(de) FdA-IFA - Gai Dao #40 - Von falscher Dekonstruktion und postmoderner Unvernunft -- Einige Anmerkungen zu "Postmoderne-Veganismus-Anarchismus" -- Nordsächsischer Bund der Satano-Kommunist*innen / Leipzig

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Fri Apr 25 07:52:56 CEST 2014


Dieser Beitrag ist keine direkte Antwort auf die Vortragsankündigung von Bernd-Udo Rinas, 
die in der 6. Sonderausgabe der GaiDao "Zeit für Plan A" abgedruckt wurde. Es macht nicht 
viel Sinn auf eine Ankündigung zu antworten. Sagen wir mal, dieser Beitrag wurde dadurch 
"inspiriert". Soweit wir wissen, fand der Vortrag "Postmoderne-Veganismus-Anarchismus" und 
die Diskussion um seine Thesen in Witten während der Kampagne der AFRR nicht statt, 
dennoch ist es möglich sich mit ihnen auseinander zu setzen: Soweit wir beurteilen können, 
lassen sich die Thesen, etwas ausführlicher dargestellt, im Buch "Anarchismus in der 
Postmoderne" (2005) finden. Der Autor wünschte sich eine "anarchistische" 
Auseinandersetzung mit dem Begriff Postmoderne und mit der veganen Lebensweise. Diese 
sollte unserer Meinung nach tatsächlich stattfinden, die hoffentlich weiter
führen wird als die, die 2009 in der Graswurzelrevolution unter dem
Titel "Anti-Speziezismus? Schmeckt mir nicht!" stattfand.1 Denn zum
einen bringt der Autor die drei oben genannten Begriffe 2 zusammen
auf eine Weise, und stellt dazu Thesen auf, die uns höchst umstritten
scheinen. Zum anderen scheint es uns sehr besorgniserregend, dass
solche Beiträge in der GaiDao unkommentiert oder unwidersprochen
erscheinen und sich die postmoderne Konfusion in der anarchisti-
schen Szene breitmacht.3

Wir vernahmen allerdings kritische Stimmen, die mit den
von Rinas aufgestellten Thesen nicht zufrieden waren. Den meisten
ging es jedoch um die Verknüpfung von Anarchismus und Veganis-
mus, die von Rinas als unabdingbar dargestellt wird: "Mensch muss
Veganer_in geworden sein, um wirklich anarchistisch zu sein!" 4 Die
Behauptung scheint uns sogar berechtigt, diskutabel wäre sie auf
jeden Fall. Problematischer finden wir einerseits die postmoderne
(postmodernistische?) Fundierung des Veganismus und andererseits
seine wiederum postmodern fundierte Verbindung mit dem Anar-
chismus - doch der Reihe nach.

Rinas stellt ein Veralten des ("klassischen") Anarchismus
und ein Aufkommen einer jugendlichen Subkultur fest, die in der a
priori angenommenen und nicht weiter erklärten Postmoderne eine
vegane Lebensweise pflegt. So will Rinas - ein ehrenhaftes Vorhaben
- den Anarchismus am Leben erhalten und plädiert dafür, diesen mit
der veganen Subkultur zu vermählen. Das geht nicht ohne Weiteres,
denn der "klassische" Anarchismus ist anthropozentrisch - setzt den
Menschen als Maß aller Dinge, modern und den Idealen der Aufklä-
rung verpflichtet, was in der Postmoderne freilich eine Unverschämt-
heit sein soll. Demzufolge ist der Anarchismus heutzutage nicht nur
unpopulär, ohne "Anschluss an die Basis", sondern auch angesichts
der aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen komplett hilflos.
Was den Autor zu einer durchaus richtigen Feststellung führt, dass
der identitär, d.h. auch ideologisch gewordene Anarchismus tatsäch-
lich zu einem "historischen Produkt" geworden ist. Nun, stellt sich
in der These 7 der Vortragsankündigung heraus, dass ein anderer,
richtiger Anarchismus schon längst existiert: die vegane Bewegung,
die viele althergebrachten Begriffe des Anarchismus wie Freiheit, In-
dividualität, Solidarität, Herrschaft, gegenseitige Hilfe usw. in Frage
stellt, anders auslegt und auslebt. Soweit die Thesen, die von Rinas
zu Diskussion gestellt wurden. Doch sowohl in der Vortragsankün-
digung als auch im Buchbeitrag hantiert der Autor mit Begriffen und
Annahmen, die nicht ohne Weiteres plausibel sind, zieht Schlüsse,
die nicht einleuchtend sind. Machen wir ihm aus seiner Beschäfti-
gung mit der postmodernen Theorien keine Rechtfertigung - denn
ein*e Postmoderne*r wäre vielleicht ja auch nicht verpflichtet logisch
zu argumentieren, das wäre sonst aufklärerisch und folglich repres-
siv - sondern wenden uns einigen seiner Thesen zu.

Welche (Post-)Moderne?

