfach hin und arbeiten ohne etwas zu markieren. Es kön-
nen auch mehrere Menschen eine Arbeit erledigen, oder falls z.B.
auf etwas aufgepasst werden muss, kann man währenddessen etwas
anderes tun, oder Freund*innen mitnehmen, die Arbeit sollte mög-
lichst viel Spaß machen. Das tun die meisten Arbeiten, wenn man
nicht jeden Tag die gleiche Arbeit erledigen muss. Wenn die Rohstof-
fe und Werkzeuge besorgt worden sind, werden sie dahin geschickt,
wo sie benötigt werden. Und die, die sie benötigen, markieren sie
als erhalten und legen mit ihrer Arbeit los. Das würde viel flüssi-
ger funktionieren, hier wurde es nur nacheinander vorgestellt um
es zu verdeutlichen. Es könnte z.B. ein Teil des Bedarfs im Voraus
abgeschätzt und produziert werden, dass nicht lange darauf gewar-
tet werden muss. Nachdem das Produkt hergestellt worden ist, wird
es an den*die Auftragsersteller*in geliefert und er*sie markiert es als
fertig, wenn er*sie es erhalten hat. Das könnte auch automatisch,
z.B. durch einen Sender, geschehen, falls der*die Auftragsersteller*in
inzwischen von uns gegangen ist. Übrigens kann auch "Energie" so
"getauscht" werden, z.B. in Batterien. Es kann auch jede*r ihre*seine
nicht verbrauchten oder gebrauchten Dinge verschicken, so dass sie
nicht hergestellt werden müssen. Und die Sachen, die verbraucht
werden, wie Nahrung und Medikamente, sollten möglichst schnell
selbst hergestellt werden können. Die Sachen, die gemeinsam benutzt
werden, sind eigentlich schon vorhanden und müssten nur gemein-
sam benutzt werden. Aber auch diese Sachen sollten hergestellt wer-
den können, um z.B. Benzinautos durch Elektroautos oder Ähnliches
ersetzen zu können.

Diese "Maschine" ist eigentlich nichts weiter als ein Programm (das
würde auch mit Tafel und Kreide funktionieren), das die Umgebung
der Menschen ändert, indem es ihre Wirtschaft anders organisiert.
Die ursprüngliche Bezeichnung der "Maschine" sollte "Dezentrale
Planwirtschaft" sein. Allerdings, um den Blickwinkel zu ändern, ist
es jetzt eine "Maschine", die alles herstellen kann. So würden sich
die Menschen darauf konzentrieren Arbeitsplätze durch Automati-
sierung zu vernichten, anstatt neue zu schaffen. Durch diese "Ma-
schine" würden viele Arbeitsplätze wegfallen, z.B. Verkäufer*innen,
Musiker*innen, Wissenschaftler*innen, usw. Es würde also viel mehr
"Arbeitslose" geben. Allerdings würde sie auch die Menschen von der
Notwendigkeit, arbeiten zu müssen, um leben zu können, befreien.
Arbeitslosigkeit oder Renten wären also kein Problem. Da es aber
jetzt viel mehr "Arbeitslose" gäbe, und viel weniger Arbeiten, müss-
ten die Arbeiten nicht von einigen Wenigen erledigt werden, sondern
sie könnten von immer wieder anderen Freiwilligen erledigt werden.
Jemand könnte ein paar Mal in seinem ganzen Leben arbeiten, damit
die "Maschine" "läuft" und den Rest seines Lebens damit verbringen,
den Weltraum zu erforschen, Musik zu machen, oder einen Weg zu
suchen, wie Geschehenes ungeschehen gemacht werden kann.

Das würde funktionieren, weil diese "Maschine" ein Teil der Umge-
bung werden würde und die Menschen würden sie als den Weg, wie
sie sich mit dem Nötigen versorgen, ansehen. Genauso wie sie jetzt
Staaten oder den Kapitalismus als nötig ansehen etwas zu erledigen.
