(de) FdA-IFA - Zwangsarbeit in Ettlingen und Karlsruhe 1939-1945 von libertäre gruppe karlsruhe

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Sat Oct 11 17:42:11 CEST 2014


Während des Zweiten Weltkrieges wurden mindestens 10 Millionen Menschen aus den von 
Nazi-Deutschland besetzten Ländern zur Arbeit im Deutschen Reich gezwungen. Ihre Lebens- 
und Arbeitsbedingungen waren gekennzeichnet durch eine nach rassistischen Kriterien 
differenzierte Diskriminierungshierarchie, an deren unterstem Ende die Sonderregelungen 
für Polen und die sowjetischen "Ostarbeiter"Innen standen. Das Nürnberger Tribunal wertete 
ihren Einsatz als Sklavenarbeit. Die Bundesrepublik Deutschland wehrte über Jahrzehnte 
"erfolgreich" alle Forderungen nach Entschädigungen ab. Lange Zeit beschäftigten sich nur 
wenige an der Aufarbeitung der NS-Geschichte, allein Interessierte wie z.B. 
Gedenkstätteninitiativen, Geschichtswerkstätten oder antifaschistische Gruppen wie die 
VVN-BdA. In den fachwissenschaftlichen Blickpunkt rückte das Thema in den 1980er Jahren 
und brachte grundsätzliche neue Erkenntnisse über ein Kriegsverbrechen. Eine Änderung in 
der politischen Ablehnung in der Entschädigungsfrage war damit jedoch nicht verbunden. 
Erst das Instrument von Sammelklagen Klagen in den USA während der 1990er Jahre und 
zunehmender Druck brachte die Bundesrepublik in Zugzwang, zu reagieren. 1998 bis 2001 fand 
ein Gefeilsche um die Höhe und Modalitäten von Entschädigungszahlungen, die aber nicht so 
heißen sollten, statt. Heraus kam die Bereitstellung von 10 Milliarden DM je zur Hälfte 
von deutschem Staat und deutscher Industrie für entsprechende Zahlungen sowie für 
weitergehende Förderprojekte der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft". Damit 
solle "kein Schlussstrich" unter deutsche Verantwortung gesetzt werden, wie es eilfertig 
hieß. Tatsächlich ging es den Wirtschaftsverbänden aber genau darum. Die 
politisch-öffentliche Beschäftigung mit Zwangsarbeit scheint seit dem Abschluss der 
Auszahlungen im Jahre 2007 abgeschlossen. Aufgrund des Alters von immer weniger 
Betroffenen ist auch kaum mehr mit einer Kampagne zugunsten von immer noch "vergessenen" 
Opfern zu rechnen.

Der Vortrag des Karlsruher Historikers Jürgen Schuhladen-Krämer geht auf Voraussetzungen 
und Verlauf des Einsatzes der seinerzeit als "Fremdarbeiter" bezeichneten Verschleppten 
ein und zeigt die Organisation der Zwangsarbeit vor Ort auf. Von Interesse sind auch 
einige der Verbindungen von Karlsruhe nach Ettlingen. Zwangsarbeit ist eine Facette des 
historischen Faschismus, der Umgang mit seinen nachwirkenden Auseinandersetzungen aber 
führt bis in die Gegenwart.

Beginn ist um 19:30 Uhr in der Scheune der Diakonie, Pforzheimer Str. 31, Ettlingen


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