(de) FAU-IAA - Unterstütze eine arbeitende Alleinerziehende aus Griechenland in ihrem Kampf für Gerechtigkeit

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Mon Mar 17 12:10:18 CET 2014


Trotz harter Arbeit wurde die Alleinerziehende von ihrem Chef um den Lohn geprellt. Weil 
sie sich das im Vertrag festgeschriebene teure Schlichtungsverfahren nicht leisten kann, 
ist sie auf Spenden zur Finanzierung ihrer Gerichtskosten angewiesen. ---- Der 
Foreigners-Sektion der FAU Berlin unterstützt die Crowdfunding Aktion von Eleftheria K. 
auf Indiegogo. Besuchen Sie die Webseite der Aktion, um einen Beitrag zu leisten: 
http://www.indiegogo.com/projects/help-greek-working-single-mom-fight-for-justice ---- 
Nachfolgend erzählt Eleftheria ihre Geschichte: ---- Im November 2012 habe ich einen 
Vertrag als Freelancerin für eine in Deutschland registrierte, aber von Dubai aus geführte 
Firma unterzeichnet. Der Vertrag legte fest, dass ich als Sachbearbeiterin den 
internationalen Launch von einem "von alter arabischer Tradition geprägten Heiratsnetwork" 
vorbereitete. Der Firmenbesitzer Yassin sagte zu, mir monatlich 1600 Dollar zu zahlen.

Ich habe bis Juli 2013 gearbeitet, aber nie meinen letzten Monatslohn erhalten. Yassin 
sagte, er würde nicht zahlen, weil ich in seinen Augen schlechte Arbeit geleistet hätte. 
Nach meiner Ansicht habe ich aber weitaus mehr geleistet, als im Vertrag festgeschrieben 
worden war. Selbst wenn ich schlecht gearbeitet haben sollte, gab es keine Regelung im 
Vertrag, die ihm erlaubt hätte, meinen Lohn abzusenken oder ihn komplett einzubehalten.

Normalerweise wäre ein solcher Streitfall zwischen einem Unternehmen und einer 
Freelancerin eine Routineangelegenheit für deutsche Gerichte. Allerdings steht in meinem 
Vertrag, dass Streitigkeiten vor der Deutschen Institution für Schiedsgerichtbarkeit (DIS) 
ausgetragen werden müssen. Die Verhandlungen dort sind sehr viel teurer als in deutschen 
Gerichten und durchschnittliche Streitsummen betragen Millionen von Euros. Wenn ich den 
Fall vor das DIS bringen wollte, müsste ich Gerichtskosten bezahlen, die ein Monatsgehalt 
übersteigen. Sollte Yassin sich zudem dazu entschließen, bankrott zu gehen, könnte es 
sein, dass ich nie bezahlt werde und auf den Gerichtskosten sitzenbleibe, selbst falls ich 
den Fall gewinnen sollte.

Darüber hinaus bin ich eine alleinerziehende Mutter, die in Griechenland lebt. Ich muss 
arbeiten, um mich und meine Tochter durchzubringen, da es hier keinerlei soziales 
Sicherheitsnetz gibt. Ich kann daher schlicht kein Monatsgehalt aufbringen, um das 
Schlichtungsverfahren einzuleiten. Meine Arbeit jeden Monat und das daraus resultierende 
Gehalt sind überlebenswichtig für mich, was Yassin genau weiß.

Man könnte fast vermuten, dass Yassin die DIS-Klausel in den Vertrag eingefügt hat, um mir 
mein letztes Monatsgehalt vorzuenthalten, weil er wusste, dass ich über die mit dem DIS 
zusammenhängenden Kosten nicht Bescheid wusste und sie nicht würde bezahlen können. Könnte 
es sein, dass Yassin die folgende Strategie verfolgte: Eleftheria hat kein Geld, also kann 
sie mich nicht verklagen, also kann ich sie abziehen?

Heutzutage arbeiten viele von uns über das Internet. Es ist oft schwierig, Arbeit zu 
finden, daher arbeiten einige für weit entfernte Chefs und in Ländern, in denen sich nicht 
über ihre Rechte bewusst sind. Wir haben nicht immer die Zeit und die Ressourcen, um das 
Kleingedruckte in den Verträgen zu überprüfen. Es ist schwer zu wissen, wem wir vertrauen 
können und wir können immer betrogen werden. In einer Situation wie der meinen können wir 
entweder kapitulieren oder kämpfen. Ich habe mich dazu entschieden, zu kämpfen! Wer mich 
unterstützt, gibt denjenigen, die versuchen, uns zu betrügen, eine Lehrstunde in 
Solidarität. Bitte beteilige dich an meinen Gerichtskosten, damit ich meinen Fall vor 
Gericht bringen kann!

Ich weiß, dass die Möglichkeit besteht, dass ich es nicht schaffen werde, die Summe zu 
sammeln, die erforderlich ist, um vor die DIS zu ziehen. Falls das eintrifft, werde ich 
dennoch probieren, mit den hier gesammelten Mitteln, die DIS Klausel durch eine Zivilklage 
für nichtig erklären zu lassen.

Sollte ich gewinnen, wird Yassin alle Gerichtskosten tragen müssen (es sei denn, er 
erklärt seinen Bankrott). Sollte dieser Fall eintreten, werde ich die erstatteten 
Gerichtskosten spenden. Ein Teil davon soll an die FAU gehen, eine Gewerkschaft in 
Deutschland, die mir geholfen hat, sodass durch dieses Geld andere Arbeitende, die für 
ihre Rechte kämpfen, unterstützt werden können. Ein anderer Teil soll an Kinderlächeln, 
eine nichtsstaatliche Hilfsorganisation, die sich um Waisenkinder kümmert, gehen.


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