(de) Zu den Geschehnissen in Griechenland Von: Ben (Anarchistische Initiative Kaiserslautern)

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Tue Aug 11 17:12:16 CEST 2015


Ende Januar diesen Jahres war die linke Partei SYRIZA in Griechenland an die Regierung 
gekommen und mit dem Programm angetreten, die Kürzungs- und Sparpolitik zu beenden, 
gleichzeitig aber Teil der Eurozone zu bleiben. ---- Nach über fünf Monaten Verhandlungen 
ist mit der Einigung über ein neues "Rettungsprogramm" für Griechenland am 13. Juli diese 
Politik endgültig gescheitert. Mehrwertsteuererhöhungen, Rentenkürzungen und weitere 
Sparmaßnahmen sind vorgesehen und teilweise schon umgesetzt. ---- Das Scheitern des 
Reformismus ist offensichtlich. Die Hoffnung, innerhalb der Rahmen und Regeln der Eurozone 
mit Austerität und Neoliberalismus brechen zu können, hat sich als Illusion erwiesen. Eine 
soziale, friedliche und demokratische EU wird es nicht geben. Allgemein gesagt: die 
Erwartung dauerhafter sozialer Verbesserungen durch Reformen innerhalb des Kapitalismus 
ist utopischer als jeder Gedanke an eine soziale Revolution.

Die synthetischen Anarchist*innen sind der Ansicht, dass es nicht eine
richtige Strategie gibt, sondern dass sich verschiedene Formen der
Theorie und Praxis ergänzen und bereichern. Dies gilt auch im Kampf
gegen die aktuelle kapitalistische Verarmungspolitik: Es geht nicht um
'die' richtige Kritik, oder 'die' richtige Praxis; es muss sich etwas ändern,
und zwar dringend. Jeder Monat Austerität tötet!

Das Scheitern des Reformismus liegt auch am Fehlen von Ideen. Er
kann sich gar keine Welt jenseits des Kapitalismus mehr vorstellen. Wer
aber das deutsche Europa des Neoliberalismus und der Austerität
loswerden will, braucht anwendbare Alternativen. Kollektivbetriebe wie
Vio.Me oder solidarische Selbstverwaltungsprojekte in Griechenland
können ebenso wie anarchistische Theorien dafür einen Ansatz bieten.

Die Anarchist*innen in Griechenland verdienen unsere Solidarität! Das
Ende von Austerität und Neoliberalismus sind aber auch in unserem
elementarsten Interesse. Denn die Verarmungsprogramme, die
Griechenland auferlegt wurden, sind überall anwendbar. Wer
Sozialkahlschlag in Zukunft verhindern möchte, muss jetzt damit
beginnen - und dem Kapitalismus dem Kampf ansagen!


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