(de) FAU-IAA - Direct Action #223 - Kulturguerilla -- Graphic Novel Rezension: "Unsichtbare Hände"

a-infos-de at ainfos.ca a-infos-de at ainfos.ca
Fri Jun 6 18:36:56 CEST 2014


Mit Hilfe einer SchlepperInnenorganisation wagt der Schneidergehilfe Rashid die Überfahrt 
von Marokko nach Europa. In Spanien möchte er das Geld verdienen, das seiner Familie das 
Überleben in Afrika sichert. Hauptsächlich umgeben von Menschen, die ihm nur Schlechtes 
wollen, mündet sein Existenzkampf als Papierloser im Wahnsinn. "Die Geschichte ist frei 
erfunden", so der finnische Autor und Zeichner Ville Tietäväinen, "aber es gibt tausende 
Variationen davon, die wahr sind." ---- Auch wenn die Geschichte schon oft erzählt wurde, 
auch als Comic und vielleicht besser: Man kann sie nicht oft genug erzählen. Denn die 
Politik, die Menschen wie Rashid zu Tausenden in den Meeren vor den europäischen Toren 
ertrinken lässt oder, sollten sie die Höllenüberfahrt überlebt haben, wie 
KriegsverbrecherInnen in ein Lager zusammenpfercht, ausbeutet und misshandelt, wird nicht 
humaner, sondern nur noch technisch ausgereifter, perfider und effizienter.

Dennoch muss ich sagen, dass mich der Graphic Novel nicht ganz überzeugt hat. Tietäväinen 
ist zweifelsohne ein hervorragender Zeichner, sein aktuell ins Deutsche übersetzter 
Graphic Novel "Unsichtbare Hände" leidet allerdings unter einem allzu spürbaren 
zeichnerischen Schematismus. Auch die Charaktere sind eher hölzern. Trotz jahrelanger 
ausführlicher Recherche des Autors bleibt vieles leider dem Klischee verhaftet.

Minou Lefebre

"Unsichtbare Hände"

von Ville Tietäväinen

avant-verlag

Hardcover, 216 Seiten, farbig, 29 x 21,5 x 1,6 cm

ISBN: 9783939080961

Preis: 34,95 Euro


More information about the A-infos-de mailing list