(de) FAU_IAA, Campiña Verde entlässt Gewerkschaftsdelegierten der CNT
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Sun Dec 28 12:45:52 CET 2014
Campiña Verde Ecosol hat kürzlich ein in der betrieblichen Gewerkschaftsarbeit aktives
Mitglied der Confederación Nacional del Trabajo (CNT), der spanischen
Schwestergewerkschaft der FAU, entlassen. Campiña Verde beliefert REWE mit Bio-Früchten
und -Gemüse; REWE hält selbst Anteile an dem Unternehmen. ---- Im März diesen Jahres wurde
bei Campiña Verde eine CNT-Betriebsgruppe gegründet mit dem Ziel, die Arbeitsbedingungen
zu verbessern. Damit war die CNT die erste in diesem Unternehmen aktive Gewerkschaft. Von
manchen Beschäftigten wurde beispielsweise Arbeit auf Abruf verlangt - rund um die Uhr und
an allen Tagen der Woche. Nachdem die CNT-Betriebsgruppe ihre Arbeit aufgenommen hatte,
leitete die Unternehmensleitung umgehend disziplinarische Schritte gegen den Delegierten
ein, der zu diesem Zeitpunkt in Folge einer Operation krankgeschrieben war.
Kurz darauf wurde ihm gekündigt. Der Delegierte war bevor er seine Gewerkschaftstätigkeit
aufnahm bereits 6 Jahre bei Campiña Verde beschäftigt. Während der gesamten Zeit hatte er
nicht eine Abmahnung bekommen. Die CNT hat mehrere Klagen gegen Campiña Verde wegen
Verstoßes gegen das Grundrecht, sich gewerkschaftlich zu organisieren, eingereicht. Laut
CNT waren die CNT-Mitgliedschaft und die gewerkschaftlichen Tätigkeiten des Delegierten
die wahren Gründe für die Entlassung.
Campiña Verde ist ein Unternehmen, das in Europa und als Zulieferer der REWE Group vor
allem in Deutschland mit Bio-Früchten und -Gemüse handelt. Über eines ihrer
Tochterunternehmen, die Jump Zentrale GmbH, hält die REWE Group 23,6 Prozent der
Unternehmensanteile an Campiña Verde. Die anderen Anteilseigner sind die ALANUGA S.L. und
die Barazani S.L. In 2012 erwirtschaftete Campiña Verde mit 20 Beschäftigten einen Umsatz
von etwa 45 Millionen Euro, der Gewinn lag bei etwa 1,5 Millionen Euro. Der Hauptsitz ist
in Cordoba.
Campiña Verde stellt sich als nachhaltiges Unternehmen dar, aber der Umgang mit dem
CNT-Delegierten erweckt den Eindruck, dass der Anspruch der Nachhaltigkeit nur für Früchte
und Gemüse gilt und nicht für die Beschäftigungspolitik. Letztendlich profitieren die
deutschen Anteilseigner_innen und Konsument_innen, wenn durch die Einschränkung der
Gewerkschaftsfreiheit Lohnkosten in Südeuropa niedrig gehalten werden. Sie können
Bio-Früchte und -Gemüse zu günstigen Preisen kaufen bzw. hohe Dividenden einstreichen und
sich gleichzeitig für ihren Beitrag zum Umweltschutz auf die Schulter klopfen. Die FAU
hofft sehr, dass dies nicht die Politik der REWE Group ist. Unsere Solidarität kennt keine
Grenzen und wir werden kämpfen bis die Kündigung zurückgenommenen ist.
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