(de) FDA-IFA, Gai Dào #36 - Anarchistische Mobilisierung im Israel/Palästina-Konflikt - Teil 2

a-infos-de at ainfos.ca a-infos-de at ainfos.ca
Thu Jan 9 09:59:16 CET 2014


Vorwort der Redaktion: Der erste Teil dieses Artikels ist in der vorangegangenen 
Gaidao-Ausgabe (Nr. 35) zu finden. ---- Bi-Nationalität ---- (...) In diesem Fall heißt 
direkte Aktion, dass Anarchist*innen, die soziale Beziehungen ohne Hierarchie und Dominanz 
vorschlagen, solche Beziehungen selbst herstellen, in ökologischen Gemeinschaften, 
städtischen sozialen Zentren, nicht am Profit ausgerichteten Bereichen des Handels 
außerhalb des kapitalistischen Marktes usw. So verwenden sie direkte Aktionen, um eine 
neue Gesellschaft aufzubauen, innerhalb der Schale des Bisherigen. (...) ---- Dieser 
konstruktive Aspekt der direkten Aktion zeigt sich in Mobilisierungen durch die manifest 
unterschiedlichen Beziehungsstrukturen zwischen Israel*innen und Palästinenser*innen - 
solche, die auf Partnerschaft, Solidarität und Empathie basieren, statt auf Fremdheit,
Trennung und Angst.

Die gemeinsame Kampagne gegen die Segrega-
tionsbarriere ist deshalb zu einem langwierigen Experiment in Bina-
tionalismus geworden, ein Kontakt von Angesicht zu Angesicht an
den Barrikaden, wo Israel*innen und Palästinenser*innen ihre ste-
reotypen Identitäten gegenseitig abbauen können und eine geteilte
Gemeinschaft des Widerstandes erschaffen können. Nazeeh Sha'labi
sagt:

"Wir wollen zeigen, dass die israelischen Menschen keine Feinde sind;
die Möglichkeit für Israel*innen schaffen, mit uns als Nachbar*innen
zusammenzuarbeiten und unseren Widerstand zu unterstützen ...
Unser Camp zeigte, dass Frieden nicht durch Mauern und Trennung
geschaffen wird, sondern durch Kooperation und Kommunikation
zwischen den zwei Völkern, die in diesem Land leben. Im Mas'ha
Camp haben wir vier Monate lang 24 Stunden am Tag zusammenge-
lebt, zusammen gegessen und miteinander gesprochen. Unsere Angst
war nie voreinander, sondern nur vor den israelischen Soldat*innen
und Siedler*innen."

Aufmerksamkeit sollte der Natur der binationalen Allianz geschenkt
werden, die in dieser Kampagne entstand. Der gemeinsame Wider-
stand wurde die gesamte Zeit explizit von Palästinenser*innen an-
geführt. Israelische und internationale Aktivist*innen partizipierten
bewusst in ihm als Unterstützer*innen, als Antwort auf die Einla-
dung der palästinensischen Basiskomitees. Der israelische Anarchist
Yossi Bar-Tal argumentierte, dass "wir nicht in Palästina arbeiteten,
um zu erziehen ... Wir haben nie Flyer auf Arabisch verteilt, um zu
erklären, was Anarchie bedeutet und warum du bei uns mitmachen
solltest, weil dies nicht unser Weg ist ... Wir sind nicht dort, um zu
erziehen, weil, während sie von unserem Staat okkupiert werden, wir
keinen Grund haben hinzukommen und zu predigen."

