(de) FAU - Direkte Aktion #225 Sep/Okt - Aus dem Inhalt + Editorial (en)
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Sun Oct 19 10:43:34 CEST 2014
Betrieb und Gesellschaft ---- p3 Wenn das Publikum mitreden will -- Interview mit Maren
Müller, Mitbegründerin des Vereins "Ständige Publikumskonferenz der öffentlich-rechtlichen
Medien e.V."---p4 "Bei einer solchen Beteiligung müssen die syndikalistischen Grundsätze
als Richtlinien gelten." -- Betriebsräte zwischen Traum zur Selbstverwaltung und Realität
- ein historischer Abriss ---- p6 Freier Fall durch Freihandel -- Über die Risiken und
Nebenwirkungen des TTIP ---- p7 Verweigern, verzögern, verdrängen -- Der Konflikt mit der
Heinrich-Böll-Stiftung ist längst ein Langstreckenlauf ---- Zeitlupe ---- p8 "Drum will
ich Mensch sein, um zu dichten. -- Zum 130. Geburtstag von Zenzl Mühsam & zum 80. Todestag
von Erich Mühsam ---- Globales ---- p9 Katastrophe und Hoffnung nach dem Scheitern des
Nationalstaates -- Interview mit Dilar Dirik zur kurdischen Frauenbewegung an der
Universität Cambridge zu Krieg und Revolution in Kurdistan
p10 Teilerfolg für die selbstverwaltete Vio.Me -- Amtsgericht Thessaloníki lehnt Übernahme
der Vio.Me-Geschäftsführung durch alte Besitzer ab
p11 Theoretisch nett gedacht - praktisch aber so nicht gelebt -- Ein Überblick über
betriebliche Mitbestimmung und soziale Realität in den baltischen Ländern
---- Hintergrund ----
p12 Betriebsräte auf Abwegen? --Ein Plädoyer für die politische Bildungsarbeit
p13 Anmerkungen zur betrieblichen "Mitbestimmung" -- Kritischer Abriss zum
Betriebsverfassungsgesetz
Kultur
p14 Vorwärts, doch nichts vergessen! -- Zu einem Antrag an die UNESCO-Kommission, die
ArbeiterInnenlieder als Kulturerbe anzuerkennen
p15 ¡A las barricadas! -- Lieder des Spanischen Bürgerkrieges
Editorial
Liebe Lesende, vielleicht gab es im Frühjahr in eurem Betrieb eine Betriebsratswahl.
Möglicherweise hat der ein oder die andere von euch kandidiert. Eins bleibt wie bisher,
aus anarchosyndikalistischer Sicht ist das Thema heiß diskutiert wie in der vorliegenden
Ausgabe zu lesen ist. Ich persönlich denke, es macht Sinn, es mal zu wagen. In zu vielen
Betrieben insbesondere kleineren Klitschen, denkt der Boss, er kann machen, was er will.
Es ist auch ein Lernprozess, welcher zur Entwicklung der eigenen Persönlichkeit beitragen
kann, vorausgesetzt ihr begnügt euch nicht mit der passiven Rolle, sondern nehmt eure
Recht auf Schulungen war und wendet das Erlernte in der Praxis an.Nun gut, jetzt werden
manche sagen, ein Betriebsratsmitglied sei im Grunde auf vier Jahre gewählt und nicht mehr
so leicht abwählbar oder die anderen würden sich nur noch auf den Betriebsrat verlassen.
Aber mal ehrlich, ist es nicht auch in Vereinen, Projekten oder informellen Gruppen
faktisch so, dass meist nur wenige aktiv und dann tonangebend sind und der Rest zufrieden
mit diesem Umstand ist.Ebenfalls zu hören ist häufiger, dass das Betriebsverfassungsgesetz
auf ein vertrauensvolles Zusammenarbeiten zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber im Sinne
des Betriebes abstellt. Solche allgemeinen Grundsätze verbieten nicht das Handeln im Sinne
der Belegschaft. Ferner muss die Betriebsratstätigkeit nicht unpolitisch ablaufen. Es ist
sehr wohl möglich auf einer Betriebsversammlung ein Impuls-Referat mit sozialpolitischen
Einschätzungen auch durch eineN GewerkschaftssekretärIn auf die Agenda zu packen. Eine
weitere Plattform für gesellschaftliche Themen mit einem gewissen Einschlag wäre etwa das
Schwarze Brett. Der Betriebsrat ist auch nicht davon abgehalten seine Entscheidungen und
Diskussionen transparent zu machen oder die Kollegen und Kolleginnen einzubeziehen. Es
bestehen so einige Gestaltungsräume.Kommen wir zur FAU. Es ist erfreulich, dass einige
Aktivitäten zu verzeichnen sind und sich immer mehr Menschen uns anschließen. Zurzeit
kämpfen die GenossInnen in Berlin vor der Schwedischen Schule gegen willkürliche
Praktiken. In einigen Städten machen Syndikate mit dem Lohnspiegel von sich reden. Dennoch
ist das aktuelle Schwerpunktthema Entscheidungsprozesse in der Gesellschaft, auch für eine
Organisation mit flachen bzw. vermeintlich keinen Hierarchien eine spannende Angelegenheit
für gruppeninterne Selbstreflexion. Denn wer gibt den Ton an in Strukturen, welche stark
von Freiwilligkeit und Eigeninitiative abhängen? Meist Leute mit zeitlichen und/oder
materiellen Ressourcen. Das ist schon eine Kehrseite von libertären Gruppen, deswegen ist
ein solidarischer Umgang in jeglicher Beziehung Grundvoraussetzung um den
emanzipatorischen Ansprüchen gerecht zu werden.
Viel Spaß beim Lesen und Nachdenken,
Christian Horn
Ab sofort hat die "Direkte Aktion" einen neuen Preis. Nachdem wir jahrelang den Preis
halten konnten und dabei sogar unsere finanziellen Reserven aufgezehrt haben müssen wir
diesen Schritt nun gehen. Die Gründe sind, wie bei anderen Blättern, immer die gleichen.
Papierpreise steigen, Portokosten steigen, und so weiter. Besonders hart traf uns die
Abschaffung der Umsatzsteuerbefreiung fürs Porto. Da war die Rechnung mit einem Schlag um
ein knappes Fünftel höher. Wir haben uns auch ganz bewusst für einen "größeren" Schritt
von 50 Cent entschieden. Bei allem anderen wäre jetzt schon absehbar, dass wir in ein,
zwei Jahren schon wieder an der Preisschraube drehen müssten. Wir hoffen, ihr geht diesen
Schritt mit der "DA".
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