Worum es Rinas (noch mal) geht ist, "dem Anarchismus (...) eine
Chance geben, als (alte) Theorie auch in der Postmoderne eine Be-
deutung zu behalten".5 Es ist diese diffuse Postmoderne, die plötzlich
da ist, mit der wir uns abfinden müssen. Es ist die mit Verweis auf
Bauman diagnostizierte "Auflösung der Objektivität", die als positiv
empfundene Abwesenheit von Wahrheit und Bedeutung in der Welt.
Die lineare Modernisierung, der Fortschrittsglaube der bürgerlichen
Gesellschaft, die Zuversicht, dass es nur noch besser wird, ist passe.
"Kurzum: die moderne Gesellschaft ist gescheitert und hat der Post-
moderne Platz gemacht, die sich nun anstrengen muss, nicht mehr
angestrengt hinter den Zielen der Moderne hinter her zu laufen um
Ordnung und Eindeutigkeit herzustellen".6 Wie wenig hat Zygmunt
Bauman die Kritische Theorie, die verzweifelte Verteidigung der Ver-
nunft und der Aufklärung verstanden, auf deren begrifflichen Kno-
chen er soziologisches Fleisch bilden wollte,7 wenn mensch mit ihm
so leichsinnig-postmodern und beiläufig nicht nur die Kapitulation
der Vernunft8 in der Welt ausruft, sondern auch die unbedingte An-
passung daran fordert. Das einzige Mittel, das Umschlagen der Auf-
klärung in Gräueltaten der Moderne zu begreifen, d.h. auch sie ggf.
abzuwenden, sie zu beheben, ist der Verstand, ist die menschliche
Vernunft, ist immer noch die Aufklärung.9 Wie unendlich weiter als
solche "Kritiker der Moderne" war der nicht mehr als aktuell gelten-
de Landauer, als er schrieb: "Wahrheit aber ist ein durchaus negati-
ves Wort, die Negation an sich... Alles ist anders: das ist die Formel
all unserer Wahrheit"10, auch wenn das tatsächlich zum wenigen
Brauchbaren aus seinem Werk gehört!

Doch was ist diese Postmoderne eigentlich, wann setzt sie
an? Und viel mehr: Gegen welche Moderne und warum will sie sich
absetzten? Außer der oben zitierten Ausführungen finden wir bei
Rinas nichts. Nach Wolfgang Welsch ist der Postmodernismus "in
Wahrheit weder irrational (wenn schon, wäre er als hyper-rational zu
bezeichnen) noch huldigt er einem ,anything goes', sondern beachtet
die Unterschiede des Gutgehens, Danebengehens und Zugrundege-
hens sehr genau. Auch ist er kein Agent von Beliebigkeit, sondern
schätzt spezifische und benennt allgemeine Verbindlichkeiten, und
er plädiert nicht für Orientierungslosigkeit, sondern tritt für präzi-
se Maßgaben ein. (...) Die Postmoderne hat tiefere Wurzeln und eine
längere Herkunft, und sie arbeitet an gravierenderen Problemen als
denen des Tages. (...) Zudem muss man sich (...) im klaren sein, dass
Postmoderne und Postmodernismus keineswegs eine Erfindung von
Kunstheoretikern, Künstlern und Philosophen sind. Vielmehr ist un-
sere Realität und Lebenswelt ,postmodern' geworden. (...) Real ist eine
Gesamtsituation der Simultanietät und Interpenetration differenter
Konzepte und Ansprüche entstanden. Auf deren Grundforderungen
und Probleme sucht der postmoderne Pluralismus zu antworten".11
Demgemäß ist die Postmoderne radikal pluralistisch und tritt für
Mannigfaltigkeit von Wissensformen, Lebensentwürfen und Hand-
lungsmustern ein und ist somit per se anti-totalitär und von konflik-
torientierter Ethik geprägt. Wir erfahren allerdings auch, dass die
Postmoderne keine "Trans- oder Anti-Moderne" ist: "Sie ist eigentlich
radikal-modern, nicht post-modern. Und auch: sie gehört - als eine
Transformationsform derselben - der Moderne zu. (...) ,Postmoderne'
bezeichnet nur die Form, wie diese Moderne gegenwärtig einzulösen
ist" 12

