(de) FAU-IAA - Direct Action #224 - Freies Land und freie Hütte... zieht mich stets zu diesem Ort -- Nicht nur die Sanierung des geschichtsträchtigen Bauwerks schreitet voran
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Sat Aug 16 16:21:17 CEST 2014
Ein Aufatmen ging durch den Aktivenkreis um die Bakuninhütte als im April 2011 ein
Vergleich vor dem Oberverwaltungsgericht in Weimar mit der Bauaufsicht erzielt wurde. Ein
Betretungs- und Nutzungsverbot konnte abgewendet werden, jedoch darf im Gebäude nicht
übernachtet werden. Es ist auch juristisch wieder möglich, die Hütte zu reparieren. Die
Bauaufsichtsbehörde des südthüringischen Kreises Schmalkalden-Meiningen war zuvor durch
einen Artikel der lokalen Presse auf bereits sanierte Balken aufmerksam geworden. Per
einstweiliger Verfügung brachte sie Ende 2009 die Sanierung vorerst zum Erliegen. (siehe
DA 209) ---- ES GEHT WIEDER LOS... ---- Nach dem Vergleich startete der Wanderverein
Bakuninhütte eine Spendenkampagne. Schon in 2012 kamen so 7.000 Euro zusammen. Es gab aber
noch viel zu tun an dem Gebäude, das auf der Hohen Maas, nahe der Theaterstadt Meiningen,
steht. Die Odyssee durch die Institutionen von NS-Regime, DDR und schließlich der
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben hatte ihre Spuren hinterlassen. Drinnen war der Putz
lose und dem Dachboden fehlte eine Isolierung. Etliche der ursprünglichen Fenster waren
zugemauert bzw. ohne Rahmen und Glas. Im Obergeschoss machte der Fußboden einen mehr
schlechten als rechten Eindruck. Es handelte sich eigentlich eher um einen Rohbau. "Nach
Plänen des Wandervereins soll die Hütte alten Glanz wiedererlangen", meint Kai Richarz,
einer der Aktiven, welche sich sowohl um die Geschichte, als auch den baulichen Erhalt des
Objektes bemühen.
Nach einigen Baueinsätzen durch Vereinsmitglieder, Sympathisanten, aber auch
professionelle Fachkräfte, sind schon zahlreiche Fortschritte zu verzeichnen. Durch die
Wiederherstellung der zugemauerten Öffnungen und den Einbau neuer Fenster wird der große
Aufenthaltsraum im Obergeschoss wieder optimal erhellt. Fensterpatenschaften ermöglichten
so den Übergang zum Trockenbau. Die Wände wurden im Raum wieder verputzt. Ebenso
vertäfelte ein Zimmermann den Spitzboden unterm Dach. Im Außenbereich wurde der Wall aus
Schneebeere zurückgeschnitten. Fließendes Wasser und Strom sind noch Mangelware, aber für
ein kleines Zeltlager in idyllischer Landschaft lohnt sich ein Besuch schon jetzt allemal.
AUF DEM WEG ZUM KULTURDENKMAL?
Zwar steht die Bakuninhütte noch nicht unter Denkmalschutz, aber auch hier beschäftigt
sich eine Arbeitsgruppe mit Recherche und systematischer Aufarbeitung, um den Status zu
erlangen. In Meiningen selbst trifft sich ein monatlicher Stammtisch, um Aktivitäten wie
Wanderungen oder Vorträge zu planen und sich über die Geschichte von Stadt und Hütte zu
unterhalten. Etwa halbjährlich werden inhaltliche Abendveranstaltungen zu Personen oder
Ereignissen, welche im lokalen oder ideellen Zusammenhang mit der Hütte stehen,
organisiert, so zu Gustav Landauer, Michael Bakunin, Karl Korsch, und es wurde der Umgang
mit dem Nationalsozialismus von Familien aus dem Kreis der ErbauerInnen beleuchtet. Eine
Podiumsdiskussion im alten Landtagsgebäude, im Herbst letzten Jahres, aus Anlass des 90.
