(de) FdA-IFA - Gai Dào #51 - Heraus zum 1. Mai im Ruhrgebiet Von: Anarchistische Föderation Rhein/Ruhr, Anarchistische Gruppe Nordstadt (Dortmund) und Schwarze Ruhr-Uni

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Mon Apr 6 16:20:14 CEST 2015


Lange genug wurde der 1. Mai im Ruhrgebiet von Nazis und staatskonformen Gewerkschaften 
bestimmt. Kommt zur 1. Mai-Demonstration nach Dortmund und holen wir uns gemeinsam die 
Straße zurück! ---- Wir haben es satt zuzusehen, wie der 1. Mai immer mehr zu einem 
bürgerlich-reformistischen Schaulaufen verkommt. Der Staat und alle ihn und den 
Kapitalismus unterstützenden Institutionen wie dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), die 
uns das Gefühl geben sollen es gäbe so etwas wie gerecht bezahlte Lohnarbeit, machen 
diesen Tag zu einem befriedeten “Feiertag“. Mit ihren Veranstaltungen und 
Scheinforderungen für ein bisschen mehr Lohn, für ein bisschen weniger Arbeitszeit, für 
ein bisschen dies und ein bisschen das gaukeln sie uns vor, sie würden irgendwie 
Veränderungen hervorbringen. ---- Jedes Jahr versuchen wir richtigerweise die Nazis zu 
stoppen, doch scheitern wir gleichzeitig daran gerade am 1. Mai eigene Inhalte zu 
verbreiten und auch auf der Straße eigene Akzente zu setzen.

Selbstverständlich müssen wir den Rechten die Straße nehmen und ihre
Aufmärsche verhindern. Aber vergessen wir dabei nicht, dass
Antifaschismus auch daran arbeiten muss eben jene Gesellschaft zu
verändern, durch welche faschistische Meinungen überhaupt Fuß fassen
können.

  Wir sehen uns in einer Reihe mit kämpferischen Arbeiter*innen,
Schüler*innen, Student*innen, Erwerbslosen und allen anderen

  Menschen, die sich eine Verbesserung ihrer realen Lebensbedingungen
  wünschen und darum streiten. Besonders der Kampf der
  Gefangenengewerkschaft/Bundesweite Organisation, welche sich in den
  Knästen organisiert und noch viel zu wenig Aufmerksamkeit erfährt,
  gibt uns Mut und Kraft!

  Wir wollen an diesem Tag keine Forderungen an Parteien,
  Gewerkschaften, Konzerne/Firmen oder andere Autoritäten stellen,
  sondern wollen alle ermutigen selbst zu handeln! Der 1. Mai ist kein Tag
für Forderungen! Es ist ein Tag für selbstbestimmtes und
  selbstbewusstes Handeln.

  Der 1. Mai ist ein Kampftag gegen den Arbeitswahn und gegen den
  Kapitalismus. Es geht um die Befreiung aller Menschen aus der
  Abhängigkeit der Lohnsklaverei. An diesem Tag geht es darum, unsere
  Vorstellung einer herrschaftsfreien Gesellschaft zu propagieren und
  unmissverständlich und kompromisslos zu zeigen, dass es viele
  Menschen gibt, die sich nicht verblenden und befrieden lassen.

Wir sind Feinde von Unterdrückung, Konsum und des Gehorsams. Wir
wollen leidenschaftlich Zeit und Arbeit in Dinge investieren, die uns
interessieren oder die wir als notwendig erachten. Das kann innerhalb
der Logik des Kapitalismus nicht realisiert werden.

Obwohl es in Wuppertal und Bonn zwei unterstützenswerte
Demonstrationen geben wird, wollen wir in Dortmund auf die Straße,
da es dort durch den Wegfall des Euromayday sonst ein Vakuum geben
würde. In Dortmund wollen wir ein starkes Zeichen für den
antiautoritären Widerstand und die anarchistische Bewegung im
Ruhrgebiet zu setzen, welches seit drei Jahren einen kontinuierlichen
und erfolgreichen Aufbauprozess herrschaftsfreier Strukturen erlebt
hat. Dieser wird auch in Zukunft weiter fokussiert und vorangetrieben.
Wir wollen am 1. Mai mit allen freiheitsliebenden Menschen für unsere
Ziele demonstrieren.

Deshalb rufen wir unter dem Motto “An der Befreiung arbeiten! Die
Anarchistische Bewegung vorantreiben!” zur 1. Mai Demonstration am
Kirchplatz in der Münsterstraße in Dortmund um 18 Uhr auf.
In den Tagen und Wochen vor dem 1. Mai wird es eine Reihe von
Veranstaltungen und Aktionen zur Geschichte und anderen Themen
rund um den 1. Mai geben. Der Höhepunkt soll dann die 1. Mai
Demonstration werden.

Mehr Infos:
www.1maidortmund.noblogs.org/
1.maidortmund at riseup.net


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