Die Wichtigkeit der anarchistischen Perspektive hierin kommt in
dem Unterschied zwischen der Praxis dieses gemeinsamen Wider-
stands und den zahlreichen gut finanzierten und komplett entpoliti-
sierten Dialogen und Koexistenz-Projekten zum Ausdruck. Letztere
sind eine wachsende Industrie, angefangen bei "Seeds for Peace"-
Sommer-Camps und Jugenddialog-Programmen bis hin zu isaelisch-
palästinensischen Ausstellungen und runden Tischen in Europa und
den USA. Das große Problem solcher Projekte ist für die palästinen-
sischen und auch israelischen Dissident*innen, dass ihre Räumlich-
keiten und Sprache die Realität der Besatzung unter der falschen Vor-
stellung der Gleichheit ihrer Teilnehmer*innen maskieren. Indem sie
die Wurzeln des Konflikts in der gegenseitigen Unkenntnis und den
Verdächtigungen auf beiden Seiten suchen, verdecken sie die große
Ungleichheit der Machtverteilung, die im Spiel ist, und münden in
einen für anarchistische Mobilisierung unakzeptablen Versuch, die
Beziehungen zwischen Israel*innen und Palästinenser*innen zu nor-
malisieren, als wäre die Besatzung bereits beendet.

Im Gegensatz dazu findet der gemeinsame Widerstand in voller Aner-
kennung der Ungleichheit zwischen den israelischen und palästinen-
sischen Teilnehmer*innen statt - auf dem Gebiet der ökonomischen
Ressourcen, der Bewegungsfreiheit, der Sicherheit vor willkürlicher
staatlicher Gewalt usw.

Diese Anerkennung wurde in Teilen durch die anarchistische Pers-
pektive der israelischen Teilnehmer*innen möglich, die sie auf diese
Art von der zionistischen Erzählung trennt, eine unnötige, künst-
liche Neutralität aufzugeben, die durch die Diskussion von Koexis-
tenz aufrecht erhalten wird. Der gemeinsame Widerstand bleibt eher
durchdrungen von einem Geist geteilter Feindschaft gegenüber dem
Regime der Besatzung und der Ablehnung einer falschen Normalität.

Anführer_innen

Fragen der Führerschaft und Machtdynamiken innerhalb von Grup-
pen waren in radikalen sozialen Bewegungen seit spätestens Ende der
1960er umstritten. (...) Wie das Beispiel AAtW zeigt, ist das Ziel einer
Arbeit im Geiste voller Kooperation ohne Anführerschaft oft durch
Etablierung informeller Machtkonzentration beeinträchtigt. Im Juni
2006 schreibt ein Teilnehmer*in der Gruppe im E-Mail-Verteiler:

"Ich bin tief entmutigt zu sehen, dass in der israelischen anarchis-
tischen Bewegung Anführer existieren - jene starken und charis-
matischen Männer, die sich Verhaftungen und Medienaufmerk-
samkeit rühmen, denen jede*r folgt und zuhört. Sie sagen, dass sie
Anarchist*innen seien und keine Rangzeichen auf ihren Schultern
tragen und dass die meisten Entscheidungen unter ihrer Mithilfe
durch eine Mehrheit in demokratischen Abstimmungen stattfinden,
aber in der Praxis geschieht unter der Oberfläche alles in Einverneh-
men mit ihren Wünschen und in der Praxis ist ihre Stimme größer,
lauter und gleicher als die Anderer."

(...) Die Mail könnte eine tiefere feministische Kritik darstellen, die
mehrere Frauen in AAtW als maskuline Kultur von Aktivität und
Führerschaft bezeichnet haben.

Während ein ungefähres, zahlenmäßiges Gleichgewicht zwischen
Männern und Frauen in Führungsrollen bleibt, ist es völlig unge-
klärt, ob dies einen feministischen Prozess oder eine Aufgabe von
Geschlechterrollen widerspiegelt.

In Mails an den Autor haben einige Frauen auf eine Kultur hinge-
wiesen, die ihnen abverlangt, ein selbstsicheres, raumeinnehmendes
Verhalten von Männern zu akzeptieren. Auch der Fokus der Gruppe
auf die kurzfristige Organisierung von Demonstrationen wurde von
ihnen kritisiert, als eine "wham, bam, thank you ma'am politics" - im
Kontrast zu weniger spektakulären, aber nachhaltigeren Projekten
der gegenseitigen Hilfe mit den Dörfern.

