(de) FAU-IAA: Direct Aktion #230 - Proteste gegen UBER -- Weltweit wehren sich TaxifahrerInnen gegen Uber

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Sat Aug 8 16:19:44 CEST 2015


Am 25. Mai haben Tausende von TaxifahrerInnen in der Millionenmetropole Mexiko-Stadt aus 
Protest gegen den umstrittenen US-Fahrdienst Uber den Verkehr lahmgelegt. Die FahrerInnen 
blockierten am Pfingstmontag die Hauptverkehrsstraßen der mexikanischen Hauptstadt, viele 
mit ihren Wagen. Auf den Scheiben vieler Taxis war "Uber raus" zu lesen. Uber beschert den 
mexikanischen TaxifahrerInnen nach eigenen Angaben Auftragseinbußen zwischen zehn und 50 
Prozent. Der Fahrdienst reagierte auf die Proteste in der 20-Millionen-Einwohner-Metropole 
mit Gratis-Fahrten. Dies habe den EinwohnerInnen von Mexiko-Stadt helfen sollen - "an 
einem Tag, an dem es so kompliziert ist, sich fortzubewegen".

Aber es gibt nicht nur Proteste in Mexiko: Weltweit wehren sich TaxifahrerInnen gegen 
Uber. Am 11. Juni 2014 fand ein europaweiter Protest der TaxifahrerInnen statt. Hunderte 
von TaxifahrerInnen nahmen in Berlin an einer Sternfahrt teil, Tausende blockierten in 
Paris die Straßen zu den Flughäfen Orly und Charles de Gaulle. In London fand der größte 
Streik statt. Das Regierungsviertel um der Trafalgar Square wurde von 10.000 Black Cabs 
lahmgelegt.

Doch die TaxifahrerInnen befinden sich trotz einiger Erfolge in der Defensive: dieser 
Streik hat viele Menschen überhaupt erst mit Uber bekannt gemacht - in der Folge meldeten 
sich viele neu bei Uber an. Trotzdem konnten die TaxifahrerInnen in Deutschland einen 
ersten Erfolg vermelden: das Landgericht Frankfurt hat am 19. März den 
Smartphone-basierten Dienst UberPop in ganz Deutschland verboten.

WER ODER WAS IST UBER?

Uber ist die wohl bekannteste Online-Vermittlungsplattform der Welt. Im Jahre 2009 wurde 
Uber in San Francisco von Travis Kalanick gegründet und agiert heute weltweit. Der 
Online-Vermittlungsdienst von Uber ist in drei Sparten aufgeteilt: UberBlack vermittelt 
Fahrgäste an Mietwagen mit FahrerInnen, UberPop an private FahrerInnen zur 
Personenbeförderung, und über UberTaxi werden auch reguläre Taxis vermittelt. Die 
Vermittlung erfolgt über eine Smartphone-App oder über eine Website.

Uber versteht sich selbst als Teil der so genannten Share Economy, wie das Teilen von 
Konsumgütern oder Dienstleistungen über Plattformen im Internet genannt wird. Der 
Harvard-Ökonom Martin Weitzman, der Mitte der 1980er den Begriff Share Economy geprägt 
hat, vertrat die These, dass sich der Wohlstand für Alle erhöht, je mehr unter allen 
MarktteilnehmerInnen geteilt wird. Wenn wir uns aber die diversen Plattformen anschauen, 
ist es doch besser, von einem "Plattform-Kapitalismus" zu sprechen.Über eine 
Smartphone-App wird eine private Fahrerin/ein privater Fahrer geordert. Der Fahrweg wird 
mit Hilfe von GPS berechnet, die Wagen kommen daher ohne Taxameter aus. Der Bezahlvorgang 
entfällt: Es wird einfach die bei Uber hinterlegte Kreditkarte belastet. Die Tarife bei 
UberPop liegen in der Regel 20 Prozent unter den normalen Taxitarifen, 20 Prozent des 
Fahrpreises gehen an Uber. Dieses Geschäftsmodell wurde vom Landgericht Frankfurt 
verboten. Die Antwort von Uber heißt uberX: Das neue Angebot ist an deutsche 
Regulierungsvorschriften angepasst. Die Uber-FahrerInnen machen einen 
Personenbeförderungsschein, versichern ihr Auto und legen eine Prüfung bei der IHK ab. Die 
Kosten dafür übernimmt Uber, die so Gekürten sind jetzt MietwagenunternehmerInnen im 
Ein-Personen-Betrieb. Ansonsten hat sich im Vergleich zu UberPop nichts geändert.

Jürgen Mümken

https://www.direkteaktion.org/230/proteste-gegen-uber


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