Und Staaten und Kapitalismus sind jetzt für bestimmte Dinge "nö-
tig", da sie ein mächtiger Teil der Umgebung sind, in der diese Dinge
entstanden sind. Wären sie das nicht, wären diese Dinge auch ohne
sie entstanden. Das heißt, weil die Staaten oder der Kapitalismus da
sind, erscheint es so als wären sie für die Erschaffung bestimmter
Dinge notwendig und, dass es ohne sie nicht gehen würde, was na-
türlich nicht stimmt, denn Menschen schaffen Dinge, nicht Staaten
oder der Kapitalismus. Übrigens sind beide nur Wissen, wie Men-
schen bestimme Dinge organisieren können, und beide sind nicht
einmal ansatzweise begründet. Es sollte möglichst schnell die ganze
Welt an der "Maschine" beteiligt werden. Deshalb sollten auch große
Projekte, die jetzt an Geldmangel scheitern, gestartet werden um sie
zu popularisieren, wie z.B. ein bemannter Flug zum Mars. Ein Prob-
lem wäre noch die Sprache. Die "Maschine" müsste wohl am Anfang
viele Sprachen "verstehen und übersetzen" können. Das geht auch
manuell. Es wäre aber die Gelegenheit Plansprachen wie Esperanto
oder Lobjan auszutesten. Allerdings nicht mehr als zwei oder drei,
denn dann geht ihr Vorteil, dass sich alle mit Hilfe einer Zweitspra-
che verständigen können, verloren. Am Anfang könnte man zur Not
auch Zeichnungen verwenden, wobei sie die Auswahl einschränken
und ungenau und unübersichtlich sind. Bei der Beschreibung der
"Maschine" wurden viele Vorgänge nicht beschrieben, damit der
Text nicht zu lang wird, aber sie würden ähnlich funktionieren. Zum
Beispiel könnten auch solche Arbeiten wie einen Park sauber ma-
chen durch die "Maschine" organisiert werden, oder die Menschen
machen einfach den Park sauber. Den Transport würden, wie den
Rest auch, Freiwillige erledigen. Natürlich sollen kaputte Sachen
auch repariert werden und möglichst viel recycelt werden. Es sollte
auch eine Möglichkeit geben, die Dringlichkeit der Arbeiten anzuzei-
gen. Die ungefähre Funktionsweise dieser "Maschine" lässt sich auch
etwas abstrakter erklären. Angenommen jeder Mensch stellt etwas
anderes her, auch Rohstoffe und Teile für andere Sachen, und zwar
die ganze Zeit. Die Menschen tun es, weil es in ihrer Umgebung so
gemacht wird. Wenn sich jede*r von den hergestellten Sachen nimmt,
was er braucht, sind alle mit dem, was sie brauchen, versorgt. Bei der
"Maschine" sind die Arbeiten etwas besser organisiert und möglichst
automatisiert.

Von den hier genannten Herrschaftsmitteln ist Wissen das mächtigs-
te, denn Wissen steuert das Verhalten der Menschen. Ein Beispiel:
Wird die Bedienung des Fahrstuhls geändert, passen sich die Men-
schen dieser Veränderung an, ihr Wissen ändert sich und somit ihr
Verhalten. Wenn jetzt der Fahrstuhl außer Betrieb ist, ändert sich
wieder das Wissen und Verhalten der Menschen. Das zeigt, dass
Menschen durch Wissen ziemlich gut gesteuert werden können. Das
klappt aber nur, wenn Menschen das, was sie tun sollen nicht als
falsch erachten (wobei das auch änderbares Wissen ist) oder wenn
ein Zwang vorliegt. Das heißt, wer in der Umgebung Änderungen
vornimmt, ändert auch die Menschen. Das lässt sich z.B. an irgend-
welchen Geräten erkennen, die einfach angenommen werden ohne
sie zu hinterfragen, obwohl sie die Umgebungen verändern und da-
