(de) FdA-IFA - Gai Dao #45 - Die weltfremden Wilden öffnen sich. -- Eine Antwort auf Waldgänger im Unterholz Von: Freund Baum

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Sat Sep 27 15:16:00 CEST 2014


Dies ist eine Einladung, die herausgeht an alle Internet- und Zeitungstrolle, die ihre 
Kritik (natürlich immer gut durchdacht und streng konstruktiv) in Kommentaren unter 
Blogeinträgen und Videos oder in Reaktionen auf Beiträge in Zeitschriften, wie hier in der 
"Gai Dào", der Öffentlichkeit präsentieren und auf den Personen, die im eigentlichen 
Projekt engagiert sind, den geballten Frust über das Leben abladen. ---- Wenn es euch 
darum geht, Kritik zu üben, dann kommen wir wohl alle am weitesten, wenn ihr uns diese 
persönlich, von Mensch zu Mensch übermittelt. Während wir tagsüber meist sehr damit 
beschäftigt sind, alle anders Lebenden (besonders Städter*innen) zu verdammen, uns je nach 
Dicke der eigenen Dreckschicht in Hierarchien zu ordnen, uns den Arbeitssklaven überlegen 
zu fühlen und zu versuchen, uns mit Bäumen zu paaren, bieten sich gegen Sonnenuntergang 
dann ruhigere Momente. (Wir sind übrigens auch auf dem besten Weg Uhren abzuschaffen und 
uns streng nach der Sonne zu richten. Deshalb klebe ich auch immer die Ecke oben rechts 
vom Computerbildschirm ab, wenn ich ihn benutze).

Abends am Feuer ist die Atmosphäre dann auch viel netter, als vor
dem Bildschirm eines Computers. Der Naturkitsch kommt viel besser
zur Geltung, wenn im Hintergrund die Autobahn rauscht und die
Feinstaubpartikel durch die Lichtkegel der Taschenlampen wirbeln.
Wir können uns sehen, dank Gestik und Mimik besser kommunizie-
ren und vielleicht ab und zu mal ein Augenzwinkern einbauen. Man-
chen wird dann vielleicht auch wieder bewusst, dass, während zwar
die Medien selbst nur Dinge sind, denen kein selbstständiges Leben
innewohnt, die Nutzer*innen solcher sehr wohl noch lebende, füh-
lende Wesen darstellen. Ich persönlich schimpfe zumindest öfter mit
meinem Computer als mit meinen Mitmenschen. Dies könnte aber
natürlich von meiner Grundüberzeugung bedingt sein, dass jedwede
Technik von Grund auf böse ist und uns alle in den Tod stürzen wird.
Geht es euch hingegen darum, eben den Frust, den ihr tagtäglich
aufbauen müsst, weil ihr doch irgendwie seht, dass schuld an der
Misere vielleicht nicht die Aktivist*innen sind, sondern das, was sie
bekämpfen (und dieser Frust ist eigentlich ein gutes Zeichen. Wen die
Zustände nicht wütend machen, der denkt nicht drüber nach), dann
bleibt über Nacht, geht tagsüber in den Wald und schreit den Frust
einem Baum oder, noch besser, dem Loch entgegen. Diesen Frust kön-
nen auch wir gut nachvollziehen. Er ist auch der Grund, weshalb wir
nicht immer so allumfassend gerecht zu allen sind, wie wir es viel-
leicht gern wären. Wir können euch aber auf jeden Fall noch einige
andere Ideen zum Frustabbau vorstellen. Und dann könnt ihr nächs-
tes Mal die Energie, die es braucht, um einen aggressiven Text zu ver-
fassen, in direkte Aktionen stecken. Vielleicht sogar an unserer Seite.
Wir zwingen euch auch nicht zum stundenlangen Ameisen Beobach-
ten. Versprochen.

Bis Bald,

Freund Baum (übrigens nicht zwingend männlich)


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