(de) FAU - Gegen Diskriminierung bei der Böll-Stiftung
a-infos-de at ainfos.ca
a-infos-de at ainfos.ca
Thu Jul 3 17:30:54 CEST 2014
Veröffentlicht am 30.06.2014 -- Kategorien: Bildung Böll-Stiftung Allgemeines Syndikat
Nach über einem Jahr des Konfliktes um verdeckte, illegale Leiharbeit und
gewerkschaftliche Rechte in der Heinrich-Böll-Stiftung (HBS) protestierten am Freitag, dem
27. Juni 2014, nach einem Aufruf der Freien Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union (FAU) Berlin
gut 40 Menschen vor dem Hauptsitz der grünen Parteistiftung. Anlass waren die aktuellen
Schikanen der Geschäftsführung gegenüber den kämpferischen Kollegen, mit denen man
offenbar versucht, unliebsame Beschäftigte endgültig aus dem Betrieb zu verdrängen. ----
Am Rande des Kongresses ,,Baustelle Neuer Generationenvertrag", der mit viel Prominenz aus
Politik, Wissenschaft und Medien an diesem Wochenende in der Stiftung veranstaltet wurde,
informierten die GewerkschaftsaktivistInnen über den aktuellen Stand des Konfliktes. Der
Berliner Musiker Paul Geigerzähler http://geigerzaehler.blogsport.de/ begrüßte dabei die
eintreffenden KonferenzteilnehmerInnen mit Interpretationen bekannter Protestlieder und
seinen eigenen Songs auf der Geige.
Im Laufe des Konfliktes hatte die HBS die Leiharbeit in ihrem Konferenzzentrum legalisiert
und setzte auch bei diesem Kongress zur Generationengerechtigkeit ganz offiziell
LeiharbeiterInnen ein, die den prominenten Gästen Erfrischungen servierten. Wie die
ursprüngliche Belegschaft des Konferenzzentrums auch, gehören sie eher einer jüngeren
Generation an, als die meisten übrigen MitarbeiterInnen der HBS und
KonferenzteilnehmerInnen. ,,Wir fragen uns, ob sich die HBS einen neuen
Generationenvertrag so vorstellt, dass die Jüngeren in Leiharbeit und Outsourcing
arbeiten. Jung und Billig: wohl bekomm's!" hieß es dazu in einem Redebeitrag. ,,Es geht
auch um die Frage, ob eine grüne Stiftung, die sich seit Jahren kritisch mit den sozialen
Folgen der Prekarisierung in Deutschland und Europa auseinandersetzt, in ihrem eigenen
Betrieb prekäre Leiharbeit nutzen kann."
Bereits im September letzten Jahres hatte das Arbeitsgericht Berlin die Stiftung in einem
von der FAU angestrengten Pilotprozess dazu verurteilt, den ersten der KollegInnen zu
übernehmen, die zum Teil über Jahre im Konferenzzentrum der Stiftung illegalerweise als
LeiharbeiterInnen in Veranstaltungsumbau und Catering beschäftigt worden waren. Nun war
bei einem zweiten Verhandlungstermin das Urteil über Arbeitszeit und Lohnhöhe des Kollegen
gefällt worden - doch obwohl das Urteil durchaus nicht in allen Punkten den Forderungen
der FAU entsprach, legte die Geschäftsführung Berufung ein.
In Redebeiträgen wurden auch die aktuellen Schikanen der Geschäftsführung kritisiert, die
durch ihre Berufung eine juristische Klärung des Konfliktes zu hohen Kosten immer weiter
hinauszögert, den Kollegen noch immer nur sehr geringe Arbeitszeiten und entsprechend
niedriges Einkommen auferlegt und sie auch durch innerbetriebliche Ungleichbehandlung
weiterhin nicht voll in den eigenen Betrieb integriert. Zudem spricht sie in letzter Zeit
vermehrt Abmahnungen aus, offenbar um den Kollegen kündigen zu können.
Der Aufruf "Schluss mit den Schikanen - Für bessere Arbeitsbedingungen in der
Heinrich-Böll-Stiftung!" findet sich
hier.https://berlin.fau.org/news/kundgebung-am-27-juni-schluss-mit-den-schikanen-fuer-bessere-arbeitsbedingungen-in-der-heinrich-boell-stiftung
More information about the A-infos-de
mailing list