So zitiert Rinas unter anderem auch den Soziologen Ulrich
Beck, demnach die Postmoderne schlicht ein Gefühl bezeichnet, dass
das bisher Dagewesene nicht mehr zu gelten scheint, während das
Neue (noch) nicht gefasst werden kann. "Vergangenheit plus ,post'
gleich wortreiche, aber begriffstutzige Gegenwart"13. Allen Bemü-
hungen zum Trotz, sieht es leider nicht so aus, "dass die Postmoderne
grundsätzlich als Hort der Kritik der bisherigen klassischen Gesell-
schaftsanalyse/Gesellschaftstheorie (...) zu verstehen ist", nur dass
sie eine anti-aufklärerische Infragestellung für grundlagentheoreti-
sche Begrifflichkeiten bedeutet". Sollte die so genannte Postmoder-
ne auch nach Welsch nur ein kurzes Zweifeln der Moderne an sich
bedeuten, nur um so selbstvergessener und ohne zu hadern dieselbe
kapitalistische und ökologische Katastrophe weiter zu betreiben -
wenn mensch die Worte Zygmunt Baumans von der "schwindenden
Universalität" 14, also von der abwesenden Wahrheit ernst nimmt,
demzufolge die Postmoderne einfach ein Arrangement mit der Unsi-
cherheit, mit dem katastrophalen Zustand der Welt und der Verzicht
auf eine kategorische Kritik daran wäre - wie kann sich eine Gesell-
schaftskritik, die radikal sein will, darauf positiv beziehen?

Freilich gehört zum Verstehen der "Postmodernität" über-
haupt erst irgendeine Bestimmung der Moderne, gegen die sich die
Postmoderne abgrenzen will. Und zugegebenermaßen ist der Be-
griff auch diffus und sehr umstritten. Was ist das, wann fängt sie
an? Mit der Aufklärung, mit dem Aufkommen der kartesianischen
Philosophie? Mit der Herausbildung der uns geläufigen Form der
Staatlichkeit, des Manufakturen- und Fabrikregimes? Mit der noch
im "Manifest der kommunistischen Partei" (1848) angedeuteten Glo-
balisierung des Marktes? Libertärer "Marxianer" Helmut Thielen
beschreibt Moderne ganz allgemein als "ein totales System von Herr-
schaftsstrukturen", zu denen er die Verfügung über das menschliche
Arbeitsvermögen und Produktionsmittel (technische Mittel und Na-
turwissenschaften), die Machtapparate des Staates und die "Selbstbe-
herrschung des menschlichen Individuums" zählt. "Zum der Tendenz
nach totalitären System werden diese vier Strukturen der Herrschaft
durch drei Eigenschaften: formelle Rationalität, strukturelle Ähn-
lichkeit und funktionelle Verflechtung".15 Da die Soziolog*innen ja
auch zugeben, dass es aus der Sicht der technologisch-produktiven
Effizienz keinen Bruch zwischen der Moderne und der Postmoderne
gibt16, könnten wir uns auch der Diagnose von Thielen anschließen:
"In den neunziger Jahren wurde versucht, mit ideologischen For-
meln, toten steinernen Worten wie ,Postmoderne' oder ,Globalisie-
rung', das notwendige kritische Wissen zu ersetzen, über die Krise
der Moderne, die neuen Eigenschaften eines schon längst mundiali-
sierten Kapitalismus und die Spuren und Elemente einer Gesellschaft
jenseits der Ultramoderne und des kapitalistischen Weltsystems"17.

Es handle sich also immer noch um die Epoche einer chronisch kri-
senhaften kapitalistischen Vergesellschaftung, einer an sich selbst
irre werdenden Moderne, in der das fehlgeschlagene Projekt der
Aufklärung in den Mythos, verwissenschaftlichte Sprachmagie und
Geschichtsvergessenheit umschlägt. Die "Verabschiedung der Meta-
Erzählungen, gerade auch der Meta-Erzählung der Neuzeit - Mathe-
sis universalis - und ihrer Nachfolgeformen"18 wird nachdrücklich
gefordert. Diese Kapitulation der Vernunft als Pluralismus getarnt,
ist jetzt nämlich nicht nur "dominant und obligat", sondern auch
noch total. Es wird postuliert, "dass die postmoderne Pluralität ra-
dikaler ist als jede vorherige, so radikal nämlich, dass sie nicht mehr
durch Gegenmotive aufgefangen oder überboten werden kann, son-
dern jetzt konsequenterweise zur Grundverfassung werden muss"19.

Nur fehlt diesmal jenes unglückliche Bewusstsein der Niederlage
und des Umschlagens der Zivilisation in die Barbarei, an die sich z.B.
noch die Kritische Theorie klammerte. Dazu die von euphorischem
Mitmachertum strotzende Eigendiagnose: "Die Veränderungen von
der industriellen Produktions- zur postindustriellen Dienstleistungs-
und postmodernen Aktivitäts-Gesellschaft, die ökonomische Um-
stellung von Globalkonzepten auf Strategien der Diversifizierung,
die Strukturveränderungen der Kommunikation infolge der neuen
Technologien, das neue wissenschaftliche Interesse an nicht-deter-
ministischen Prozessen, an Strukturen der Selbstorganisation, an
Chaos und fraktaler Dimension, die philosophische Verabschiedung
des rigorosen Rationalismus und Szientismus und der Übergang zu
einer Vielfalt konkurrierender Paradigmen... Die Beispiele wären
vom ökologischen Bewusstsein über neuere Feminismen und man-
che Regionalismen bis zur Wiederaneignung esoterischer Traditi-
onen und zur Anerkennung alternativer Praktiken in der Medizin
unschwer zu erweitern"20.

