(de) FDA-IFA: Gai Dào N°56 - Erklärung der Black Rose Anarchist Federation zum Massaker in Suruç [20. Juli 2015] Von: Black Rose Anarchist Federation

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Sat Aug 15 19:24:48 CEST 2015


Wir trauern heute über den Verlust von Freund*innen und Genoss*innen und erneuern unseren 
Einsatz für einen internationalen revolutionären Kampf im Gedenken an sie. ---- Gegen 
Mittag riss in der Grenzstadt Suruç im türkischen Kurdistan eine Bombe durch die Körper 
von Kommunist_innen, Sozialist_innen und Anarchist_innen, die sich auf den Weg gemacht 
hatten, um den Wiederaufbau Kobanês zu unterstützen. Dutzende Menschen wurden getötet, 
viele mehr verletzt. Ein Mitglied unserer Föderation war vor Ort um bei den Vorbereitungen 
für eine Kampagne zur Unterstützung des Wiederaufbaus von Kobanê und Rojava zu helfen, 
blieb bei der Explosion aber unverletzt. ---- Eine halbe Stunde nach dem Bombenanschlag 
wurde die Stadt Suruç erneut von einer Detonation erschüttert, als eine zweite massive 
Bombe an der Grenze Kobanês detonierte. Aus Nachrichtenberichten geht hervor, dass es sich 
um einen Angriff mit einem mit Sprengstoff beladenen Auto handelte, der durch 
Selbstverteidigungskräfte gestoppt werden konnte, so dass die Zahl der Opfer gering blieb.

Die Reise nach Kobanê war von der marxistisch-leninistischen
Organisation Sosyalist Gençlik Dernekleri Federasyonunun (SGDF)
organisiert worden. Sie hatten Jugendliche - ganze Familien - aus allen
Teilen der Türkei und darüber hinaus zusammengebracht, um der sich
entwickelnden sozialen Revolution im syrischen Kurdistan
revolutionäre Unterstützung zu leisten. Bis zu 300 Menschen hatten sich
darauf vorbereitet, die mit einem Embargo belegte Grenze zu
überqueren um beim Wiederaufbau der Stadt zu helfen, die politischen
Entwicklungen dort kennenzulernen und die Kämpfe der türkischen
Linken mit der kurdischen Bewegung zu verbinden.

Nach dem Bombenanschlag kam die erste Reaktion von gepanzerten
Militärfahrzeugen des besetzenden türkischen Staates, die auf das
Amara-Kulturzentrum zufuhren um die Straße zu blockieren und ihre
Gewehre auf die kürzlich verletzten und traumageschüttelten
Revolutionär_innen zu richten. Bis Krankenwägen den Ort des
Geschehens erreichten, verging so viel Zeit, dass Privatfahrzeuge
organisiert werden mussten, um die Verletzten ins Krankenhaus zu
bringen. Das Militär und die Polizei waren innerhalb von Minuten vor
Ort und hatten bereits eine Reihe von Aufstandsbekämpfungseinheiten
aufziehen können, ehe die ersten Krankenwägen eintrafen. Ihre
Reaktionsgeschwindigkeit war allerdings wenig überraschend, da sie
die Busladungen voller Revolutionär_innen, die sich auf dem Weg nach
Suruç befanden, am Morgen massiv belästigt hatten, viele überwacht
und ihre Familien angerufen hatten, um ihnen mitzuteilen, dass ihre
jungen Angehörigen sich Terroristen in Rojava anschließen wollten.

All dies veranschaulicht die Haltung des Staates und ist Ausdruck einer
traurigen Realität: Die Türkei setzt ihre mörderische Politik gegen die
Kurd_innen fort und dieser Anschlag kann als eine Erfüllung von
Erdogans Versprechen betrachtet werden, dass er Rojava mit allen
erforderlichen Mitteln verhindern werde. In den kommenden Monaten
wird unsere Föderation den Umfang unserer Arbeit in
Organisierungskomitees und Netzwerken in Solidarität mit Rojava
weiter ausbauen. Wir hoffen auf eure Unterstützung.

Biji Rojava! Es lebe Rojava!

BR/RN Internationaler Sekretär

Black Rose/Rosa Negra Anarchist Federation

Quelle:
http://www.blackrosefed.org/statement-on-bombing-turkey-suruc/


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