Den wichtigen strukturellen Grundlagen für die Ausbildung von Füh-
rungsdynamiken sollte mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Die For-
schung hat insbesondere die ungleiche Verteilung politischer Ressourcen
herausgestellt, die ein Schlüssel zur Aneignung von Macht darstellen, um
in informellen Bewegungen zu handeln. Solche Ungleichheiten führen
nicht zu einer Dominanz, wenn damit die Möglichkeit gemeint ist, andere
zu bestrafen oder ihr Verhalten zu kontrollieren, sondern eher verschiedene
Grade von Einfluss. Letzteres kann z. B. darin bestehen, die Möglichkeit zu
haben, Kooperationen zwischen Bewegungen zu befördern.

Politische Ressourcen, die für ungleiche Verteilungen anfällig machen,
sind also nicht nur Zugang zu Geldern oder materieller Infrastruktur, wie
Veranstaltungsräumen und Autos, sondern auch immaterielle Ressourcen
(Kulturkapital): Kompetenzen, Wissen und Kontakte.

(...) Im Fall der AAtW scheint insbesondere diese politische Ressource für
die Entstehung von ungleichem Einfluss zentral zu sein. Dies liegt an der
Wichtigkeit persönlicher Kontakte zu den Anführer*innen der Basiskomi-
tees gegen die Mauer in zahlreichen palästinensischen Dörfern. Nur we-
nige Teilnehmer*innen in der Gruppe haben die Zeit und Ressourcen, in
der Westbank herumzureisen und diese Kontakte zu etablieren. Außerdem
wenden sich neue Basiskomitees, die Unterstützung für ihre Demonstra-
tionen suchen, an bereits bestehende palästinensische Komitees, um sich
mit relevanten Kontakten zu versorgen, und diese werden sie natürlich an
Aktivist*innen verwiesen, mit denen sie bereits zusammenarbeiten. Eine
Umverteilung dieser Ressource auf eine Art und Weise, die mehr Gleich-
heit in der Gruppe erzeugt, ist sehr schwierig. Aufgrund des Anwachsens
von persönlicher Vertrautheit und Vertrauen ist eine Beziehung zu einem*r
palästinensischen Koordinator*in nicht einfach übertragbar auf eine*n
andere*n Aktivist*in, der Erstere*r fremd ist.

Nachhaltigkeit und Effektivität

(...) Ich würde gerne kurz einen Faktor diskutieren, der die Effektivität von
AAtW und Gruppen der direkten Aktion generell beeinflusst: die Fähig-
keit, Burnout als Ergebnis staatlicher Repression zu bewältigen. Während
es die Medienaufmerksamkeit erregt, ist Repression sowohl emotional als
auch physisch gefährlich für die Teilnehmer*innen und schwächt das lang-
fristige Überleben von Gruppen. Wie oben beschrieben wurde in Bil'in die
Begegnung mit Pfefferspray, Schlagstöcken und Schockgranaten zu einem
wöchentlichen Erleben. Während dies offensichtlich nicht mit der tödlichen
Brutalität gegenüber Palästinenser*innen gleichgesetzt werden kann, ist
die Erfahrung von staatlicher, gewalttätiger Repression für die israelischen
Anarchist*innen sicherlich beträchtlich, im Vergleich zu nordamerikani-
schen oder europäischen Aktivist*innen.

Die junge Israelin namens Gil Na'amati war die erste Israelin, die durch
Soldat*innen während des Widerstands gegen die Barriere am 26.12.2003
ernsthaft verletzt wurde, als sie in der Seite von einer Kugel getroffen wurde
und aufgrund eines hohen Blutverlustes fast ihr Leben verloren hätte. Es gab
auch einige Fälle, in denen Israel*innen von Reizgasgranaten oder Gum-
migeschossen am Kopf getroffen wurden, wobei eine Person eine schwe-
re Verletzung erlitt. Israelische Sicherheitskräfte haben Demonstrationen
auch als Möglichkeit benutzt, um weniger tödliche Waffen zu testen,
wie Pfefferbälle (eine kleine, transparent-rote Kugel, die ein extrem
irritierendes Pulver enthalten) und Tze'aka (hebräisch für "Schrei"),
eine minutenlanger Ausstoß eines ohrenbetäubenden Lautes, der von
einem Gerät an einem Fahrzeug gesendet wird und Gleichgewichts-
störungen und Übelkeit verursacht.