durch schädliche Handlungen verursachen können. Zum Beispiel
Fotos, obwohl sie die Privatsphäre bedrohen und die Selbstbestim-
mung einschränken können. Sie können anderen die Kontrolle über
die eigene Person geben, denn Fotos beinhalten Informationen über
einen selbst, die dann der*die Fotobesitzer*in an andere ungefragt
geben kann. Und nur weil jemand hungert oder umgebracht wird,
heißt es noch lange nicht, dass er*sie keine Privatsphäre hat. Zumal
solche Fotos weder Kriege noch Hunger beendet haben. Und einige
Informationen sind privat und sollten es sein, auch im öffentlichen,
denn durch Fotos werden sie dauerhaft und können weiter verbreitet
werden. Und gegen Hunger und Kriege würde viel mehr die Nen-
nung der wahren Ursache als Fotos helfen. Das bezieht sich nur auf
öffentliche Fotos, bei privaten ist es etwas anders, obwohl auch pri-
vate öffentlich werden können. Mit der Zeit und durch technische
Geräte wurden Fotos normalisiert, so dass auch Überwachungska-
meras akzeptabel wurden, obwohl die Überwachungskameras kaum
die Sicherheit erhöhen, denn sie greifen nicht ein, wenn etwas ge-
schieht, das können Menschen tun. Und wenn in einer Gesellschaft
das Wissen herrscht, dass alle Menschen "Polizist*innen" sind, also
dass jede*r eingreifen soll, wenn etwas geschieht, dann erhöht das
die Sicherheit ohne die Privatsphäre zu bedrohen. Übrigens sind
auch die jetzigen Polizist*innen und Soldat*innen nur Menschen. Das
zeigt, wie durch den Staat eine schlechte Lösung entsteht. Denn, in-
dem nun der Staat für die Sicherheit sorgt und nicht die Menschen
selbst, haben sie weniger Sicherheit und ihre Privatsphäre wird be-
droht. Kurz noch etwas zu Überwachungskameras: Sie überwachen
oft Eigentum. Wie Eigentum wohl die Beziehung der Menschen un-
tereinander verändert?

Wie die Menschen durch ihre Umgebung kontrolliert werden lässt
sich auch in Unternehmen beobachten. Wissen ist immer eine In-
terpretation, das lässt sich z.B. an den verschiedenen Weltformeln
erkennen, wie die M-Theorie oder Schleifenquantengravitation, oder
an den verschiedenen Erklärungen, die uns die Religionen bieten.
Wenn die Interpretation mit dem Interpretierten übereinstimmt,
könnten wir sie als richtig bezeichnen. Das lässt sich bei der ersten
Umgebung (Natur/Universum) schwer überprüfen, unter anderem,
weil unser Wissen begrenzt ist und wir nicht wissen, ob unsere Inter-
pretation richtig ist. Bei der zweiten Umgebung (also den menschli-
chen Regeln) ist diese Überprüfung viel einfacher, dafür sorgen an-
dere Menschen. Und genau diese zweite Umgebung, die wie gesagt
die erste nur teilweise überdecken und nicht ändern kann, und die
wohl aus der falschen Interpretation der ersten Umgebung entstan-
den ist, bestimmt unser Leben. Sie bestimmt also unser Verhalten,
unser Denken, was für uns richtig oder falsch ist, welche Ziele wir im
Leben haben, welche Bedürfnisse wir haben, was uns glücklich
macht, wie wir mit Anderen umgehen, usw. Da wir diese Umgebung
leichter interpretieren können und meist keine andere bessere ken-
nen, wird sie als richtig und normal angesehen. Deshalb geben die
Eltern dieses Wissen, in bester Absicht, an ihre Kinder weiter. Und
sorgen so oft für das Leid ihrer Kinder, denn das Wissen ist oft falsch.
