(de) Anarcho-Syndikalistische Jugend - "NS Verherrlichung stoppen! Nazis in Remagen entgegentreten" Gegen den Naziaufmarsch am 22. November 2014 (en)
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Wed Oct 15 15:45:34 CEST 2014
13. Oktober 2014 in Aktionen und Antifaschismus ---- Die ASJ Bonn unterstützt folgenden
Aufruf der antifaschistischen Kampagne NS ---- Verherrlichung stoppen! Nazis in Remagen
entgegentreten: ---- Am 22. November wollen zum mittlerweile sechsten Mal in Folge
Neonazis aus ganz Deutschland in Remagen aufmarschieren. Das antifaschistische Bündnis
"NS-Verherrlichung Stoppen!" ruft zu einer überregionalen, antifaschistischen
Demonstration auf: Naziaufmärsche und NS-Verherrlichung stoppen! ---- NS-Verherrlichung
und deutsche Opfermythen ---- Remagen, eine kleine Stadt am Rhein zwischen Koblenz und
Bonn, ist bekannt für die erste alliierte Rheinüberquerung im Befreiungskampf gegen
Hitlerdeutschland. Die Nazis kommen allerdings nicht wegen der "Brücke von Remagen",
sondern wegen dem "Rheinwiesenlager", einer provisorischen Sammelstelle für deutsche
Kriegsgefangene, in dem unter kriegsbedingten Umständen ca. 1200 Gefangene starben. Die
Nazis erlügen sich Opferzahlen von über einer Millionen Toten und sprechen von einem
angeblichen Völkermord. Das Ziel ist klar: Die deutschen Verbrechen sollen relativiert und
deutsche Täter*innen zu Opfern verklärt werden.
Dass die Neonazis für ihre Geschichtsverdrehung Remagen als Bühne wählen, ist allerdings
kein Zufall. In Remagen gibt es die so genannte Friedenskapelle, die an das alliierte
Gefangenenlager erinnert. Auf einer im Boden eingelassen Gedenkplatte wird hier den
"Landsern", die in diesem "Schreckenslager" untergebracht waren, gedacht. Worte zu
deutschen Untaten und der deutschen Schuld finden sich nicht. In der Kapelle wird eine
Kopie der Skulptur "Schwarze Madonna" ausgestellt, ein Werk des ehemaligen Insassen des
Rheinwiesenlagers und NS-Künstlers Adolf Wamper. Dieses geschichtsrevisionistische Denkmal
und dessen Akzeptanz, stehen für uns für die tiefe Verankerung deutscher Opermythen.
Gegen die Nazistrukturen
Verantwortlich für die Aufmärsche war jahrelang die Nazikameradschaft Aktionsbüro
Mittelrhein [ABM]. Als diese 2012 aufgrund des Vorwurfs der Bildung einer kriminellen
Vereinigung zerschlagen wurde, sprang die Nazipartei Die Rechte ein. Dieses Jahr findet
die Veranstaltung laut Nazis unter neuer Versammlungsleitung statt. Geschuldet ist dies
wohl der Neustrukturierung der Neonaziszene in der Region. Die 26 inhaftierten Neonazis
des ABM haben seit Anfang 2014 alle die Untersuchungshaft verlassen. In der Region Remagen
und dem Kreis Ahrweiler besteht wieder bzw. immer noch eine gut vernetzte und
gewaltbereite Neonaziszene.
Wir stellen fest: Seit Jahren gab es von vielen Stellen so gut wie keine offene
Auseinandersetzung mit dieser Naziszene. Nach der staatlichen Zerschlagung des ABM wurden
Augen und Ohren erneut geschlossen - wenn sie überhaupt einmal geöffnet waren. Opfer der
Neonazigewalt, die nun vor Gericht steht, bekommen keine Aufmerksamkeit, dafür aber das
alte "Braune Haus" einen neuen Anstrich.
22.November - Antifaschistische Aktion:
Gegen die Nazidemo, gegen Opfermythen!
2013 haben wir erfolgreich die deutschen Opfermythen kritisiert und den Nazis gezeigt,
dass sie in Remagen nicht willkommen sind. Mit 450 Antifaschist*innen, waren die etwa 300
Nazis erstmals nicht mehr die größte Gruppe an diesem Tag. Trotz antifaschistischer
Proteste konnten die Nazis allerdings ihre Demo durchführen. Wir wollen es nicht
hinnehmen, dass auch dieses Jahr wieder Neonazis in Remagen aufmarschieren können. Wir
werden am 22. November solidarisch mit den fortschrittlichen Teilen der Zivilgesellschaft
und aktiven Nazigegner*innen in der Provinz dem Naziaufmarsch entgegentreten. Neben dem
Protest gegen den Naziaufmarsch und die Nazistrukturen vor Ort, gilt es vor allem der
Verdrehung der Geschichte hin zum deutschen Opfermythos entschlossen den Kampf anzusagen.
Kommt am 22. November zur antifaschistischen Demo und zum anschließenden Protest gegen den
Naziaufmarsch in Remagen! NS Verherrlichung stoppen! Gegen jeden Geschichtsrevisionismus!
------------------- Über Uns ---------------------
Anarcho-Syndikalistische Jugend
Libertäre Sozialist_Innen Darmstadt
Die Basis unserer politischen Ziele ist die Überzeugung, dass alle Menschen in der Lage
sind in einer solidarischen Gesellschaft, emanzipatorisch, gleichberechtigt, tolerant und
respektvoll miteinander in gegenseitiger Unterstützung leben können.
Wir streben nach einem gewaltfreien, basisdemokratischen und in allen Bereichen
selbstverwalteten Leben, da wir jegliche Formen von Zwängen und Hierarchien ablehnen. Das
bedeutet, dass niemand weder seine/ihre Stärken noch die Schwächen anderer ausnutzt,
weshalb sich für uns zwangsläufig die Auflösung bzw. die Belanglosigkeit des
Eigentumsbegriffs ergibt.
Innerhalb der Gruppe wird basisdemokratisch und durch Konsensfindung entschieden und
gehandelt, nicht nach bloßem Mehrheitsrecht. Wir möchten im Kleinen das praktizieren, was
wir uns für die gesamte Gesellschaft erhoffen. Außerdem wollen wir einen von Parteien,
etablierten Gewerkschaften und Verbänden unabhängigen Raum für politische Arbeit und
Diskussionen schaffen, in dem ein offener Prozess der (politischen) Selbstfindung und
Reflexion möglich ist. Die Gruppe und ihre Arbeit bzw. politische Ausrichtung soll dabei
immer offen und dynamisch bleiben, eben abhängig von den Menschen, die sich in ihr engagieren.
Unsere o.g. Grundeinstellung sehen wir im Anarchosyndikalismus definiert, verneinen jedoch
jede Form von Dogmatismus.
Somit stehen wir der "Freien Arbeiterinnen und Arbeiter Union" sehr nahe.
Wir sehen uns dabei aber nicht als Konkurrenz sondern vielmehr als Ergänzung, da wir
unseren Schwerpunkt auf den Alltag und die Lebenswelt von jungen Menschen legen.
Alles für Alle!
Für die soziale Revolution!
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