(de) FDA-IFA - Sturm, Gitarren und Debatte - Ein turbulentes FAU-Soli-Konzert

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Fri Jun 6 19:17:54 CEST 2014


Am Freitag fand im Wums e.V. ein Soli-Konzert mit sechs Bands für die Nahrungs- und 
Gastro-Gewerkschaft (BNG) der FAU Dresden statt. Mit den Einnahmen soll der Druck neuer 
Arbeitsrechtsmaterialien mitfinanziert werden. Hier ein kleiner Bericht. ---- Nachdem 
Hagel und Platzregen am Nachmittag den Aufbau im Außengelände nicht eben vereinfacht 
hatten, begann das 3. FAU Soli-Konzert trotzdem halbwegs pünktlich um zwanzig nach acht. 
,,Dirty Dirk" + Support starteten vor noch etwas spärlicher Zuhörer_innenschaft mit 
bewegenden Folk-Balladen über Liebe, Drogenprobleme, Träume, aber auch einigem an Klamauk, 
was die Stimmung schnell auflockerte. Mit den ,,Kotschaftern" aus Dresden betrat 
anschließend der Punk erstmals am Abend die Bühne und der Pogo ließ nicht lange auf sich 
warten. Mit Songs über Bier, Biermangel, soziale Probleme und anderen, augenzwinkernd 
behandelten Themen gab die Band eine gute Show ab.

Zugleich bemühte sich die Gruppe mit dem Aktionslied ,,Sturzbier" um einen angemessenen 
Füllstand beim Publikum. Das Gewölbe füllte sich indes zunehmend und draußen wurde 
gleichzeitig das Lagerfeuer entfacht. Die anschließende Umbau-Pause nutzten einige 
Menschen im Park für eine Feuershow, die nach kurzer Zeit von einer kleinen Jamsession 
begleitet wurde (Wir haben angefangen. ;P). Weiter ging es mit Metalcore aus Freital: 
,,Bathory Æstate" knüppelten mit Druck gegen die Entfremdung und Kurzsichtigkeit unserer 
Zeit an. Dabei stand der Sänger platzbedingt inmitten des tanzenden Publikums. Dieses 
wurde von der Band dann auch kurzatmig und völlig durchgeschwitzt zurückgelassen.

Nun wurde es wirklich ein wenig turbulent; ,,Sozialer Fehltritt" aus Chemnitz spielten mit 
provokanten Lyrics gegen Faschismus und Kapital und für den Anarchismus. Ein wenig zu 
provokant für Teile der Anwesenden und der Organisator_innen - zumal die Kombination 
Punkrock und kleine Kellergewölbe nur eine geringe Verständlichkeit der einzelnen Strophen 
zuließen. So wurde das Konzert an zwei Stellen für Diskussionen zwischen Band, 
Organisator_innen und Publikum unterbrochen. Dabei wurden beide Seiten am Mikrophon gehört 
und die Möglichkeit zu weiterer Diskussion eingräumt. Als Organisator_innen begrüßen wir 
diesen Prozess, Musik kann auch mal diskutabel sein und sollte dann auch diskutiert 
werden. Eben weil es um Kultur und nicht nur um Konsum geht. Zu emanzipatorischer Kultur 
gehört dann für uns auch, sich mit der dargebotenen Kunst auf Augenhöhe auseinander zu 
setzen. Enttäuscht sind wir hier von einigen Gästen, die es scheinbar für unzumutbar 
hielten den Sachverhalt kurz zu klären und die sich respektlos und herablassend gegenüber 
Menschen mit anderen Ansichten äußerten. Ebenso enttäuscht sind wir von der Band, die sich 
im Vorfeld zu den beiden strittigen Liedern hätte äußern sollen, statt diese einfach in 
den Raum zu stellen. Diese Problematik ist der Band auch spätestens seit 2012 bekannt. 
Traurig ist auch, dass die Band, nach den Liedern befragt, auch nur Recht schwach 
argumentieren konnte. Gerade wenn in Liedern Kontexte wie die Shoa theamtisiert werden, 
empfiehlt es sich nach Meinung der Organisator_innen dies mit einiger Überlegung und 
Sachverstand zu tun. Die Diskussion um diesen Vorfall ist innerhalb der FAU Dresden noch 
nicht abgeschlossen und wir sind zu diesen Thema weiterhin ansprechbar. Ebenso werden wir 
uns in Zukunft um bessere Absprachen mit den Musiker_innen bemühen.

Mit diesem polarisierenden Auftritt war der Abend jedoch noch lange nicht beendet. Etwa 
gegen 1 Uhr spielte die anarchistische Folkband ,,Alarm" aus Dresden auf und erhielt 
umgehend lautstarke Unterstützung aus dem Publikum. Nach über einer Stunde libertärer 
Liedgutdarbietung der traditionellen Sorte und einigem an Tanz, zog die Band für 1-2 
Zugaben ans Lagerfeuer um, um den Umbau zu ermöglichen. Mit ,,Dampf in allen Gassen" trat 
nun ein Projekt der Rotzfrechen Asphaltkultur auf. Mit Saxofon, Akkordeon, Ukulele, 
Gitarre, Kontrabass, Trommeln und anderen Instrumenten besang die Band die Revolution, 
prangerte Mieter_innenverdrängung an, erzählte vom Diebstahl aus sozialer Not und rappte 
über garstige Chef_innen. Gegen 4 Uhr endete dann schließlich auch dieser kraftvolle 
Auftritt und die Feier ging mit Geklimper am Lagerfeuer und Musik aus der Konserve weiter, 
bis gegen 7 Uhr auch die letzten Gäste aufgaben.

Während des Abbaus am nächsten Tag standen im Übrigen durch sintflutartige Regenfälle die 
Straßen um das Wums herum z.T. knietief unter Wasser und auch der Keller blieb nicht 
gänzlich trocken. Die hektischen Aufräum- und Schöpfarbeiten ließen die Musiker_innen von 
,,Dampf in allen Gassen" dann mit einer weiteren Jam-Session im Hausflur ausklingen.

Wir bedanken uns herzlich bei den Bands, der Technik, dem Haus, den vielen Helfer_innen 
und den Gästen, war ein feiner Abend, bis zum nächsten mal!


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