(de) FAU-IAA - Direct Action #224 - Gewerkschaft für Mill - Das Lösungswort der DA 222: Die National Basketball Players Assiociation ("NBPA")

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Sat Sep 6 16:36:05 CEST 2014


LeBron James ist der unumstrittene Topstar des Basketballs. Seit er vor vier Jahren zu den 
Miami Heat gewechselt ist, hat er diese vier mal in Folge ins Finale geführt und dort zwei 
mal den Titel geholt. Als James vor vier Jahren zu Heat wechselte unterschrieb er einen 
Vertrag, der ihm in den nächsten sechs Jahren insgesamt 110 Millionen US-Dollar zusichert. 
---- Braucht jemand mit einem solchen Einkommen eine Gewerkschaft? Es gibt sie jedenfalls. 
Die National Basketball Players Assiociation (NBPA). 1954 gegründet ist sie die erste 
Spielergewerkschaft im Profisport. Gründer ist der ehemalige Boston Celtics-Star Bob 
Cousy. Dieser sendete Briefe an ihm bekannte Spieler aus den anderen US-amerikanischen 
Basketballteams. In diesen forderte er sie auf sich an der Gründung und Unterstützung 
einer Spielergewerkschaft zu beteiligen. Aufgrund der Überwiegend positiven Resonanz wurde 
die NBPA gegründet und trat zum All-Star Game 1955 zum ersten Mal öffentlich in 
Erscheinung, indem sie dem damaligen Präsidenten der Liga einen Forderungskatalog 
übereichte. Die wichtigsten Forderungen verlangten geregelte Prämien für öffentliche 
Auftritte und Beschränkung von Reisekilometer, da die Teams damals noch keine Privatjets 
hatten und mit Bussen z. B. von New York nach Los Angeles reisen mussten. Doch wie so 
manche Bosse verhielt sich die Liga, vertreten durch ihren

Präsidenten und die Clubchefs, erstmal störrisch gegenüber der neuen Gewerkschaft. Zwar 
gab es schon ab 1957 einzelne Zugeständnisse, aber den Durchbruch schaffte die NBPA erst 
mit dem All-Star Game 1964. Zwei Stunden vor Beginn des Spiels weigerten sich die Spieler 
zum Spiel anzutreten, wenn sich die Liga nicht auf Verhandlungen um einen Rentenplan 
bereit erkläre. Unter Druck des Fernsehsenders ABC, der das All-Star Game landesweit 
übertrug, gab der damalige Liga-Chef Walter Kennedy 15 Minuten vor offiziellem Spielbeginn 
nach. Die Rentenpläne wurden verhandelt und die NBPA war faktisch als Gewerkschaft anerkannt.

Die Hauptaufgabe der NBPA ist die Verhandlung eines Gesamttarifvertages, des Collective 
Bargaining Agreements (CBA) und die Überwachung der Einhaltung durch die Teams. Dabei 
zeigt sich die NBPA wesentlich kämpferischer, als es für eine Gewerkschaft für Millionäre 
zu erwarten wäre. So durfte Dirk Nowitzki im Jahr nach seinem Titelgewinn nur 72 statt 
üblicherweise 82 Spielen als Champion auflaufen, da aufgrund von Arbeitskampfmaßnahmen die 
ersten zehn Spiele der Saison ausfielen.

Besonders interessant ist auch die 1983 von der NBPA eingeforderte Regelung der 
Gehaltsobergrenze (Salary-Cap). Diese besagt, dass die Vereine nur einen bestimmten Betrag 
für Spielergehälter ausgeben darf. Einerseits wurde dadurch für sportliche Fairness 
gesorgt, da nicht mehr ein Verein alle Starspieler zusammenkaufen kann. Andererseits 
wurden im Gegenzug Mindestlöhne und eine Beteiligung der Spieler am Vereinsgewinn 
vereinbart. Auch im Rassismus-Skandal um LA Clippers Boss Donald Sterling dieses Jahr 
meldete sich die NBPA zu Wort, als ihr derzeitiger Präsident Chris Paul, seines Zeichens 
Topstar der LA Clippers, erhebliche Sanktionen gegen seinen Chef forderte. LeBron James 
hat seinerseits schon angekündigt, dass er sich vorstellen kann nach dem Ende seiner 
aktiven Karriere ein Amt in der NBPA zu übernehmen.

Helga Wein


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