Insbesondere können Kinder das ihnen vermittelte Wissen schwer
beurteilen, und bis sie es können, haben sie es schon verinnerlicht
und dann ist es oft zu spät. Das wird noch dadurch verschlimmert,
dass die Regeln der zweiten Umgebung die Regeln der ersten überde-
cken. Die Regeln der ersten Umgebung aber immer noch die Folgen
unseres Handelns bestimmen. Das heißt, dass wir nicht einfach ir-
gendwelche Regeln in die zweite Umgebung einführen können ohne
die Regeln der ersten zu berücksichtigen. Das lässt sich z.B. am Ei-
gentum erkennen. Durch Eigentum entsteht, wegen der Regeln der
ersten Umgebung, Ungleichheit, Ressourcenknappheit, Konkurrenz,
Armut, usw. Oder am Feminismus, der Gesetze zur Gleichstellung
der Frau fordert und erhält. Allerdings haben diese Gesetze nicht viel
geändert, das liegt daran, dass in meisten Gesellschaftern Vorstel-
lungen existieren, wie sich die Geschlechter zu verhalten haben, was
sie tun dürfen, wie sie zu denken haben, usw. Und das lässt sich durch
Gesetze nicht einfach ändern. Auch diese Vorstellungen geben die
Eltern in bester Absicht an ihre Kinder weiter. Aber auch der Rest der
Gesellschaft, z.B. Medien. Auch im Feminismus herrschen Vorstel-
lungen über Frauen (die eigentlich Menschen und nicht "Frauen"
sind), die genauso Schaden anrichten wie die anderen Vorstellungen.
Solche Vorstellungen lassen sich z.B. an Kleidung gut erkennen. Es ist
schon problematisch, dass Geschlechter durch ihre Kleidung unter-
schieden werden, außer bei Badesachen und Unterwäsche. Im Wes-
ten ist Männerkleidung eher praktisch, da die Vorstellung herrscht,
dass Männer arbeiten, Abenteuer erleben und ähnliches, man schaue
sich entsprechende Bilder in Medien an. Während Frauenkleidung
eher unpraktisch ist, die Bewegungsfreiheit einschränkt - die Frau
dadurch schwächt -, bestimmt auf welchem Gelände sie sich bewegen
kann, ihr Denken beeinflusst, da sie denken muss wie sie sich be-
wegt, also die Frauen unterdrückt, die Frauen auf ihren Körper redu-
ziert und sie erniedrigt. Wie erniedrigend Frauenkleidung ist, kann
an den Gelegenheiten, zu welchen Männer Frauenkleidung tragen,
erkannt werden, sowie an der Reaktion der Menschen, wenn Männer
Frauenkleidung tragen. Aber diese Vorstellungen über Frauen wer-
den als richtig und normal angesehen ohne das darüber nachgedacht
wird, auch von Frauen selbst. Dazu tragen auch Strukturen in der
Gesellschaft wie Medien bei, z.B. Frauen- und Modezeitschriften, die
ja von Frauen gekauft werden, auch Männerzeitschriften, aber die
kaufen Frauen selten, oder die Schönheits- und Modeindustrie, deren
Produkte auch von Frauen gekauft werden. Und solange die Frauen
diese Vorstellungen selbst übernehmen, also so denken und handeln,
und sie damit bestätigen, können Gesetze, also eine Änderung der
zweiten Umgebung, daran nichts ändern. Weil nach den Regeln der
ersten Umgebung die Menschen, auch Frauen, durch ihr Wissen ge-
steuert werden. Die Frauen tragen also selbst zu ihrer Benachteili-
gung bei, indem sie diese Vorstellungen übernehmen. Übrigens wer-
den auch weibliche Genitalbeschneidungen von Frauen durchgeführt.
Das zuvor Gesagte gilt auch für andere benachteiligte Gruppen. Sie
übernehmen das Wissen, was in einer Gesellschaft über sie herrscht,
verhalten sich entsprechend, bestätigen es, geben es weiter, usw. Und
tragen so zu ihrer Unterdrückung bei. Natürlich übernehmen auch
die nicht unterdrückten Mitglieder der Gesellschaft dieses Wissen
und geben es weiter. Welchen Schaden falsche Vorstellungen für alle
Mitglieder einer Gesellschaft anrichten können lässt sich erkennen,
wenn man die Geschichte irgendeiner Wissenschaft anschaut. Da
tauchen fast keine Frauen auf oder Männer, die zu unterdrückten
Gruppen einer Gesellschaft gehören. Es fehlen auch diejenigen, die in
irgendwelchen Kriegen ihr Leben gelassen haben, die verhungert
sind, oder die gezwungen waren etwas anderes zu tun. Allerdings
sind diese Vorstellungen, Regeln und Gesetze nur Regeln und Gesetze
der zweiten Umgebung und die gelten nur, solange sich die Menschen
an sie halten, sobald sie das nicht mehr tun sind sie wirkungslos. Et-
was über Sprache, die Vorstellung die Menschen mit Wörtern verbin-
den kommt auch aus ihrer Gesellschaft/Umgebung. Und diese lassen
sich durch Einführen neuer, "neutraler" Wörter nicht ändern, weil es
jedem freisteht, welche Wörter er*sie verwendet und welche Vorstel-
lungen er*sie damit verbindet. Es fehlt auch oft der Belegt, dass die
neuen Wörter besser sind. Diese Vorstellungen lassen sich aber durch
Argumente ändern, was sehr schwierig sein kann, wenn die Vorstel-
lungen von der Umgebung aufrechterhalten werden. Die Vorstellun-
gen lassen sich auch durch die Änderung der Umgebung ändern. Das
sollte aber nicht geschehen, indem Mitglieder benachteiligter Grup-
pen versuchen sich "besser" in die Gesellschaft "einzugliedern", z.B.
