(de) Swiss, KARAKÖK AUTONOME TR/CH (FdA-Gruppe) Demonstration "Wem gehört Zürich?": Bunter Protest gegen Verdrängung und für bezahlbaren Lebensraum in der Stadt

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Tue Jun 24 09:26:42 CEST 2014


Zürich, 21.6.2014.Circa 2000 Menschen setzten heute mit einer bunten Demonstration unter 
dem Motto ,,Wem gehört Zürich?" ein unüberhörbares Zeichen gegen Gentrifizierung und 
Verdrängung durch Immobilienspekulation. Verschiedene Redebeiträge thematisierten die 
Zürcher Verdrängungsproblematik und forderten bezahlbaren Wohn-, Arbeits- und Kulturraum 
für alle. Das Abendprogramm mit Nachtessen und Konzerten findet auf dem Labitzke-Areal 
statt. Mit einer spektakulären Kletteraktion am Hafenkran und in der Nacht vor der 
Demonstration brandmarkten AktivistInnen rund 50 Baukräne als Symbol für die spekulative 
Bautätigkeit der Grossimmobilien-Konzerne wie Mobimo, PSP, SBB & Co. ---- Bei strahlendem 
Sonnenschein setzten heute zwischen 14h bis 16.30h mehr als 2000 Menschen lautstark ein 
Zeichen für eine bunte und lebendige Stadt, die nicht länger von Kapitalinteressen 
dominiert, sondern in der viele verschiedene Menschen und Kulturen ihren Platz finden 
sollen. Zahlreiche selbstgebaute Demofahrzeuge - eine Abrissbirne, verschiedene 
Klötzli-Häuser, ein Mobimo-Monster, Musikwagen sowie Transparente verströmten eine gute 
Stimmung. Verschiedene Gruppierungen verteilten Flyer und Pamphlete, inklusive gelbe 
Büschel als Symbol des Widerstandes gegen ,,Abriss auf Vorrat", sowie eine überarbeitete 
Neuauflage der Demo-Zeitung von Wem gehört Zürich. Die Demonstration wurde lautstark von 
einer Sambagruppe angeführt, welche PassantInnen und Demo-TeilnehmerInnen zum Tanzen 
brachte. Im Anschluss an die Demonstration zogen viele TeilnehmerInnen ins besetzte 
Labitzke-Areal, wo ein Fest mit Nachtessen (Vokü) und Konzerten stattfindet.

Die Aktion Wem gehört Zürich ist ein breites Bündnis von über 20 Organisationen aus dem 
sozialen bis subkulturellen Umfeld. Genossenschaften und Quartiervereine, 
MigrantInnen-Organisationen und karitativ-soziale Institutionen, MieterInnenverbände und 
besetzte Häuser, KünstlerInnen und Kleingewerbler setzten sich gemeinsam ein für 
bezahlbaren Wohn-, Arbeits- und Kulturraum und gegen Verdrängung. Denn so unterschiedlich 
diese Organisationen sind - wir alle sind von der Verdrängung durch den 
Kapitalverwertungsdruck in der Stadt Zürich betroffen und setzen sich auf ihre Art für 
Alternativen ein.

Reto P. vom Wem gehört Zürich meint: ,,Die Demo ist ein Erfolg! Tausende machten klar: Wem 
gehört Zürich? Uns allen! Und nicht den Spekulanten und kapitalstarken 
Immobilien-Konzernen, welche die Verdrängung fördern und von dieser profitieren. Mit allen 
meinen wir: allen Menschen - unabhängig von ihrem sozialen Status, Einkommen, Geschlecht, 
Alter, Herkunft oder sonstigen Unterscheidungsmerkmalen. Für eine bunte und lebenswerte 
Stadt wollen wir kämpfen. Denn die Stadt sind wir. Eben: wir alle!"

Verena Mühlethaler, Pfarrerin Offene Kirche St. Jakob sagte: ,,Als Pfarrerin im Kreis 4 
erfahre ich regelmässig, was Gentrifizierung und sogenannte Aufwertung für verheerende 
Wirkung auf Menschen haben kann. Gemeinsam mit Wem gehört Zürich wollen wir uns dafür 
einsetzen, dass es bezahlbaren Wohnraum für alle gibt!"

Ein Vertreter der Autonome Schule Zürich betonte: ,,Für weniger privilegierte Menschen, 
insbesondere MigrantInnen, wird es in Zürich immer enger. Auch für die Autonome Schule 
Zürich und ihre NutzerInnen sieht es kritisch aus: Ende August müssen wir alle von der 
Badenerstrasse raus. Wir wissen noch nicht, wohin wir gehen. Eins ist klar: Für unsere 
Deutschkurse brauchen wir viel Raum."