Diese sich "anti-totalitär" gebende totale Vergesellschaf-
tung samt ihres enthusiastischen Bewusstseins wurde 1967 unseres
Erachtens treffend von Guy Debord als "Gesellschaft des Spektakels"
beschrieben. "Die Sprache des Spektakels besteht aus Zeichen der
herrschenden Produktion, die zugleich der letzte Zweck dieser Pro-
duktion sind. (...) Das Spektakel stellt sich als eine ungeheure, un-
bestreitbare und unerreichbare Positivität dar. Es sagt nichts mehr
als: ,Was erscheint, das ist gut; und was gut ist, das erscheint'. Die
durch das Spektakel prinzipiell geforderte Haltung ist diese passi-
ve Hinnahme, die es schon durch seine Art, unwiderlegbar zu er-
scheinen, durch sein Monopol des Scheins, faktisch erwirkt hat. (...)
Die Gesellschaft, die auf der modernen Industrie beruht, ist nicht
zufällig oder oberflächlich spektakulär, sie ist zutiefst spektaku-
laristisch. Im Spektakel, dem Bild der herrschenden Wirtschaft, ist
das Endziel nichts, die Entwicklung alles. Das Spektakel will es zu
nichts anderem bringen als zu sich selbst."21 Vor dem Hintergrund
der industriellen Produktion von Waren und ihres Austauschs auf
dem Weltmarkt erscheint die hochgelobte postmoderne Vermitt-
lung von Ganzheit und Differenz22 wohl nicht wie die von Adorno
ersehnte "Verwirklichung des Allgemeinen in der Versöhnung der
Differenzen", ein Zustand, "in dem man ohne Angst verschieden sein
kann"23, sondern als als ein grausamer gesellschaftlicher Zwang, der
sich erst durch den Ausschluss aller durch alle mittels Staatsgewalt
im Warentausch zusammensetzt.

Es scheint uns, diese Postmoderne oder dieser Postmoder-
nismus, von denen hier so viel die Rede war, ist nicht anderes als
das sture, nichts begreifen wollende Selbstbewusstsein einer tiefen
und ausweglosen Krise des Kapitalismus. Denn eine sachliche Ana-
lyse der gesellschaftlichen Triebkräfte findet mensch bei Wolfgang
Welsch nur nebenbei, im kurzen Referieren von soziologischen
Feststellungen; bei Rinas sucht mensch danach bezeichnenderwei-
se vergeblich24. Ohne dieses Wissen über die Moderne ist auch ihre
Aufhebung bzw. Überwindung nicht möglich, aber erst "...(das) wäre
ein wirklicher Fortschritt, nämlich über die repressive Moderne hi-
naus. Er konstituierte eine Postmoderne, die diesen Namen verdien-
te, nämlich substanziiert, mit Inhalt gefüllt, und nicht mehr, wie bis
heute, eine Leerformel, die vorgibt, etwas Neues zu sein wie im Mär-
chen von des Kaisers neuen Kleidern"25.

Was für (Post-)Anarchismus?

Aus diese Weise will mensch also dem ollen Anarchismus "eine
Chance" geben, den Zug nicht zu verpassen und sich auch endlich der
triumphierenden Postmoderne anzubiedern. Es ist unseres Erachtens
tatsächlich ein "Modernisierungsbedarf" (wohl aber kein Postmoder-
nisierungsbedarf) da. Dass "der" Anarchismus nicht viel von Wirt-
schaft und folglich nicht viel von seinem Erzfeind Staat versteht, dass
er vielerorts zu einer identitären, sprich ideologischen Jugendsubkul-
tur erstarrt, die das linke Elend mir ihren pseudo-praktischen Ritua-
len nur noch reproduziert, dass er wahrscheinlich wirklich historisch
überholt ist (aber nicht weil zu wenig Day, Kastner oder May gelesen
werden) - das wären u.A. die Ansatzpunkte; und nicht die Aufga-
be des Anthropozentrismus samt Einführung von Veganimsus und
Tierrechten, wollte mensch den Anarchismus tatsächlich "retten".

Es ist uns, zugegeben, nicht bekannt, wie eng der Veganis-
mus "mit postmodern Tendenzen verbunden" ist. Wir sind aber der
Meinung, dass er sich auch nicht unbedingt postmodern - in diesem
Falle nicht-anthropozentrisch - fundieren ließe. Andererseits ist uns
ebenfalls nicht bekannt, warum der menschenzentrierte Anarchis-
mus "keine Grundlage für vegan lebende Menschen sein"26 kann.
Warum also überhaupt diese Verbindung zwischen Anarchismus
und Veganismus, die auf Biegen und Brechen zustande kommen
muss? Sind Mitleid und der Wunsch, die Welt und sich selbst zum
Besseren zu verändern, nicht ausreichend?27 Wiederum wird es
wahrscheinlich nicht ein mal vegan lebenden Menschen selbst ein-
fallen, zu behaupten, der Veganismus wäre genuin anarchistisch:
dieser ist auch für moralisierende Appelle an die Staatsmacht und
"öko-faschistische" Tendenzen anfällig. Die Aufgabe des anthropo-
zentrischen Weltbildes aber muss vermutlich selbst für Rinas nicht
zwangsläufig zu einer umweltbewusst und tierlieb verbrämten Mis-
anthropie führen. Dass Veganer*innen "ebenso wie Anarchist*innen,
eine herrschaftsfreie Gesellschaft"28 wollen, ist nicht ohne Weiteres
ersichtlich.

