(de) FAU-IAA, Direct Action #226 - Kampagne gegen Aelia Duty Free

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Mon Dec 29 11:23:04 CET 2014


Erste Erfolge der OZZ IP ---- In den letzten vier Monaten hat die Arbeiterinitiative (OZZ 
Inicjatywa Pracownicza = IP) eine Kampagne gegen Aelia Polen geführt, da Gewerkschafts- 
und Arbeitsrechte nicht respektiert wurden. Die Kampagne hat zudem als Ziel, Anna 
Kucharzyk, eine Gewerkschafterin der IP, der im Juli 2014 illegal gekündigt wurde, zurück 
in ihre Arbeit zu bringen. Aelia Polen betreibt Duty-Free-Läden in den Flughäfen Warschau, 
Poznan, Krakau, Szcezecin, Katowice, Lodz und Lublin. Die Firma ist Teil der international 
agierenden Lagardère Services, welche in 25 Ländern Geschäfte macht, und der polnischen 
Kapitalgesellschaft HDS Polen. ---- Am 15. Mai 2014 gründete die IP eine Sektion bei Aelia 
Polen. In dieser Sektion waren ein Viertel der Angestellten des Duty-Free-Shops im 
Warschauer Flughafen organisiert. Drei Tage nach der Information über die Gründung der 
Sektion an die Geschäftsführung, verweigerten Sicherheitskräfte des Flughafens der 
Angestellten Anna Kucharzyk den Zugang zur Sicherheitszone des Flughafens. Somit konnte 
Anna nicht mehr zu ihrem Arbeitsplatz gelangen. Das Management der Aelia hatte es 
abgelehnt, die gewerkschaftliche Sektion

Kundgebung der IP Krakau

anzuerkennen und den Vertretern der IP die Regelungen zum Arbeitsplatz und zur Bezahlung 
zu übermitteln. Am 7. Juli wurde Anna gekündigt. Dies stellt eine offensichtliche 
Nichtbeachtung des polnischen Arbeitsrechts dar, da ohne Zustimmung der Gewerkschaft ihr 
als Gewerkschaftsvertreterin nicht hätte gekündigt werden dürfen und die Gewerkschaft 
Einspruch beim Arbeitsgericht gegen den Rauswurf eingelegt hatte. Anna wurde 
fälschlicherweise die "schwere Nichtbeachtung von grundsätzlichen Verantwortlichkeiten als 
Arbeitnehmerin" vorgeworfen, da sie "während der Arbeitszeit für ihre Gewerkschaft Werbung 
gemacht habe" (was so nicht passiert ist).Als Antwort auf diese feindlichen Schritte der 
Firma startete die Arbeiterinitiative eine große Protestkampagne. Es gab Streikposten vor 
den Aelia-Shops in den Flughäfen von Warschau, Poznan, Wroclaw, Krakau und Lodz, die IP 
und weitere Gewerkschaften versendeten 4.000 Briefe an Handelspartner der Aelia über 
labourstart.org, eine Online-Plattform. Bei den Aktionen halfen andere alternative und 
progressive Gewerkschaften mit. So gehörten zu den Unterstützern die SAC aus Schweden, aus 
Deutschland die FAU und aus Frankreich die SUD Solidaires. Im August musste die 
Geschäftsführung der Aelia die Sektion der Arbeiterinitiative anerkennen und all ihre 
Forderungen erfüllen. Mandatierte der IP erhielten Kopien der Reglungen zum Arbeitsplatz 
sowie zur Bezahlung. Des Weiteren wurde durch die Geschäftsführung aufgrund erster 
Gespräche zugesagt, dass eine Anti-Mobbing-Vereinbarung ausgearbeitet werden soll und ein 
neues System für Schichtpläne und mögliche Wechsel dieser erstellt werden wird. Außerdem 
wurde seit Anfang September erreicht, dass das Kassenpersonal Stühle für ihren 
Arbeitsplatz bekommt (!) und dass auch andere Angestellte sich ebenso an ihren 
Arbeitsplätzen regelmäßig hinsetzen können. Dass Fortbildungen in Zukunft ebenso zur 
Arbeitszeit zählen sollen, wird derzeit noch zwischen Gewerkschaft und Geschäftsführung 
verhandelt.Jenseits der Anerkennung der Gewerkschaftssektion und der teilweise begonnenen 
Umsetzung der Forderungen der Arbeiter_innen weigert sich die Firma nach wie vor, Anna 
wieder einzustellen. Die Arbeiterinitiative hat hierzu legale Schritte eingeleitet. 
Allerdings dauern solche Arbeitsgerichtsverfahren in Polen gewöhnlich zwei Jahre, weshalb 
es aussichtsreicher ist die Kampagne gegen die Aelia seitens der IP fortzusetzen. So 
geschieht dies auch derzeit.

Bearbeitet und übersetzt? von Michael Rocher
https://www.direkteaktion.org/226/kampagne-gegen-aelia-duty-free


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