indem Frauen Soldatinnen werden, denn das ändert die benachteili-
genden Strukturen kaum, sondern diese Menschen werden eher von
den Strukturen verändert. Das lässt sich z.B. an Mitgliedern von be-
nachteiligten Gruppen die Staatsoberhäupter geworden sind erken-
nen. Die tun selten etwas für benachteiligte Gruppen, sondern statt
dessen für den Kapitalismus und Kriege. Es lässt sich nicht nur in der
Politik erkennen, sondern auch im Militär, in den Medien, bei Unter-
nehmen, und ähnlichen Strukturen, die ein bestimmtes Verhalten bei
ihren Mitgliedern erzwingen - im Falle von Militär und Medien auch
bei anderen Menschen. Und das lässt sich so erkennen: Da diese Men-
schen aus unterschiedlichen Teilumgebungen kommen, die ihr Wis-
sen und dadurch ihr Verhalten bestimmen, müsste das Verhalten
dieser Menschen unterschiedlich sein. Das es das nicht ist, sie also in
etwa die gleichen Entscheidungen treffen, ist ein starker Hinweis da-
für, dass durch die Umgebung ein Zwang ausgeübt wird. Diese Struk-
turen werden von Menschen aufrecht erhalten, die sie als in ihrem
Interesse oder als richtig interpretieren, aber auch von den "Gezwun-
genen" und denen die nichts dagegen unternehmen. Diese Struktu-
ren sind sehr gefährlich, da durch sie nur sehr wenige Menschen Ent-
scheidungen treffen, die für viele schlimme Folgen haben können,
auch für die Entscheidungsträger*innen selbst. Das lässt sich an viele
untergegangenen Kulturen, geköpften Königen, pleite gegangenen
Unternehmern und ähnlichem erkennen. Dabei spielt es keine Rolle
ob die Entscheidungsträger*innen Menschen, Außerirdische oder
Roboter sind. Solange sie durch ihr begrenztes Wissen gesteuert sind,
können die Entscheidungen falsch sein, und sie sind es wahrschein-
lich. Da es nur wenige Entscheidungsträger*innen gibt, liegt dadurch
nicht mehr Wissen als bei allen Menschen zusammen vor. Und weil
die Entscheidungsträger*innen eine eigene Teilumgebung haben,
was leichter zu Fehlinterpretation führen kann. Deshalb wäre es
wichtig zu prüfen, was falsch oder was richtig ist. Solche Strukturen
sollten abgeschafft oder durch bessere ersetzt werden.