Anstatt sich zu überlegen, wie mensch inmitten unserer
geistigen und sehr materiellen Katastrophe die letzten Reste der re-
volutionären Vernunft retten könnte, sorgt sich Rinas um die fehlen-
de "Corporate Identity"29 des Anarchismus in der Postmoderne und
schlägt vor, die Leute, jene vermisste soziale Basis des Anarchismus,
dort abzuholen, wo sie stehen. "Die Aufgabe lautet also, sich dieser
Zielgruppe zu stellen, in diesem Fall der jugendlichen und jungen
Erwachsenen, die sich als Vegan/erInnen bezeichnen. (...) würde dies,
zumindest den Jugendlichen, die Möglichkeit eröffnen, in der Post-
moderne anarchistisch leben zu können".30 Sollte das Interesse an
solcher Verbindung sich alleine daraus erklären, den Anarchismus
den Veganer*innen anzupassen, fragt sich: warum? Das eigentliche
Ziel besteht offensichtlich in der Anpassung des Anarchismus an die
Postmoderne, andere Gründe ergeben aus Rinas Texten nicht. Die
Veganer*innen können das nur besser hinbekommen, weil die angeb-
lich sowohl postmodern als auch anarchistisch sind. Mal von einer
fragwürdigen tierrechtlichen/dekonstruktivistischen/heteronorma-
tivitätskritischen Praxis abgesehen, auf die wir noch zu sprechen
kommen, sind wir gezwungen anzumerken, dass diese "soziale Basis"
eine sehr merkwürdige wäre. Demzufolge wären (junge) Menschen,
denen es hauptsächlich um die Verbindung Anarchismus-Veganis-
mus geht, in einer sehr beneidenswerten gesellschaftlichen Situation:
Es juckt sie die Ausbeutung eigener oder überhaupt menschlicher Ar-
beitskraft, die Entfremdung, Verdinglichung und Zurichtung des ei-
genen oder überhaupt menschlichen Lebens nicht; sie verkaufen ihre
Arbeitskraft nicht, um für den kargen Lohn die unnützigen Produkte
zu erwerben, die sie selber davor produziert haben. Stattdessen besit-
zen sie wahrscheinlich alle Tattoo- und Piercingsalons, in denen sie
sich gegenseitig schmücken. Diese ironische Verzerrung wird natür-
lich so nicht stimmen, jedoch den Anarchismus einer jugendlichen
Mittelschichtssubkultur unterzustellen, der aufgrund ihrer Stellung
im Produktionsprozess der Gesellschaft die Ausbeutung (noch) er-
spart bleibt, ist mehr als fragwürdig. Es ist allerdings so, dass der
Anarchismus nach dem 2. Weltkrieg, zumindest in Europa, eh eine
Subkultur und Szene ist. Mensch kann freilich dem Ganzen noch eine
Subkultur beimischen, es wird dadurch nicht besser.

Nun zu den "neuen" Impulsen, unter denen als wichtigster
die dekonstruktivistische Praxis fungiert. "Dekonstruktion versucht,
das ,Mitgesagte', das ,Nichtgesagte' herauszufiltern, also alles, was
nicht behauptet und ausgelassen wurde, aber eben doch mitgedacht
wurde".31 Es ist in der Tat nichts Falsches daran, den ollen Anar-
chismus seines bürgerlich-revolutionären Ursprungs bewusst zu
machen: seines Fortschrittsglaubens, seines Positivismus, der Tei-
lung zwischen der "Gesellschaft" und dem "Staat", an denen er im-
mer noch festhält. Doch postmodern anti-anthropologisch gewendet
artet diese notwendige Hinterfragung in eine Begriffsjonglage aus,
die die Begriffe so weit verflüssigt, dass damit gar nichts mehr aus-
gedruckt werden kann.32 Das demonstriert Rinas anhand des oft in
anarchistischen Kreisen benutzten Begriffs der Solidarität. Unter der
Berufung auf Richard J.F. Days Analysen der neueren sozialen Be-
wegungen in Nordamerika, postuliert Rinas eine Erweiterung der
Solidarität auf Tiere. Doch bei Day, trotz all seiner Sympathien für
Poststrukturalismus und "Derridean ethics", geht es die ganze Zeit
um solidarisches Zusammenkämpfen unterschiedlicher Ein-Punkt-
Bewegungen, die wenigstens zum Teil dieselben Unterdrückungser-
fahrungen gemeinsam durchmachen. In seinen Beispielen verbinden
sich antirassistische, antisexistische, LGBT- und Klassenkämpfe.
"Groundless solidarity arises from a precarious ,unity in diversity'
of its own, a complex set of (partially) shared experiences of what
it means to live under neoliberal hegemony, what it means to fight
it - and to create alternatives to it. It provides a basis for linking the
coming communities, for creating relationships that do not divide
us into disparate, defenseless subjects begging to be integrated by
the dominant order".33 Doch geht es bei Day immer noch um Herr-
schaftserfahrungen, die Menschen machen, die wiederum einander
in ihren jeweiligen Kämpfen unterstützen. Das stellt uns vor solch
komplizierte wie ausgelutschte Begriffe wie Herrschaft und gegen-
seitige Hilfe - denen wir nicht beikommen werden, ohne uns mal mit
dem menschenzentrierten Weltbild auseinander zu setzten.