Paradoxerweise wuchs die Medienaufmerksamkeit gegenüber des ge-
meinsamen Widerstands durch die Verletzung israelischer Beteilig-
ter (wenigstens 10 Palästinenser*innen wurden während dieser Kam-
pagne getötet). Bis zur Verletzung Na'amatis agierte AAtW - trotz
all ihrer Bemühungen die Medien anzulocken - weitgehend ohne
von der israelischen Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden. Der
staatliche Gebrauch potenziell tödlicher Gewalt gegen jüdische Bür-
ger_innen machte den Widerstand jedoch dramatisch sichtbar und
löste eine hitzige öffentliche Debatte über die Angriffe der Armee auf
unbewaffnete Protestler*innen aus. Obwohl das Medienecho sich in
erster Linie auf Armeetaktiken reduzierte, eröffnete sich auch ein
Debattenraum innerhalb der israelischen Mainstream-Medien über
eine Kritik an der Politik der Teilung.

Die hohe Medienaufmerksamkeit, die durch die staatliche Repressi-
on hervorgerufen wurde, führte zu verbreitetem posttraumatischen
Stresssyndrom unter den Beteiligten des AAtW und verursachte
Burnout und den Rückzug von Aktivitäten.

Posttraumatischer Stress ist ein Aspekt, auf das Bewegungen, die
weltweit auf die direkte Aktion setzen, erst langsam eingehen. Als
Folge von Repression erleben Aktivist*innen in der Regel Ängste, De-
pression, Panikattacken und Hyperwachsamkeit, ebenso wie körper-
liche Symptome von chronischer Übermüdung und Muskelverspan-
nungen bis hin zu unregelmäßigen Pulsfrequenzen und Änderungen
im Menstruationszyklus.

Im Fall der AAtW-Initiative beeinträchtigte die Ansammlung un-
behandelter posttraumatischer Stress-Syndrome die Kraft und das
Durchhaltevermögen. Die Vertrautheit mit der Gruppe legt Nahe,
dass ein Grund für die Vernachlässigung die Langzeiteffekte, die
Repression zu behandeln, ein Ethos persönlicher Aufopferung und
Belastbarkeit war, das mehr als eine*n der Beteiligten antrieb.

In jüngster Zeit jedoch begann die Gruppe verstärkt, diesem Aspek-
ten bewusst Aufmerksamkeit zu schenken und ein Team israelischer
Aktivist*innen, die sich in posttaumatischer Behandlung ausbildete,
bietet Beratung, Workshops und Publikationen über das Phänomen
an. (...)
Ich würde eine Bewertung auf drei Ebenen vor
schlagen, die auf kurz-
fristigen, mittelfristigen und langfristigen Zielen [von Widerstand
gegen die Mauer durch AAtW, Anm.  d.  Ü.] basieren. Kurzfristige
Ziele wurden fast nie erreicht (...). In den wenigen Fällen, in denen
der Verlauf der Mauer geändert und Landenteignungen rückgängig
gemacht wurden, lag die erwiesene Ursache nicht in der direkten Ak-
tion vor Ort, sondern im Erfolg von Eingaben vor dem israelischen
Gericht durch die Dorfbewohner*innen. (...) Gleichzeitig ist klar, dass
die Unterstützung durch AAtW und internationale Aktivist*innen
die Dorfbewohner*innen ermutigte und einen Anteil daran hatte,
deren Entschluss zu stärken, zusätzlich zu den Protesten den legalen
Weg zu durchschreiten. Es kann auch, obwohl nicht beweisbar, argu-
mentiert werden, dass die hohe Aufmerksamkeit für den Widerstand
gegen die Mauer in den anklagenden Dörfern die Entscheidungen der
Richter an den Gerichten beeinflusst hat, die in den meisten Fällen
Eingaben gegen den Verlauf der Mauer abgewiesen hatten. Langfris-
tige Ziele wurden offensichtlich nicht erreicht: Die Okkupation dau-
ert an und es ist keine soziale Revolution gegen den Kapitalismus und
den Staat am Horizont sichtbar. (...).