Eine Möglichkeit, den Menschen die Falschheit ihrer Vorstellung zu
zeigen, wäre die Folgende: ähnlich wie bei der "Maschine", die alles
herstellt, gibt es ein Programm, oder mehrere, die das gleiche Proto-
koll benutzen, in dem versucht wird festzustellen, welche Folgen be-
stimmte Handlungen nach sich ziehen und ob diese gut oder schlecht
sind, und auch was moralisch richtig oder falsch ist. Es gibt immer
eine Moral, das ist nur die Beantwortung bestimmter Fragen, wie:
Soll Mord zugelassen werden? Das kann mit ja, nein oder egal, also
auch ja, beantwortet werden. Und je nach dem wie solche Fragen be-
antwortet werden, entstehen unterschiedliche Gesellschaften. Durch
die Regeln der ersten Umgebung wird bestimmt welche. Dieses Pro-
gramm sollte wie die "Maschine" möglichst viele Sprachen und mög-
lichst schnell zu einer Plansprache, wie Lobjan, wechseln. Es soll-
te jede*r Einträge machen und Änderungen vornehmen können. In
etwa könnte das so aussehen: Jemand trägt z.B. eine bestimme Hand-
lung ein, welche Folgen sie hat und ob die Folgen gut oder schlecht
sind. Das wird dann begründet und auch die verwendeten Begriffe
sollten geklärt werden. Daraufhin kann jemand dies mit Argumen-
ten kritisieren und diese Argumente begründen. Dadurch würde eine
Baumstruktur von Argumenten entstehen, in denen die falschen und
wiederholten Argumente markiert und ausgeblendet werden könn-
ten, die weiterhin jedem zugänglich sein sollten. Wenn jetzt jemand
eine bestimmte Entscheidung treffen will, kann er hier nachschauen,
ob und wie er sie treffen will. Es sollten aber nur Handlungen über-
nommen werden, die als richtig angesehen werden. Eigentlich sollte
es so funktionieren, dass die Menschen hier automatisch ihr Wis-
sen kontrollieren und dann das in einer Gesellschaft falsche Wissen
ändern. Indem sie ihr Wissen ändern und andere darauf hinweisen,
dass sie etwas falsches machen, falls sie es machen, oder indem sie
auf anderem Wege die Umgebung ändern, falls Argumente nicht viel
nützen. Die Anderen können sich natürlich mit Hilfe von Argumen-
ten wehren. Das würde am besten funktionieren, wenn es eine Art
kontrollierter Telepathie gäbe, mit der Wissen ausgetauscht werden
könnte, bei der aber jede*r bestimmen könnte welches Wissen er aus-
tauschen will. Dieses Programm würde besser funktionieren, wenn
es Menschen von Anfang an gekannt hätten und es für sie normal
geworden wäre so ihr Wissen zu prüfen. Allerdings wird es das Pro-
gramm in unserer Gesellschaft zumindest am Anfang schwer haben.
Deshalb sollte versucht werden es bei Vorträgen oder im Internet zu
popularisieren. Das solch ein Austausch von Argumenten funktio-
niert zeigen z.B. Mathematik oder Logik.

In unserer Gesellschaft kommt noch das Problem hinzu, dass die
Menschen durch die Medien ständig die gleichen, falschen Argumen-
te präsentiert bekommen, ohne dass die Medien die Gegenargumente
oder Belege zu diesen Argumenten liefern. Auch sonst richten Medi-
en einen großen Schaden an. Sie schaffen eine künstliche Umgebung
um die Menschen zu manipulieren und abzulenken. Diese Umgebung
lässt sich leichter interpretieren, da sie von den Medien im Voraus
interpretiert wird. Dabei versuchen Medien bestimmte Handlungen
und Vorstellungen, bestimmtes Verhalten und Denken, als normal
darzustellen. Zum Beispiel sind die ganzen Filme, Musik, Serien und
Sport Propaganda für den Kapitalismus. Sie werden auch benutzt um
den Menschen bestimmte Sachen zu verkaufen. Wenn Medien etwas
als normal darstellen und es Geschäfte anbieten, übernehmen das
die Menschen als normal und so können Unternehmen "Kunden-
wünsche" im Voraus planen. Auch entscheiden Filme, Musik, Seri-
en und Videospiele, wer in der Welt "gut" und wer "böse" ist. Und