Es würde den Gedanken von "groundless solidarity" und
"infinite resposibility" etwas ganz entscheidendes fehlen, wären sie
genau so auf, wie das Antispeziezist*innen sagen würden, "nicht-
menschliche Tiere" übertragen werden. Mal davon abgesehen, dass
es unseren menschlichen Blicken nicht zugänglich ist, dass Tiere
außer, dass sie ausgebeutet werden und leiden können, auch noch
Kämpfe führen, mit denen mensch sich als menschliches Tier soli-
darisieren könnte - es würde uns sehr freuen, wenn wir in unseren
Alltagskämpfen mehr Solidarität von Tieren erfahren würden. Doch
im Ernst: Der Begriff Herrschaft ist zwar nicht der Natur entnom-
men, sondern stammt sehr wohl aus der menschlichen Gesellschaft.
Trotzdem ist es möglich von der Naturbeherrschung zu sprechen. Im
Sinne der Kritischen Theorie verrät der Mensch jedoch bei der Be-
herrschung der Natur immer auch das naturhafte in sich selbst. Von
daher wollen wir der Forderung nach dem Abschaffen des tierischen
Leidens nicht widersprechen: In ihm deutet sich an, wie grausam die
Gesellschaft zu ihren einzelnen Mitgliedern sein kann. Es stellt sich
nur die Frage: Durch wen und wie soll das Leiden abgeschafft werden?
Was sagt also dazu der neue, nicht-anthropozentrische Anarchismus,
der "das noch vorherrschende Menschen- und Weltbild (erschüttert),
indem eine radikal neue Bezugsebene mit der Natur erstellt wird?
Rinas jedenfalls sagt dazu nicht viel, außer dass auch Men-
schen nicht hinbekommen, untereinander "freie Vereinbarungen"
zu etablieren, was als Folge haben soll, dass "das Menschenbild (des
"klassischen", aufklärerischen Anarchismus - A.d.V.) nicht mehr als
der zentrale Unterscheidungsgrund zu anderen Gesellschaftsentwür-
fen gelten kann".34 Wir befürchten aber, dass alle "Gesellschaftsent-
würfe" eh Entwürfe von menschlichen Gesellschaften sein werden,
so wie der Bienen- oder Ameisenstaat eben kein Staat ist.

Doch was steckt dahinter, wenn z.B. behauptet wird, "...
den Anthropozentrismus als eine Grundlage innerhalb von Unter-
drückungsverhältnissen zu sehen, ohne dass dadurch ,der Mensch an
sich' abqualifiziert werden muss"?35 Anders gefragt: Was ist eigent-
lich ein emanzipatorisches Projekt, dem der leibliche Mensch in seiner
Materialität nicht zum Maß aller Dinge wird? In den von Rinas zitier-
ten flachen Ökonomievorstellungen der Zeitschrift VOICE wird es be-
reits angedeutet: Typisch für alle Zins- und Zinseszinskritiker*innen
ist das Wunschbild einer einfachen und gerechten Geld- und Wa-
renökonomie, wo das nach dem Vorbild der Kreisläufe in der Natur
"gleichmäßig zirkulierende Geld"36 die menschliche Gesellschaft von
unnötigen Abstraktionen bereinigt. Als gar nicht so postmoderne
Spiegelbild dieser Verblendung dienten der bürgerlichen Gesellschaft
seit ihrer Entstehung romantisierte Vorstellungen von Tier und Na-
tur: "Je deutlicher sich das gesellschaftliche Zwangsverhältnis dem
archaischen Kampf aller gegen alle anglich, umso stärker sehnten
sich die Menschen nach dem Original zurück. (...) Die vegane Tier-
rechtsszene ist dabei nur der Lautsprecher des allgemeinen Bedürf-
nisses, im Namen der im Tier verkörperten Natur gegen die verderbte
und dekadente Zivilisation anzugehen...".37 Was unseres Erachtens
dem Tierschutz und dem Veganismus nicht zwangsläufig Abbruch
tut. Allerdings stellt die Kritik am männlichen, rassistischen, bis zur
Grausamkeit verrationalisierten Subjekt der Aufklärung nicht die
Rolle, die alleine der menschlichen Vernunft zukommt, in Frage.