Auch VertreterInnen von Zwischennutzungen und Besetzungen wie die Zitrone an der 
Badenerstrasse oder dem Labitzke-Areal forderten in ihren Redebeiträgen mehr kulturelle 
Freiräume, kein Abriss auf Vorrat (wie zum Beispiel im ehemals besetzten Haus in der Binz 
geschehen) und eine weniger menschenverachtende Stadtenwicklung. Neben der Zitrone in 
Altstetten, wo über 300 KünstlerInnen und der Autonomen Schule auf Ende August gekündigt 
wurde, und dem nach wie vor teils gemieteten und teils besetzten Labitzke-Areal ist auch 
der beliebte Kultursquat Autonomer Beauty Salon akut von Räumung bedroht - dies obwohl die 
Mobimo Immobilien AG weder über eine Baubewilligung verfügt, noch das eigentliche 
Baubewilligungsverfahren mit einer öffentlichen Ausschreibung eingeleitet hat. Doch es 
geht nicht nur um diese Kultur-, Wohn- und Gewerbenutzungen - denn sehr viel mehr Menschen 
sind existentiell von der Verdrängung betroffen, insbesondere auch Alleinerziehende, 
MigrantInnen und ältere Menschen, die ebenfalls an der bunt gemischten Demonstration 
teilnahmen.

Bereits vor der Demo bekletterten unbekannte AktivistInnen in einer gross angelegten, 
spektakulären Aktion rund 50 Baukräne - inklusive Gentrifikations-Projekte wie 
Pfingstweidpark, SBB-Spekulationsschneise Hauptbahnhof bis Schlieren, Zollfreilager - und 
brandmarkten diese weit herum sichtbar mit gelbem Absperrband und teils mit Spruchbändern. 
Die Baukräne stehen für die spekulative Bautätigkeit der Grossimmobilien-Konzerne wie 
Mobimo, PSP, SBB & Co. und dem leichtfertigen Ausverkauf von Boden und Lebensraum an den 
Meistbietendenden durch die Stadt und den Kanton Zürich.

Weitere Hintergründe wie Informationen zu den unterstützenden Organisationen und alle 
Redebeiträge finden Sie auf www.wem-gehoert-zuerich.ch. Dort finden Sie auch das begehrte 
Demo-Magazin in elektronischer Form und Fotos in hoher Auflösung von der Demo und der 
nächtlichen Kran-Aktion, die Sie gerne in Ihrem Medium veröffentlichen können.

Redebeiträge

Reto Plattner (Wem gehört Zürich)
Verena Muehlethaler (Offene Kirche St. Jakob)
Felicitas Huggenberger (Mieter- und Mieterinnnenverband Kanton Zürich)
HannesLindenmeyer (Quartierbewohner Kries 4)
Autonome Schule Zürich (ASZ)
Herr Arnold (Labitzke-Areal)
Medienkontakte ,,Wem gehört Zürich": Reto Plattner (076 436 36 12), Rahel Nüssli (077 952 
45 33)

     (Fotos oben Klaus Rosza) 
karakok.wordpress.com/2014/06/23/demonstration-wem-gehort-zurich-bunter-protest-gegen-verdrangung-und-fur-bezahlbaren-lebensraum-in-der-stadt/

Wem gehört Zürich? Kletter-AktivistInnen beflaggen 50 Baukräne als Protest gegen 
fehlgeleitete Stadtentwicklung und fordern erschwinglichen Lebensraum für alle
Altstetten/Zürich, 21.6.2014. In der Nacht vom Freitag auf Samstag und als Auftakt zur 
heutigen Demonstration von ,,Wem gehört Zürich" kletterten schwindelfreie AktivistInnen 
auf knapp 50 Baukräne und markierten diese weit herum sichtbar mit Büscheln aus gelbem 
Absperrband. Die Standorte sind über die ganze Stadt verteilt und beinhalten 
Gentrifikations-Hotspots wie Pfingstweidpark, SBB-Spekulationsschneise, Freilager-Areal 
und Hohlstrasse (Höhe Labitzke-Areal). Es sind die gleichen gelben Absperrband-Büschel, 
wie sie derzeit das Labitzke-Areal zieren und der Mobimo ,,Finger weg!" signalisieren. 
Damit brandmarkten die Kletter-AktivistInnen einen Grossteil der derzeitigen Baukräne, die 
als Symbol für die spekulative Bautätigkeit der Grossimmobilien-Konzerne wie Mobimo, PSP, 
SBB & Co stehen. Es liegt in der Verantwortung der Stadt und Kanton Zürich, dem Ausverkauf 
von Grund und Boden sowie der fortschreitenden Ausgrenzung von Menschen aus der Stadt 
einen Riegel zu schieben. Die AktivistInnen setzten sich mit ihrem spektakulären Protest 
für erschwinglichen Lebens- und Freiraum, günstige Mieten und ,,kein Abriss auf Vorrat" 
bei gefährdeten Zwischennutzungen wie dem Autonomen Beauty Salon, der Zitrone und 
Labitzke-Areal ein - eine weitere Brache wie in der Binz ist nicht tolerierbar.

Bilder der Baukranen-Aktion in hoher Auflösung zum Downloaden siehe unten.

Die Demonstration zu Wem gehört Zürich, welche von rund 20 Organisationen unterstützt 
wird, startet heute um 14h bei der Ratshausbrücke und endet 16.30h beim Helvetiaplatz. Das 
Abendprogramm mit Vokü und Konzerten findet auf dem Labitzke-Areal statt.


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