(de) 24.1.15 | Veranstaltung der FAU Karlsruhe: Streik unter prekären Bedingungen von libertäre gruppe karlsruhe

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Sat Jan 10 13:16:09 CET 2015


Prekäre Arbeitsverhältnisse heißen so, weil sie unsichere Verhältnisse für die Arbeitenden 
mitbringen: Wenig Lohn, wenig soziale Absicherung, hochgradige Flexibilität im Sinne der 
Unternehmen. ---- Praktisch heißt das: eine hohe Entscheidungsmacht der Unternehmer gegen 
eine offensichtlich nur geringe Macht der Lohnabhängigen, die ihre Interessen nicht - oder 
eben nur schwer - durchsetzen können. ---- Das Machtmittel schlechthin, mit dem 
Arbeiter*innen gemeinsam ihre Interessen durchsetzen, ist der Streik. Daher ist es kein 
Wunder, dass Streiks in prekären Beschäftigungsverhältnissen kaum vorkommen. Wo sie 
vorkommen, müssen die Streikenden ihre fehlende Arbeitermacht durch andere Druckmittel 
ersetzen: Phantasievolle Aktionen, Öffentlichkeitsarbeit und Solidarität ergänzen oftmals 
solche Streiks.

"Prekäre Streiks" heißt aber nicht nur Streiks von prekarisierten Arbeiter*innen, auch der 
Streik klassischer, fest angestellter ArbeiterInnen kann durch veränderte 
Rahmenbedingungen prekär - unsicher - sein. Das betrifft etwa medialen Druck wie im Streik 
der GDL oder gesetzliche und gerichtliche Vorgaben bzw. Verbote.

Torsten Bewernitz (Herausgeber "Die neuen Streiks", Münster 2008; Mitkurator der 
Ausstellung "Durch Nacht zum Licht? Geschichte der Arbeiterbewegung 1863 -- 2013? im 
Technoseum Mannheim 2013) wird in dem Vortrag einen Überblick über Streikformen und 
Streikrecht sowie prekäre Beschäftigungsverhältnisse geben, die Rahmenbedingungen des 
aktuellen Streikgeschehens (2004 - 2014) schildern und anhand konkreter aktueller 
Beispiele Chancen und Perspektiven von Streiks unter prekären Bedingungen darstellen.

Beginn: Samstag, 24. Januar um 19:30 Uhr in der Viktoriastr.12 (Hinterhaus) in Karlsruhe

Mehr Infos: FAU Karlsruhe


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