Trotzdem wäre es ein Fehler, die Kampagne von AAtW als uneffek-
tiv abzuschreiben. Das liegt daran, dass mittelfristige Ziele - einen
gemeinsamen Widerstand aufzubauen, die Politik der Trennung zu
delegitimieren und die Lüge der "Es gibt keinen Partner"-Formel
bloßzustellen - fast sofort erreicht wurden.

Die Anwesenheit von Israel*innen und Internationalen zwang
die Armee, das Repressionsniveau gegen die protestierenden
Palästinenser*innen signifikant zu reduzieren, und ermöglichte eine
fortlaufende Kampagne von Protest und direkte Aktionen gegen die
Mauer. Die Praxis der direkten Zusammenarbeit von Angesicht zu
Angesicht wurde von einer seltenen Ausnahme zu einem Paradigma
der Anti-Okkupations-Aktivitäten innerhalb der weiteren israeli-
schen Linken, und hat bewiesen, dass dort tatsächlich Partner*innen
auf der palästinensischen Seite sind, die bereit sind, Beziehungen
gegenseitiger Hilfe und Respekt mit Israel*innen aufzubauen. Der
gemeinsame Widerstand war vielleicht auch darin erfolgreich, die
Mauer zu delegitimieren. Zwischen Oktober 2003 und April 2006 ver-
doppelte sich die Minderheit der Israel*innen, die grundsätzlich ge-
gen den Bau der Mauer sind, von 6,8 Prozent auf 12,8 Prozent.

(...) Es kann gesagt werden, dass der gemeinsame Widerstand einen
bedeutenden Einfluss auf die hegemoniale Konstruktion von Reali-
tät im israelischen Diskurs hatte. Am wichtigsten, er hat kräftig die
Konstruktion von Palästinenser*innen als "die Anderen", gesichtslo-
sen, renitenten Feinde, die die Jüdinnen ins Exil treiben wollen oder
Schlimmeres, herausgefordert. Dass dies ein Ziel von AAtW war, geht
deutlich aus einem anderen Teil ihres oben erwähnten Zitats hervor:

"Seit wir uns erinnern können, wurden wir einer Gehirnwäsche von Hass
und Angst vor unseren palästinensischen Nachbar*innen ausgesetzt ...
Uns wurde gesagt, dass unsere Hände in Frieden ausgestreckt sind, dass
aber niemand dort ist, mit dem geredet werden könnte. Aber diese Lügen
wurden bloßgestellt und können von jeder Person gesehen werden, die an
den Aktionen gegen die Okkupation teilnimmt. Wir haben gemeinsam
unter den Olivenbäumen geschlafen (bevor sie gefällt wurden), wir sind
zusammen zur Mauer marschiert und wir werden weiterhin gemeinsam
Widerstand leisten - Palästinenser*innen, Israel*innen und Internationa-
le - für Gerechtigkeit und Gleichheit für alle."

Es ist wichtig zu betonen, wie entgrenzend die Praxis des gemeinsa-
men Kampfes im Kontext des hegemonialen öffentlichen israelischen
Bewusstseins ist. Die Ansicht von Israel*innen, die Schulter an Schul-
ter mit Palästinenser*innen demonstrieren, überschreitet Tabus, die
vom zionistischem Militarismus vertreten wird, und zwingt die jü-
dischen Zuschauer*innen, sich ihrem eigenen dunklen, kollektiven
Trauma zu stellen. Um die Dinge gerade heraus zu sagen, durch ihre
Aktionen erklären die israelischen Protestierenden praktisch, dass
sie sich weigern an den Diskurs zu glauben, der eine direkte Verbin-
dung herstellt zwischen der palästinensischen Befreiung und einem
zweiten Holocaust. (...)tergrund, dass ähnliche Kritik möglicherweise
einfach nicht uns gegenüber verbalisiert worden ist):

Quelle
http://www.academia.edu/964089/Against_the_Wall_An-
archist_Mobilization_in_the_Israeli_Palestinian_Conflict

Von: Uri Gordon, PEACE & CHANGE, Vol. 35, No. 3, Juli 2010 (414-430)


More information about the A-infos-de mailing list