(de) FAU-IAA: Direct Aktion #228 - "Rettet die Volkssolidarität!"

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Wed Apr 8 18:55:48 CEST 2015


FAU geht gegen Arbeitsrechtsverstöße in Leipziger Pflegeeinrichtung vor ---- Im Oktober 
2014 startete die FAU Leipzig ihre Pflegeoffensive. Ziel war es, über Rechte bei der 
Dienstplangestaltung zu informieren und diesbezügliche Verbesserungen in den 
Altenpflegeheimen der verschiedenen Träger in Leipzig anzustoßen. Dazu gab es im November 
einen Infoabend. Zufällig wurde bei der Volkssolidarität, der Träger aus dem sich die 
meisten InteressentInnen gemeldet hatten, die Betriebsversammlung genau auf diesen Abend 
gelegt. ---- Wenige Tage später wendete sich eine Wohnbereichsleiterin (WBL) aus einem 
Altenpflegeheim der Volkssolidarität an die FAU. Diese war ohne Angaben von Gründen 
freigestellt worden. In einer außerordentlichen Teamsitzung behauptete die Heimleiterin 
jedoch, es ginge um einen schweren Vorfall im Sommer.

Trotz Drohung mit "arbeitsrechtlichen Konsequenzen" schrieb eine Kollegin eine 
Solidaritätserklärung für ihre freigestellte Wohnbereichsleiterin. Diese wurde von 
weiteren KollegInnen des Wohnbereichs unterschrieben, mit einer Ausnahme. Diese Ausnahme 
wurde dann zur kommissarischen WBL ernannt. Arbeitsvertraglich hätte die Stellvertreterin 
nachrücken müssen. Auch diese wandte sich dann an die FAU. Der freigestellten WBL wurde 
dann der Schrank im Schwesternzimmer aufgebrochen und die Teamkasse gestohlen. Als sie 
dort eintraf, um den Schaden zu inspizieren, war noch nicht einmal die Polizei gerufen 
worden. Dies holte die Bestohlene dann selbst nach. Dabei wurde festgestellt, dass auch 
die Handschuhe, die die Täterin im Schrank zurückgelassen hatte, weggeworfen waren. 
Ermittlungen laufen noch. Schon länger gibt es bei diesem Träger das Problem, dass 
Zuschläge im Krankheitsfall gestrichen werden, Pflegerinnen und Pfleger, aber auch 
KollegInnen aus dem Erziehungsbereich von einer Stunde auf die andere zum Dienst beordert 
werden, wenn sie frei haben.

Vor Jahren unterstützte die FAU Leipzig schon Mitglieder der Volkssolidarität, um die 
Schließung einer Begegnungsstätte zu verhindern, denn der Verein gilt als erhaltenswert, 
da dort gerade im ehrenamtlichen Bereich viel sinnvolle soziale sowie integrative Arbeit 
geleistet wird. Noch vor wenigen Jahren galt die Volkssolidarität Leipzig als 
vorbildlicher Arbeitgeber im Pflegebereich. Ein rein gewerkschaftliches Vorgehen, wie dies 
gegen jeden anderen Arbeitgeber geschieht, konnte also nicht die alleinige Taktik sein. 
Vielmehr musste es Ziel sein, die strukturell-personellen Veränderungen, nach denen sich 
die arbeitsrechtlichen Verstöße häuften, wieder zurückzudrehen. Also wurde das Bündnis 
"Rettet die Volkssolidarität!" gegründet, dem neben Mitgliedern der FAU auch Mitglieder 
anderer Gewerkschaften, Vereine und Organisationen, die für soziale Belange eintreten, 
darunter Mitglieder und Beschäftigte der Volkssolidarität selbst, beitraten.

Bisher differenziert das Bündnis noch zwischen Vereinsvorstand und Geschäftsführung, was 
sich aber sicher ändern wird, wenn der Vorstand nicht bald ernsthaft auf die zahlreichen 
Missstände reagiert. Abmahnungen und Drohungen mit strafrechtlichen Verfolgungen haben das 
Bündnis noch weiter verbreitert, wodurch motiviert wurde, dazu weitere Internet-Domains 
anzulegen und einige öffentlichkeitswirksame Aktionen im März zu planen. Die FAU 
unterstützt aktuell drei Beschäftigte in den arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen. Es 
zeichnet sich aber gerade ab, dass es mehr werden.

Leo Stein

https://www.direkteaktion.org/228/201erettet-die-volkssolidaritaet-201c


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