zwar auf der ganzen Welt, da auf der ganzen Welt die gleichen Filme,
Musik, Serien und
Videospiele konsu-
miert werden. Und
es konsumieren viel
mehr Menschen
diese Produkte als
Nachrichten.Das
wäre ein Grund,
warum es wichtig
ist das eigene und
das in einer Gesell-
schaft herrschende
Schwerpunkt:
Wissen zu kontrol-
lieren, denn durch
Alternative
falsches Wissen fügt
Wirtschaft- und
man unabsichtlich
Lebensmodelle,
den Anderen und
Union-Busting, NGO
sich selbst viel Leid
und Gewerkschaft
zu. Übrigens könnte
auch eine künstli-
che Intelligenz, ein
Außerirdischer oder
ein allwissendes
Wesen an diesem Argumentenaustausch teilnehmen. Da es in jeder
Gesellschaft immer ein Wissen gibt, wie sich deren Mitglieder ver-
halten sollen, also welches Wissen richtig ist, soll dieses Programm
dieses Wissen und dessen Begründungen transparent machen und
der Kritik aussetzen, so dass möglichst wenig Leider geschieht. Es
ermöglicht den Menschen über sich selbst zu herrschen, ohne eine*n
Herrscher*in. Um das zu verdeutlichen: Ein*e Herrscher*in herrscht,
indem er*sie Entscheidungen trifft. Um die Gefahr einer falschen
Entscheidung zu verringern, sollte sie von allen (freiwillig) geprüft
werden, z.B. durch dieses Programm. Nun kann der*die Herrscher*in
die geprüfte Entscheidung treffen, womit er sich überflüssig macht
und die Menschen haben gezeigt, dass sie ohne eine*n Herrscher*in
auskommen, denn die Entscheidung haben eigentlich die Menschen
getroffen. Oder er*sie trifft die ursprüngliche Entscheidung, die sehr
wahrscheinlich falsch ist, weil sie als falsch durch die Prüfung er-
kannt wurde, das gilt wenn eine andere Entscheidung durch Men-
schen beschlossen wurde. Womit er*sie gefährlich wird und womit
wieder gezeigt wurde, dass es besser ohne Herrschaft geht. Das gilt
generell, wo jemand alleine, oder wenige, Entscheidungen treffen,
z.B. Manager*innen in Unternehmen.

Noch etwas zu Gesetzen: Gesetze implizieren immer Herrschaft,
auch durch Konsensentscheidungen beschlossene, und sind gefähr-
lich, da sie nicht richtig begründet sind und da sich eine Umgebung
ständig ändert, Gesetze aber unverändert bestehen bleiben. Die Kon-
trolle des Wissens ist auch wichtig, damit mit der "Maschine" nicht
zu viele unsinnige Projekte gestartet werden und es nicht zu einer
Ressourcenverschwendung kommt.

Auf jeden Fall ist das Universum so aufgebaut, dass unser Wissen
begrenzt ist und wir auf unser Wissen angewiesen sind, um unse-
re Bedürfnisse zu befriedigen, z.B. nach Nahrung oder Medikamen-
ten. Wir sind also gezwungen Entscheidungen zu treffen, ohne ihre
Folgen zu kennen. Und da in fast jeder Situation viel mehr falsche
als richtige Entscheidungen getroffen werden können, ist die Chan-
ce groß, dass wir durch unser Handeln Leid bei uns und anderen
verursachen. Das heißt, das Universum ist so aufgebaut, dass wir
gezwungen sind uns und anderen Leid zuzufügen. Das rechtfertigt
natürlich nicht diese Taten. Es wäre also nützlich etwas Geschehenes
ungeschehen machen zu können.

Ende

Hier wurde zu erklären versucht, wie eine bessere Gesellschaft ge-
schaffen werden könnte. Es sind dazu weder Kriege noch eine Form
von Gewalt nötig, es geschieht alles freiwillig. Dazu sind nur zwei
Strukturen (Programme) nötig, die leicht verwirklicht werden kön-
nen und die Menschen eine andere Form des Wirtschaftens ermög-
lichen. Und die es ihnen erlauben ihre Handlungen auf Richtigkeit
zu überprüfen. Dabei wurden viele Details ausgelassen, einiges ist
nicht klar, und es ist nicht klar ob alles hier Geschriebene stimmt.
Zumindest die Annahme, dass Menschen von ihrem Wissen gesteu-
ert werden, dürfte stimmen. Und das sollte bei der Gestaltung jeder
Gesellschaft berücksichtigt werden


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