So schrieben Adorno und Horkheimer in "Mensch und Tier", jenem
berühmten Anhang zur "Dialektik der Aufklärung", der jeder und
jedem Veganer*in bekannt sein dürfte: "Die Welt des Tieres ist be-
griffslos. (...) Die Dauer des Tieres, vom befreienden Gedanken nicht
unterbrochen, ist trübe und depressiv. Um dem bohrend leeren Da-
sein zu entgehen, ist ein Widerstand notwendig, dessen Rückgrat die
Sprache ist". In der auf postmoderne Weise vom widerständigen Den-
ken befreiten Gesellschaft jedoch, "in der die Menschen nach Verlust
der Reflexion wieder zu den klügsten Tieren wurden"38, kommt es
auf allein die Sprachbegabung nicht mehr an. Die postmodern-ve-
gane Redeweise von "menschlichen und nicht-menschlichen Tieren"
verrät, was der Mensch dem Menschen in der Postmoderne sein soll
- durchaus in der Tradition des bürgerlichen Denkens: ein Wolf 39

Gegenüber "der künstlich angedrehten Magie regressiver Natur-
frömmigkeit in der ,Postmoderne'"40, in der die Natur mit "(d)er
herrschenden Praxis und ihren unentrinnbaren Alternativen"41
zusammenfällt, gilt es für alle sich als emanzipatorisch verstehen-
de Menschen, die Worte von Max Horkheimer hochzuhalten: "Der
einzige Weg, der Natur beizustehen, liegt darin, ihr scheinbares Ge-
genteil zu entfesseln, das unabhängige Denken".42 Die Postmoderne
ist das Gegenteil davon.

Schlusswort

Wir hoffen, somit dem Wunsch des Autors nach einer Auseinander-
setzung entsprochen zu haben. Immerhin sind die Fragen, die er auf-
wirft, tatsächlich sehr wichtig und sollten weiter diskutiert werden.
Damit es jedoch nicht zu einer Stellvertreter-Debatte verkommt, wür-
den wir es sehr begrüßen, wenn sich auch die nicht-menschlichen
Tiere an der Diskussion beteiligen.

