(de) FAU-IAA "Auge um Auge, Zahn um Zahn" - Schwedische Schule spaltet Belegschaft,Veröffentlicht am 25.08.2014 -- Kategorien: Schwedische Schule Bildung Foreigners

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Thu Aug 28 13:25:30 CEST 2014


Am Montag den 25. August ging der Schulbetrieb in der Schwedischen Schule wieder los - und 
zwar ohne zwei gewerkschaftlich organisierte Angestellte, einem Lehrer für 
Naturwissenschaften und Sport und einem Erzieher. Die schwedische Schule, angegliedert an 
die schwedische Kirche in Berlin, hat Haltung gezeigt: eine gewerkschaftsfeindliche 
Haltung. Denn die einzigen Angestellten ohne Wiederanstellungsangebot sind die beiden 
offen auftretenden Gewerkschafter der FAU Berlin, die gegen die Massenkündigung 
protestierten. ---- Den Kündigungen vorangegangen war ein Protest aus der Belegschaft über 
die drohenden sich verschlechternden Arbeitsbedingungen im Hort. All das hat jetzt Folgen: 
Wer sich solidarisierte mit den HortarbeiterInnen oder den Protest gegen die Kündigungen 
bekam ein Angebot mit schlechteren Arbeitsbedingungen, wer die Füße still hielt, zu 
gleichen Arbeitsbedingungen, in einem Fall sogar zu Besseren. Eine autoritäre Logik gegen 
die sich die FAU Berlin entschieden ausspricht, deren Zielsetzung aber klar ist: Den 
MitarbeiterInnen soll  signalisiert werden, wer loyal und kritiklos zum Chef ist, hat eine 
Zukunft.

Fakt ist: Der Protest brachte die Geschäftsführung in Bewegung, eine  breite 
Berichterstattung in Schweden folgte. Dort folgten auch mehrere Solidaritätsaktionen und 
Unterstützung durch die syndikalistische Schwestergewerkschaft SAC, aber auch in London 
durch die örtliche anarchosyndikalistische Solidarty Federation und in Athen durch Aktive 
der SVEOD. Ohne diesen Protest wäre es ebenso unwahrscheinlich gewesen, das Lehrkräfte 
überhaupt zu besseren oder gleichbleibenden Arbeitsbedingungen wiederangestellt werden 
würden -- denn wozu hätte man sonst alle kündigen müssen?!

Der erzeugte öffentliche Druck und gewerkschaftliche Protest konnte nur  schwer ignoriert 
werden von der Geschäftsführung. Insbesondere  der Protest vor der Haustür sorgte 
sichtlich für Nervosität. Die Spaltung der Belegschaft in Bevorzugte, Nicht-Bevorzugte und 
Kündbare soll der Geschäftsführung wohl als Mittel eines Kontrollwiedergewinns über die 
Beschäftigten dienen, um erneuten Protest bei ähnlichen Kündigungsaktionen zu unterbinden. 
Dies soll für die Zukunft wohl bewirken, dass sich die Beschäftigten zurückhalten, in der 
Hoffnung auf Gnade durch den kirchlichen Schulträger.

Ob nach einer Massenkündigung Wiederanstellungen generell zu gleichen  oder sogar besseren 
Konditionen erfolgen, darf aber schlicht als naiv  bewertet werden. Das zeigt erneut, wie 
wichtig eine breite Solidarisierung  unter ArbeiterInnen ist. Der Protest von wenigen 
Beschäftigten ist
dann vielleicht zu Gunsten von denen, die nicht aufbegehren. Gar kein  Widerspruch wird 
jedoch für keinen Einzigen etwas bewirken.


Die FAU Berlin hat Kündigungsschutzklage eingereicht und wird ihre gekündigten Mitglieder 
weiter unterstützen und für ihre Wiedereinstellung kämpfen.



Kommt deshalb alle am Donnerstag vor die Schwedische Schule in Berlin!

Donnerstag, 28. August - 18 Uhr
Landhausstraße 26 | 10717 Berlin
(U7, U9 Berliner Straße)


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