(de) FdA-IFA - ein schwarzer tupfer im tristen bunt...

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Mon Apr 28 11:41:02 CEST 2014


[hier könnt ihr den 1. mai-aufruf der anarchistischen initiative ortenau zum 
antikapitalistischen blöckchen in offenburg lesen. ich glaube, das ist das erste mal, dass 
eine anarchistische gruppe versucht, sich am offenburger 1. mai-getaumel zu beteiligen. 
wir werden in einem umfeld, in dem z.b. im jahre 2010 der damalige gdp-landesvorsitzende 
rüdiger seidenspinner der hauptredner war, keinen leichten stand haben, aber immer nur in 
anderen städten auf die straßen zu gehen, reicht uns nicht mehr...] ---- Heraus zum 1. 
Mai! Hinein ins antikapitalistische Blöckchen in Offenburg! ---- Der 1. Mai ist weltweit 
einer der wichtigsten Tage der Arbeiter*innen-bewegung. Die IG Metall Offenburg nimmt 
diese Tatsache zum Anlass, um auf ihrer Website mit dem Text "Blick in die Geschichte des 
1. Mai - Vom Kampftag zum Volksfest" auf den Ursprung dieses Tages hinzuweisen. Als 
Anarchist*innen fühlen wir uns da natürlich angesprochen und wollen uns in diesem Jahr zum 
ersten Mal in den 1. Mai in Offenburg einbringen.

"Was ist die Liebe zur Arbeit doch für ein Wahnsinn! (...) Was für eine szenische 
Geschicklichkeit hat das Kapital bewiesen, als es die Ausgebeuteten dazu gebracht hat, die 
Ausbeutung zu lieben, den Gehängten die Schnur und den Sklaven die Fesseln. Bis heute hat 
die Idealisierung der Arbeit die Revolution getötet."
(Alfredo M. Bonanno)

Das Gewerkschaftsmotte lautet 2014 "Gute Arbeit - Soziales Europa". Und genau dafür wollen 
sich die Gewerkschaften einsetzen: Für bessere Arbeitsbedingungen und ein besseres 
Miteinander in Europa. Doch was ist "gute Arbeit", die ja immer Lohnarbeit ist, im 
kapitalistischen Wirtschaftssystem? Was soll ein "soziales Europa" sein, das sich nach 
außen hin mit einem tödlichen Abschottungssystem gegen Menschen in Not abschirmt und im 
Inneren, von Krisen geschüttelt, chauvinistische Ressentiments pflegt und die "Schuld" bei 
den "faulen Südländer*innen" sucht?

Die Sisyphosarbeit der Gewerkschaften

"In der kapitalistischen Gesellschaft ist die Arbeit die Ursache des geistigen Verkommens 
und körperlicher Verunstaltung"
(Paul Lafarque)

Wir finden es legitim, sich im Hier und Jetzt für mehr Lohn, bessere Bedingungen am 
Arbeitsplatz und stärkeren Kündigungsschutz einzusetzen. Wir freuen uns auch, wenn auf dem 
Lohnzettel ein paar Euro mehr stehen.
Wir schätzen das antifaschistische und antirassisitische Engagement vieler 
Gewerkschaftler*innen.
Wir ziehen den Hut vor der Hartnäckigkeit einzelner linker Gewerkschaftsfunktio-när*innen.
Immer wieder ringen die Gewerkschaften in tagelangen Tarifverhandlungen den 
"Arbeitgeber*innen" ein paar Cent mehr Lohn ab, nur um dann an einer anderen Stelle wieder 
einen herben Rückschlag zu erleiden, weil die nächste Krise, im Namen der Erhaltung von 
Arbeitsplätzen, die Entlassung von 20.000 Menschen "alternativlos" macht. Es ist ein 
ständiges Hin und Her, ein Auf und Ab innerhalb der Regeln des Kapitalismus. Und darum 
können sozialpartnerschaftliche Gewerkschaften niemals gewinnen.

Was wir vermissen

"Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen"
(Paulus, August Bebel, Adolf Hitler, Franz Müntefering)

Wir vermissen bei den Gewerkschaften eine echte Zukunftsperspektive, die über 
Lohnforderungen und das Organisieren von Volksfesten hinaus geht. Gewerkschaften, die 
keinen revolutionären Anspruch haben, müssen im Kapitalismus zu Partner*innen des Kapitals 
oder zu dessen Spielball werden. Beides ist der Fall.
Wir vermissen die kritische Auseinandersetzung mit der Glorifizierung der Lohnarbeit.
Wir vermissen eine antikapitalistische Analyse der Krise, jenseits von 
Manager*innen-schelte und der Ablehnung des "Finanzkapitalismus".

Was wir wollen

Wir wollen selbstverwaltete Gewerkschaften, die Alternativen zum Kapitalismus aufzeigen, 
die am Aufbau einer solidarischen Gesellschaft mitwirken und die die soziale Revolution 
nicht für ein Gespinst aus längst vergangenen Tagen abtun. Kündigt die Sozialpartnerschaft 
mit dem Kapital und geht in den politischen Streik!

Wir rufen zur Teilnahme am antikapitalistischen Blöckchen innerhalb der DGB-Demo in 
Offenburg auf!
Kommt zu unserem Infostand beim Straßenfest, diskutiert und streitet mit uns.

"Zur Existenz als Unterdrückter oder Unterdrückte gibt es nur eine Alternative: die 
freiwillige Kooperation zum Besten aller."
(Errico Malatesta)

Darum: Nicht verzagen! Am 1. Mai auf die Straßen Offenburgs! Rein in's antikapitalistische 
Blöckchen!

Demo: 10 Uhr am Fischmarkt zur Reithalle
Im Anschluss DGB-Straßenfest (u.a. mit einem kleinen Infostand der Anarchistischen 
Initiative Ortenau) an der Reithalle

Anarchistische Initiative Ortenau (April 2014)

Download Flyer Aufruf 1. 
Maihttp://aiog.noblogs.org/files/2014/04/2014.05.01.-a-ini-aufruf-flyer-kopiervorlage.pdf
Download Achtseitiges Broschürchen zum 1. Mai 
http://aiog.noblogs.org/files/2014/04/2014.05.01.-a-ini-flyer-1.mai-bildschirm.pdf 
Bildschirmversion


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