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[1] GWR Nr. 340/2009, http://www.graswurzel.net/340/tierrechte.shtml
[2] Wir wollen sie bitte nicht als "Diskurse" bezeichnen.
[3] Obwohl die Szene für die unsägliche Beliebigkeit doch sehr anfällig zu sein scheint, 
Hauptsache sie ist gut genug verakademisiert und vermiest nicht die Pseudo-
Aktivität der Szene. So spottete noch Mustapha Khayati 1966 in "Elend im studentischen 
Milieu": "Was die verschiedenen ,anarchistischen' Grüppchen betrifft, die in
dieser Benennung zusammen gefangen bleiben, besitzen sie nichts anderes als diese auf ein 
bloßes Etikett reduzierte Ideologie. Die unglaubliche ,Monde Libertaire', offen-
sichtlich von Studenten verfasst, erreicht den fantastischen Grad an Konfusion und 
Dummheit. Diese Leute dulden tatsächlich alles, da sie sich untereinander dulden".
http://www.bildungskritik.de/Texte/ElendStudenten/elendstudenten.html
[4] So steht das im Internetauftritt zum jüngsten Buch des Autors "Veganismus. Ein 
postmoderner Anarchismus bei Jugendlichen?" (2012): http://veganarchistisch.de/
[5] Rinas, Udo-Bernd: Postmoderne-Veganismus-Anarchismus, in: Gai Dao, Sonderausgabe Nr. 
6, 2013, S. 18
[6] Rinas, Udo-Bernd: Postmoderne-Veganismus-Anarchismus. Andeutungen zu einem 
nicht-anthropozentrischen, postmodernen und dekonstruktivistischen Anarchis-
mus; in: Anarchismus in der Postmoderne, Hrsg. Jürgen Mümken, Frankfurt a.M., 2005, S. 137
[7] Vgl. Bauman, Zygmunt: Dialektik der Ordnung: die Moderne und der Holocaust, 1994
[8] Marcuse, Herbert: Der eindimensionale Mensch. Studien zur Ideologie der 
fortgeschrittenen Industriegesellschaft (1967). Zum Verständnis, woher diese komische
Vernunft kommt und warum sie in der Tat gleichzeitig an- und abwesend ist, empfehlen sich 
Kapitel 5 - 7 aus dem Buch.
[9} Aber ist es nicht vermessen, von Menschen, die sich von Berufswegen mit dem 
postmodernistischen Kauderwelsch auskennen, zu verlangen, dass sie auch die
sprachlich durchaus anstrengende "Dialektik der Aufklärung" (Adorno/Horkheimer) verstehen? 
Strengt sich die Postmoderne nicht geradezu an, unangestrengt zu
wirken?
[10] Landauer, Gustav: Skepsis und Mystik. Versuche im Anschluss an Mauthners 
Sprachkritik, Hrsg. Siegbert Wolf, Lich, 2011, S. 83f
[11] Welsch, Wolfgang: Unsere postmoderne Moderne, Weinheim, 1991, S. 3f
[12] Welsch, S. 4ff
[13] Rinas, 2005, S. 141
[14] Bauman, Zygmunt: Postmoderne Ethik, 1995, S. 62ff
[15] Thielen, Helmut: Die Wüste lebt. Jenseits von Kapital und Staat, 2001, S. 122f
[16] Vgl. dazu Welsch, 1991, S. 26ff
[17] Thielen, 2001, S. 302
[18} Welsch, S. 79. Beachte mensch dazu noch, das Rinas neben Liberalismus, Sozialismus, 
Marxismus auch noch Kapitalismus für eine "Großtheorie", sprich eine Meta-
Erzählung hält. GaiDao, Sonderausgabe Nr. 6, 2013, S. 18
[19] Welsch, S. 82
[20] Ebd., S. 11
[21] Debord, Guy: Die Gesellschaft des Spektakels", Thesen 7, 12, 13, 1996; S. 15ff
[22] Welsch, S. 60ff
[23] Adorno, Theodor W.: Minima Moralia, 2003, S. 116
[24] Es sei denn ein merkwürdiges Plädoyer aus einem veganen Blatt für einen fairen 
Tauschhandel und "die Ausschaltung von Zins und Zinseszins", die "höchst
wirkungsvolle Mittel der Herrschenden" seien, also eine an der Oberfläche kratzende Kritik 
der Zirkulationsspäre im Sinne P.J. Proudhons samt ihrer tendenziell antise-
mitischen Konnotation. Eine faszinierende Verblendung, die aller Ernstes für 
emanzipatorisch gehalten wird. Vgl. Rinas, 2005, S. 138
[25] Thielen, Helmut: Befreiung im 21. Jahrhundert, 2007, S. 84
[26] Rinas, 2013, S. 18
[27} Die Verwirrtheit des Ansatzes spiegelt sich zuweilen auf eine wunderbare Weise in 
solchen Publikationen wie "Das Schlachten beenden!" (GWR Verlag, 2010). So
deutet die Einleitung z.B. einen Tierrechtsdiskurs an, während sich die Autoren aus dem 
ollen "klassischen" Anarchismus für einen ethischen Umgang mit Tieren und
Natur aussprechen, ohne (na ja, nicht alle) der Verführung zu erliegen, durch die 
Hintertür des Rechts in die befreite und versöhnte Natur wieder
  den Staat einführen
zu wollen. Siehe dazu die Buchbesprechung in der Gai Dao Nr. 2, 2011: 
http://fda-ifa.org/?attachment_id=718
[28] Rinas, 2013, S. 20
[29] Rinas, 2005, S. 136
[30] Ebd. S. 138
[31] Rinas, 2013, S. 19
[32] Oder zu einer sehr modernistisch-bürgerlichen Selbstüberhöhung wird, wo sie mittels 
performativer Sprachmagie, Travestie und Parodie, wie z.B. Judith Butler
empfiehlt, die Natur, den Körper nach eigenem Belieben neu zu schaffen meint. Vgl. dazu 
"Warum ich nicht queer bin" von Antje Schrupp in GWR 348, April 2010: "Und
es leuchtete mir auch absolut ein, jedenfalls auf einer theoretischen Ebene. Allerdings 
fand ich es nicht wirklich alltagsrelevant. Zum Beispiel änderte diese theoretische
Erkenntnis ja nichts an der Tatsache, dass ich schwanger werden konnte, die Männer, mit 
denen ich Sex hatte, aber nicht. So what". http://www.graswurzel.net/348/queer.
shtml
[33] Day, Richard J.F.: Gramsci is Dead. Anarchist Currents in the Newest Social 
Movements, 2005, S. 202
[34] Rinas, 2005, S. 150
[35] Rinas, 2005, S. 152
[36] http://www.inwo.de/perspektiven/
[37] Gerber, Jan: All you can eat, Jungle World Nr. 39, 2008. 
http://jungle-world.com/artikel/2008/39/23856.html
[38] Horkheimer, Max und Theodor W. Adorno: Dialektik der Aufklärung. Philosophische 
Fragmente, 2012, S. 270
[39] Oder mit Zygmunt Bauman gesprochen - moderne Industriegesellschaften zerfallen in 
"Neo-Stämme", die postmodern mythologisierte Barbarei kehrt auf dem höchsten 
technologischen Niveau ein. Vgl. Bauman: Postmoderne Ethik, 1995, S. 211ff
[40] Thielen, 2007, S. 88
[41] Horkheimer / Adorno, 2012, S. 271
[42] Horkheimer, Max: Zur Kritik der instrumentellen Vernunft, GS Bd. 6, 1991, S. 135


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