(de) FAU-IAA, Direct Action #226 - Inhalt + Editorial

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Sun Dec 21 10:55:51 CET 2014


Aus dem Inhalt ---- Betrieb und Gesellschaft ---- "Klar ist, dass der BAYER-Konzern unter 
demokratische Kontrolle gestellt werden muss“ -- Im Gespräch mit Axel Köhler-Schnura von 
der Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG).. 3 ---- Union-Busting fängt im Kleinen an -- 
Kampf gegen gewerkschaftliche Strukturen .. 5 ---- Arbeiten in der Leipziger Gastronomie 
-- Bericht der ASJ Leipzig zum Lohnspiegel.. 6 ---- Restriktionen und Protest -- 
SexarbeiterInnen brauchen gewerkschaftliche Solidarität .. 6 ---- Knast als 
gewerkschaftsfreie Zone? -- Für die volle Gewerkschaftsfreiheit hinter Gittern! .. 6 ---- 
Mehr als kleine geile Firmen Update: Gewerkschaftlich Organisierter Betriebe .. 7 ---- 
Zeitlupe ---- Und die Räder steh‘n nicht still... -- ...wenn die Belegschaft es so will! 
Der "aktive Streik“ bei LIP 1973 .. 8 ---- Globales ---- Wenn die Bürgerwehr dreimal 
klingelt -- Rassistische Ausschreitungen in Andalusien .. 9

Direkte Aktion statt sozialpartnerschaftlicher Mauschelei -- Kämpfe indigener Gemeinden um 
Land haben mehr mit unseren Verhältnissen zu tun, als ein kulturalistischer Blick zunächst 
suggerieren mag .. 10

Nur langsam voran -- Ukrainische Gewerkschaften seit der Unabhängigkeit .. 11

---- Hintergrund ----

Solidarität mit Kobane, aber wie? -- Der Kampf gegen den IS stellt die Linke in 
Deutschland vor ungeahnte Herausforderungen .. 12

Kultur

"Louise Hires A Contract Killer“ -- Der etwas andere Umgang mit der Finanzkrise .. 14

Die Geburt des Syndikalismus... -- ...aus dem Alltag: Émile Pouget lesen .. 15

"Weil die Mittage von den Chefetagen stürzen wie Steine“ -- Ralf Burnicki & Findus: Hoch 
lebe sie, die Anarchie .. 15
Liebe Lesende, in diesen Tagen wird mit dem Arbeitskampf zwischen Deutscher Bahn und GDL 
wieder ein Stück Streikgeschichte geschrieben. Ebenso geht es um die Zukunft des 
Streikrechts. Schon im Koalitionsvertrag war vereinbart wurden, "den Koalitions- und 
Tarifpluralismus in geordnete Bahnen zu lenken" und "den Grundsatz der Tarifeinheit nach 
dem betriebsbezogenen Mehrheitsprinzip" durch Gesetz zu herbeizuführen. Es soll dann 
darauf ankommen, welche Gewerkschaft die meisten Mitglieder hat im Betrieb. Wie genau das 
aussehen soll und ob so ein Gesetz vor dem Bundesverfassungsgericht standhalten würde, ist 
noch ungewiss. Eines ist dennoch sicher: Es geht um die Stimmung, die aktuell verbreitet 
wird. Deswegen unterstützen wir auch die Streikzeitung, die beigelegt sein müsste. 
Verschiedene gewerkschaftliche und politische Akteure solidarisieren sich hierin mit dem 
Streik der GDL und sprechen sich klar gegen einen Eingriff in die Koalitionsfreiheit aus. 
Auch wir als FAU könnten von Gesetzesänderungen betroffen sein.

Während der Streik das tut wozu er da ist, nämlich seine Wirkung entfalten, wird nun die 
Politik gerufen. Bereitschaft den Bossen beizuspringen bekundete auch gleich Arbeits- und 
Sozialministerin Andrea Nahles von der SPD, der Sammelbewegung zur Proletarier-Demütigung 
laut Max Uthoff, Kabarettist, in Neues aus der Anstalt.

In der vorliegenden Ausgabe haben wir den Blick aber auch etwas in die soziale Bewegung 
außerhalb von gewerkschaftlichen Kernhandlungsfeldern schweifen lassen. Es gibt nach wie 
vor reichlich Entwürfe, wie wirtschaftliche sowie soziale Prozesse anderes funktionieren 
könnten. Nach Alternativbewegung und Solidarischer Ökonomie geistert seit gut 10 Jahren 
der Begriff "Gemeinwohl-Ökonomie" durch die Lande, geprägt durch das österreichische 
Attac-Mitglied Christian Felber, welcher auf Vortragsreisen sein Konzept als Alternative 
zu kapitalistischer Marktwirtschaft und zentraler Planwirtschaft propagiert. Im Kern geht 
es darum, Unternehmen zu finden, welche eine Bilanzierung nach Gemeinwohl-Werten 
vollziehen. Später sollen die Unternehmen staatlich unterstützt und bevorzugt werden. Von 
traditionellen gewerkschaftlichen Kämpfen ist gar nicht mehr die Rede, es geht jetzt um 
"ein Wirtschaftsmodell mit Zukunft". Es wirkt auch ein bisschen so als soll es von 
gesellschaftlichen Verteilungskämpfen ablenken und wir lieber auf den guten Willen der 
Entscheidungsträger vertrauen. Es wundert gar nicht, dass Felber im Pool der 
Referentenagentur von Bertelsmann zu finden ist. Mittlerweile taucht die "Entwicklung 
eines Modells zur Förderung der Gemeinwohlökonomie" im Arbeitsübereinkommen der Salzburger 
Landesregierung auf - eine Koalition aus ÖVP, Grünen und dem wirtschaftsliberalen sowie 
populistischen Team Stronach. Wir dürfen gespannt sein.

Trotz allem: Nicht nur Skepsis ist angebracht bei Experimenten. Erfahrungen sind wichtig, 
um eine andere Gesellschaft überhaupt zu denken.

Einige neue Denkansätze beim Lesen der Ausgabe wünscht

Christian Horn
https://www.direkteaktion.org/226/editorial


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