(de) FAU Berlin - Die Böll-Stiftung: Neues Jahr - der selbe Mist!

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Sun Jan 12 10:22:33 CET 2014


Nach über einem halben Jahr der gewerkschaftlichen Auseinandersetzung müssen wir 
feststellen, dass sich an der prekären Praxis und gewerkschaftsfeindlichen Haltung der 
Böll-Stiftung noch immer nichts geändert hat. Eine Stiftung, die nicht müde wird, 
Partizipation hochzuhalten und sich für Protestbewegungen in autoritären Staaten 
einzusetzen, ist sich nicht zu dumm, diese Partizipation in ihrem eigenem Haus zu 
verhindern und die Rechte der Beschäftigten mit Füßen zu treten. ---- Nach wie vor werden 
dem ersten eingeklagten Festangestellten normale MitarbeiterInnenrechte wie der Zugang zum 
EDV-System der Stiftung verwehrt, zudem wird er ohnehin nur auf einer Pseudostelle im 
Archiv der Stiftung - einer Außenstelle - zu geradezu absurden Bedingungen beschäftigt: so 
muss er derzeit einmal wöchentlich zwei Stunden zwischen 7 und 9 Uhr morgens Stühle hoch 
und wieder runter stellen.

Diese Arbeitsbeschaffungsmaßnahme der Stiftung soll dabei die Grundlage dafür liefern, ihn 
und alle folgenden KollegInnen, die sich bereits eingeklagt haben und auf ihre Einweisung 
warten, in einer niedrigen Entgeldgruppe einzugruppieren sowie niedrige Stundenzahlen zu 
rechtfertigen, die unter den ihnen zustehenden 10 Stunden Mindestwochenarbeitszeit liegen. 
Das eigentliche Ziel der Stiftung bei diesen Stellen scheint ohnehin der Verzicht der 
Angestellten auf ihre Arbeit und ihr freiwilliger Rückzug zu sein. Die Geschäftsführung 
der Böll-Stiftung schert sich einen Dreck um die betroffenen MitarbeiterInnen, die zum 
Teil bereits seit etlichen Jahren bei der Böll-Stiftung beschäftigt sind, deren 
Gewerkschaft und um geltendes Recht.

Während die Stiftung in ihren Konferenzen gerne auf Tuchfühlung mit sozialen Bewegungen 
geht, scheint die Präsenz einer basisdemokratischen und kämpferischen Gewerkschaft für 
pure Abwehrreaktionen zu sorgen. Der mehrfach angebotene Dialog und darüber hinaus jede 
gewerkschaftliche Vertretung wurde von der Geschäftsführung bisher immer abgelehnt und 
einzig und allein die anwaltliche Kommunikation und das Warten auf ausstehende Prozesse 
bevorzugt. Hinter vorgehaltener Hand macht die Stiftung klar, dass die FAU für sie eine 
Plage darstellt und agiert dabei genauso dumpf wie jede (andere) autoritäre 
Ausbeuterklitsche, die sich eine kämpferische Gewerkschaft vom Hals halten will, indem 
etwa gewerkschaftliche Informationen vom schwarzen Brett binnen kurzer Zeit verschwinden.


Seit einigen Wochen werden von uns daher auch KooperationspartnerInnen der Stiftung über 
das belegschafts- und gewerkschaftsfeindliche Verhalten der Geschäftsführung informiert 
und um Mithilfe für bessere Beschäftigungsverhältnisse gebeten. Durch Nachfragen an die 
Böll-Stiftung und mit der Thematisierung des Arbeitskonflikts bei ihren Veranstaltungen 
haben ReferentInnen bereits einen hilfreichen Beitrag für das gute Recht der betroffenen 
Beschäftigten geleistet.

Insbesondere die sozialen Bewegungen und Schnittstellen zu AktivistInnen verdienen es, 
über die antidemokratische und antiemanzipatorische Praxis der selbsternannten grünen 
Ideenagentur aufgeklärt zu werden. Gerade für sie dürfte es besonders schwer 
nachzuvollziehen sein, wie die ,,Wertschätzung" für das technische Personal bei der 
Böll-Stiftung aussieht, das soweit es eben geht nach wie vor durch Leiharbeit und 
Outsourcing gestellt wird und mittlerweile unter noch prekäreren Bedingungen als vor der 
Klage arbeitet.

Die FAU Berlin wird im neuen Jahr eine deutlichere Sprache sprechen, um sich für 
gewerkschaftliche Mindeststandards in der Stiftung, gegen Outsorcing und Leiharbeit sowie 
für korrekte Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen insbesondere der neuen KollegInnen 
stark zu machen - eine Tatsache, die für eine grüne parteinahe Stiftung eigentlich 
beschämend genug sein müsste.

Für weitergehende Informationen und Chronologie der Ereignisse, siehe die Übersicht.


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