(de) FAU-IAA - Direct Action #222 - Aktiv Feindbilder zerstören -- Ein Kommentar von Erich Schmid

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Sun Apr 20 18:01:09 CEST 2014


Die Nationalkonservativen nutzen seit Jahrzehnten das Thema der "Angst vor dem Fremden" 
als Wahlkampfmotiv um auf Stimmenfang zu gehen. Insbesondere die SVP hat sich unter 
Führung des Milliardärs und jahrzehntelangen aktiven Apartheid-Unterstützers Christoph 
Blocher auf AusländerInnen als Feindbild eingeschossen und dieses Thema erfolgreich 
instrumentalisiert. Aus der marginalen Bauernpartei wurde innert 20 Jahren die 
wählerstärkste Partei der Schweiz, die viele Themen auf der politischen Agenda diktiert 
und dominiert. Einerseits sind Kernelemente der Politik der SVP eine neoliberale Politik 
und möglichst freie Bewegung für das Kapital, andererseits gelingt es ihr mit der Hetze 
auf AusländerInnen und einer populistischen, einfach gehaltenen Rhetorik breitere 
Bevölkerungsschichten zu erreichen.

Insbesondere ArbeiterInnen werden durch einen nationalistischen Diskurs mit einem - rein 
rhetorischen - sozialen Anstrich angesprochen und abgeholt. Die ArbeiterInnen in 
verschiedene Gruppen zu spalten und gegeneinander auszuspielen hat Tradition. Dass die 
parlamentarische Linke sowie häufig auch die Gewerkschaften nicht einmal mehr den 
mindesten Anschein eines über die Nation hinausreichenden Diskurses (Proletarier aller 
Länder...) pflegen, sondern genauso ins nationale Horn stoßen, erleichtert die Arbeit der 
Nationalkonservativen. Der Hetze entgegenzutreten bedarf es eines Menschenbildes, das 
nicht einfach den nationalen Bezugsrahmen übernimmt, sondern ihm den Menschen als 
WeltenbürgerIn gegenüberstellt. Doch nicht einfach nur als einen theoretischen Begriff, 
sondern als eine selbstorganisierte Praxis der betroffenen Menschen, welche sich gemeinsam 
organisieren und so auch die Möglichkeit erhalten, sich als Menschen kennen und schätzen 
zu lernen, welche auf die nationalen Mythen und Vorurteile verzichten können, um gemeinsam 
für eine bessere, solidarischere Welt zu kämpfen.


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