(de) FAU Berlin - Kundgebung am 27. Juni: Schluss mit den Schikanen - Für bessere Arbeitsbedingungen in der Heinrich-Böll-Stiftung!

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Sun Jun 22 13:46:34 CEST 2014


Wo: Vor der Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin ----Wann: Freitag, der 
27. Juni 16.30 Uhr. ---- Jahrelang hat die Heinrich-Böll-Stiftung (HBS) den 
Veranstaltungs-Umbau und das Catering in ihren Räumen über illegale Leiharbeit 
organisiert. Im letzten Jahr wurde sie deshalb in einem von der Basisgewerkschaft FAU 
Berlin angestrengten Prozess dazu verurteilt, die betroffenen Kollegen direkt zu 
beschäftigen (Arbeitsgericht Berlin, 5.9.2013). Nachdem das Arbeitsgericht nun genaue 
Konditionen für die erkämpften Anstellungen festgesetzt hat, hat sich die HBS entschieden, 
in Berufung zu gehen. Damit wird die Stiftung, die mit öffentlichen Mitteln finanziert 
wird, erneut tausende Euro an Steuergeldern in den juristischen Kampf gegen 
Arbeitnehmerrechte investieren.

Gleichzeitig scheint die grüne Stiftung nicht von der Leiharbeit lassen zu wollen. Statt 
die nach dem Urteil zwangsläufig fest angestellten Kollegen in Umbau und Catering zu 
beschäftigen, werden die meisten von ihnen nur im Umbau eingesetzt. Im Catering - dem 
weitaus größeren Geschäftsbereich - setzt die die HBS weiter hauptsächlich auf Leiharbeit.

Während die grüne Stiftung in der Öffentlichkeit die Prekarisierung von 
Beschäftigungsverhältnissen vor allem im Ausland kritisiert, betreibt sie im eigenen Haus 
fortgesetzt die Verdrängung von festen Arbeitsplätzen durch Leiharbeit. Die 
LeiharbeiterInnen werden dann natürlich nicht nach dem in der Stiftung sonst üblichen 
Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst bezahlt, sondern nach dem Tarifvertrag der 
Zeitarbeitsbranche, der niedrigere Löhne vorsieht.

Doch damit nicht genug: Die Kollegen, die sich nun bereits seit über einem Jahr für 
bessere Arbeitsbedingungen in der Stiftung einsetzen, sollen allem Anschein nach mittels 
einer Zermürbungsstrategie aus dem Betrieb gedrängt werden. Zum Beispiel wird der Kollege, 
der die skandalösen Verhältnisse mit der ersten Klage aufdeckte, nur für zwei Stunden pro 
Woche in der Aussenstelle der Stiftung eingesetzt, wo er keine sinnvollen Aufgaben 
zugewiesen bekommt. Sein Gehalt fällt entsprechend gering aus. Mehrere der Kollegen haben 
zudem bereits Abmahnungen erhalten. Unseres Erachtens sind die Gründe dafür äusserst 
zweifelhaft.

Es liegt nicht nur im persönlichen Interesse der betroffenen Kollegen, vor einer 
willkürlichen Behandlung seitens der Chefetage geschützt zu sein. Denn wenn Menschen, die 
sich gewerkschaftlich engagieren unter Druck gesetzt werden können und ein Exempel an 
ihnen statuiert wird, dann betrifft dies uns alle. Gelingt es den Bossen aktive 
GewerkschaftsaktivistInnen zu demoralisieren, dann demoralisieren sie damit auch Menschen 
die in anderen Betrieben kämpfen, oder die sich gerade erst darüber klar werden, dass ein 
solcher Kampf notwendig ist. Gelingt es uns hingegen diejenigen durch unsere Solidarität 
zu schützen, die Courage beweisen und für sich und andere bessere Arbeits- und 
Lebensbedingungen erkämpfen, dann schaffen wir damit jedes Mal auch bessere 
Ausgangsbedingungen für alle andere Lohnabhängigen.

Wir rufen Euch deshalb dazu auf mit uns am 27. Juni für ein Ende der Schikanen und endlich 
für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Heinrich-Böll-Stiftung zu demonstrieren.

Ein Angriff auf Einige ist immer ein Angriff auf Alle!!!

Wir fordern:

Einsatz der Kollegen in Catering und Umbau, mit mindestens 10 Stunden bezahlter Arbeit in 
der Woche.
Gleiche Arbeitsbedingungen für alle betroffenen Kollegen, keine schlechteren Bedingungen 
für die Kollegen, die Zivilcourage bewiesen haben und als erstes klagten.
Keine Spaltung der Belegschaft in technische Beschäftigte und politisches Personal.
Keine Spaltung der Belegschaft in LeiharbeiterInnen und Festangestellte.
Zügige Lösung des Konfliktes durch Verhandlungen mit den Kollegen und ihrer Gewerkschaft 
statt Herauszögerung durch weitere Prozesse und den Gang durch weitere Instanzen.
Wo: Vor der Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin Wann: Freitag, der 27. 
Juni 16.30 Uhr.


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