(de) Anarchistische Gruppe Freiburg - Heraus zum Internationalen Frauen*kampftag 2015 in Freiburg!

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Thu Feb 19 16:58:15 CET 2015


Der 8. März ist seit 1911 das Symbol für den Kampf zur Befreiung der Frau, gegen 
strukturelle Unterdrückung, ökonomische Ausbeutung, sexualisierte Gewalt und patriarchale 
Rollenbilder. Weltweit kämpfen Frauen_ für ihre Rechte und Befreiung. Seien es aktuell die 
Textilarbeiter_innen in Bangladesh, die Frauen_ in den kurdischen Autonomiegebieten oder 
auch die Protestbewegungen in Spanien gegen die reaktionären Abtreibungsgesetzgebungen. 
---- Verschiedene Frauen_, feministische Initiativen und linke Gruppen haben sich in 
Freiburg zusammen gefunden, um diesen Tag zu repolitisieren und zu feiern. Wir wollen 
unsere Ideen und Forderungen am 8. März 2015 gemeinsam und vielfältig auf die Straße 
tragen. ---- Still Loving Feminism! ---- Wir sind konfrontiert mit dem Versprechen, dass 
Männer und Frauen_ in der BRD gleichberechtigt sind und dieselben Zugangschancen zu Beruf, 
Bildung und Politik haben. In unserem Lebensalltag müssen wir jedoch feststellen, dass es 
noch immer gravierende Unterschiede gibt. Trotzdem werden die strukturellen Bedingungen 
und die Machtverhältnisse nicht betrachtet. Feministische Kritik wird heutzutage nach wie 
vor als trocken, veraltet, und unnötig abgetan. Für uns ist sie jedoch weiterhin 
brandaktuell und notwendig. Für eine feministische Perspektive!

Fight Sexism, Fight Gender, Be yourself!

In der Werbung, in Filmen, in Schaufenstern: überall wird uns gesagt, wie wir auszusehen 
haben, und für Frauen_ bezieht sich das vor allem darauf, schlank, sportlich, rasiert und 
sexy sein zu sollen. Nur wenn diese Anforderungen erfüllt werden, gelten sie als „richtige 
Frauen_“ und damit als begehrenswert, attraktiv, schlichtweg akzeptiert. In unserer 
jetzigen Gesellschaft ist kein Platz für „alles, was dazwischen ist“. Trans- und 
intersexuelle Menschen haben es besonders schwer, weil sie aus beiden Normen (für Männer_ 
und für Frauen_) herausfallen. Der gesellschaftliche Druck ist hoch, diesen Anforderungen 
und diesem Schönheitswahn Genüge zu tun. Deshalb setzen wir uns für eine Gesellschaft ein, 
in der mehr als nur zwei Geschlechter akzeptiert werden, damit alle Menschen frei leben 
können.

No Means No!

Wir leben in einer Gesellschaft, in der sexuelle Belästigung, sexualisierte und häusliche 
Gewalt an Frauen_ eine grausame Normalität darstellen. Nach einer Erhebung der EU hat jede 
dritte Frau_ seit ihrem 15. Lebensjahr körperliche und/oder sexualisierte Gewalt erfahren. 
Den Frauen_ und Mädchen_ wird hier oft selbst die Verantwortung für den eigenen Schutz 
zugeschrieben. Sie sollen Selbstverteidigungskurse besuchen und keine aufreizende Kleidung 
tragen. Wir kämpfen für eine Gesellschaft, in der Frauen_ keine Objekte sind.
Who Cares?

Viele Frauen_ arbeiten in unsicheren Beschäftigungsverhältnissen, im Niedriglohnsektor 
oder in sogenannten Frauenberufen. Deshalb sind sie auch besonders betroffen von 
Altersarmut und dem zunehmenden Abbau des Sozialstaates. Das führt dazu, dass sie oftmals 
noch immer in Abhängigkeit von Männern leben müssen. So übernehmen Frauen_ in Sozial-, 
Erziehungs- und Pflegeberufen für Menschen notwendige Aufgaben wie die Versorgung und 
Erziehung von Kindern oder die Pflege von Alten und Kranken und sie werden gleichzeitig 
schlecht entlohnt. Wir fordern eine Aufwertung dieser Berufe und ihre Anerkennung als 
einen wichtigen Grundpfeiler dieser Gesellschaft.
Frauen_ sind heutzutage doppelt belastet, da sie noch immer für die  Haus- und 
Sorgearbeiten zuständig sind und sich gleichzeitig in den Arbeitsmarkt eingliedern. Der 
Kapitalismus profitiert von der unbezahlten Arbeit  die Frauen_ leisten, da sie notwendige 
Voraussetzung zur Ausbeutung der Arbeitskraft ist. Die private Haus- und Sorgearbeit, die 
Familien in reicheren Ländern nicht machen wollen, wird verstärkt von Frauen_ aus ärmeren 
Ländern übernommen, wodurch die ungleiche globale Arbeitsteilung verstärkt wird. Wir 
fordern eine umfassende soziale Absicherung für diese Haushaltsarbeiter_innen und 
Pflegekräfte in den Familien.
Grenzenlose Solidarität!

Frauen_ mit unterschiedlichen Migrationsgeschichten sind sowohl von Sexismus als auch von 
Rassismus betroffen. Sie werden vielfach durch die rassistische Migrationspolitik der BRD 
und EU illegalisiert und systematisch in prekäre Arbeits- und Lebensverhältnisse gedrängt. 
Selbst wenn Frauen_ es schaffen, einen Aufenthaltsstatus zu erlangen, werden sie durch 
alltagsrassistische Handlungs- und Denkweisen diskriminiert. Wir fordern offene Grenzen 
und ein selbstbestimmtes Leben für alle!

Lasst uns gemeinsam kämpfen für eine Gesellschaft, in der Menschen jenseits von 
Ausbeutungs- und Unterdrückungsverhältnissen leben können. In der Menschen nicht nach 
ökonomischer Verwertbarkeit eingeteilt werden. In der alle Menschen jenseits von 
Kategorien wie Geschlecht, Hautfarbe, Herkunft, Gesundheit, Alter und Sexualität frei 
leben können.

Kommt alle zur Demonstration am 7. März 2015 um 15 Uhr zum Platz der alten Synagoge in 
Freiburg!
http://www.8maerz.tk/

http://www.ag-freiburg.org/cms/aufrufe/heraus-zum-internationalen-frauenkampftag-2015-in-freiburg


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