Todestag von drei Meininger Arbeitern (je ein Mitglied von FAUD, KPD und SPD), welche von
der Reichswehr 1923 erschossen wurden, stellte den Höhepunkt der bisherigen
Veranstaltungen dar. Für nächstes Jahr ist eine mehrtägige Tagung in Kooperation mit der
Erich-Mühsam-Gesellschaft, dem Literaturmuseum und dem Kulturreferat der Stadt Meiningen
geplant. Das Programm umfasst neben Vorträgen u. a. auch eine Ausstellung und einen
LeseWanderTag. Mühsam war selbst an der Hütte, wie durch verschiedene Quellen belegt ist.
Holzschnitt und Radierung von Ralf Hentrich zu erwerben im Online-Hüttenladen
Darauf freut sich schon der stellvertretende Vereinsvorsitzende und Pfarrer im Ruhestand
Michael Wagner: "Seitdem ich mich mit der Bakuninhütte beschäftige, wird mir die
historische Einzigartigkeit des Bauwerks für Deutschland bewusst. Unsere geplante
Veranstaltung wird dies unterstreichen." Generelles Ziel ist es, die Hütte zu einem
lebendigen Kulturdenkmal zu machen, welches nicht nur starres Zeugnis vergangener Zeiten
ist, sondern den Geist der früheren Zeiten für BesucherInnen erlebbar macht: Sei es als
Wanderstation, Tagungs- oder Ausstellungsort, oder einfach nur um die Seele baumeln zu
lassen. Für Interessierte wird die Hütte am 14. September geöffnet. Zum siebten Mal bietet
der Verein dann am Tag des offenen Denkmals Führung und Imbiss für Gäste von nah und fern.
Christian Horn
Für abschließende Sanierungsmaßen ist weitere Hilfe notwendig. Für den Erhalt dieses
einmaligen Kulturdenkmals braucht der Wanderverein Bakuninhütte:
... Geld:
Möglich sind Spende (gegen Spendenquittung) oder Direktkredit. Gern wird ein
Informationsblatt zugesendet.
... Sachleistungen:
Du kannst uns helfen beim Ausbau oder durch Materialspenden. Jede helfende Hand, ob
gelernt oder ungelernt, ist willkommen. Über alle Möglichkeiten zur Unterstützung wird
informiert.
Weitere Informationen:
Wanderverein Bakuninhütte e. V.?
Ernestinerstraße 14?
98617Meiningen
www.bakuninhuette.de/hilfmit kontakt(a)bakuninhuette.de??
Spendenkonto
Wanderverein Bakuninhütte?Kontonummer: 101 180 428?
Bankleitzahl: 790 691 65?
Genobank Rhön-Grabfeld eG
VERANSTALTUNGSREIHE ZU ERICH MÜHSAM IN MEININGEN
(geplant: genaues Programm unter www.bakuninhuette.de)
9. Mai 2015: LeseWanderTag- Auf den Spuren Erich Mühsams zur Bakuninhütte
17. Mai bis 28. Juni 2015: Ausstellung im Schloss Elisabethenburg "Erich Mühsam und die
Bakuninhütte"
22. bis 25. Mai 2015: Pfingst-Zeltlager, anknüpfend an die Tradition zum Wandern, Ausruhen
und Kennenlernen
12. bis 14. Juni 2015: Tagung der Erich-Mühsam-Gesellschaft
BÜCHERMESSE IN BERN
"Vom 16. - 18. Mai veranstaltete die FAU Bern ein Wochenende zu "Anarchismus - auch in der
Schweiz". Im Kulturzentrum Progr fanden zum Thema passende Veranstaltungen und ein
Stadtrundgang, welcher von der Polizeiunfreiwillig erweitert wurde, sowie eine Büchermesse
statt. Der Anlass war gut besucht, erfreulicherweise kamen auch Menschen, die mit dem
Anarchismus bislang nicht viel am Hut hatten. Ursprüngliche Motivation war der 200.
Geburtstag von Mikhail Bakunin, welcher auf dem Berner Bremgartenfriedhof begraben ist."
weitere Infos auf faubern.ch
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