(de) FdA-IFA - Heraus zum Revolutionären 1. Mai 2014! - Libertäres Bündnis Ludwigsburg* (en)

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Sun Apr 20 17:50:31 CEST 2014


Zum 10. mal in Folge findet in Stuttgart wieder eine revolutionäre 1. Mai Demo statt. 
Unter dem Motto "Nichts bleibt wie es ist... Gegen Krieg und Ka­pi­tal: Für 
So­li­da­ri­tät und Klas­sen­kampf!" startet die Demo um 12 Uhr am Schlossplatz. Auf 
dieses Jahr sind wir wieder auf der Demo und dem anschließenden Fest ab 14 Uhr im Linken 
Zentrum Lilo Herrmann vertreten. ---- Infos zur Demo, dem Fest und weiteren 
Veranstlatungen findet ihr auf der Bündnis-Webseite ---- Die Gruppe ganz anders hat einen 
eigenen Aufruf verfassst den wir unterstützen. ---- Für die soziale Emanzipation - Gegen 
Leistungsterror, Staatswahn und Arbeitsfetischismus ---- Mit die­sem Auf­ruf wol­len wir 
allen Men­schen, die gegen Ka­pi­ta­lis­mus samt sei­ner Zwangs­me­cha­nis­men auf die 
Stra­ße gehen wol­len, die Mög­lich­keit geben mit Gleich­ge­sinn­ten an der 
De­mons­tra­ti­on teil­zu­neh­men. Uns geht es nicht, ver­schie­de­ne Po­si­tio­nen 
ge­gen­ein­an­der aus­zu­spie­len oder die De­mons­tra­ti­on in­halt­lich zu spal­ten. Wir 
sehen den Auf­ruf als eine theo­re­ti­sche Er­gän­zung zu den bis­he­ri­gen Ana­ly­sen, 
Po­si­tio­nen und Per­spek­ti­ven.

Als Teil der plu­ra­lis­ti­schen Lin­ken sehen wir es er­for­der­lich an, alle 
Strö­mun­gen für eine Per­spek­ti­ve fern­ab von Aus­beu­tung und Herr­schaft zu 
mo­bi­li­sie­ren. Das ka­pi­ta­lis­ti­sche Aus­beu­tungs­sys­tem, die (immer wie­der 
keh­ren­den) Wirt­schafts­kri­sen und die re­ak­tio­nä­ren Na­tio­nal­staa­ten las­sen es 
nicht zu, sich wei­ter mit ideo­lo­gi­schen Gra­ben­kämp­fen auf­zu­hal­ten.

Wir glau­ben nicht, dass die so­zi­al-re­for­mis­ti­schen Ge­werk­schafts­ap­pa­ra­te samt 
ihrer Mit­glie­der sich der­art ra­di­ka­li­sie­ren, dass die Stand­ort­lo­gik und die 
Le­gi­ti­ma­ti­on der Wirt­schafts- und Staats­ord­nung in Frage ge­stellt wird. Ganz im 
Ge­gen­teil, der DGB dient auch dazu, den an­ge­stau­ten Frust sei­nes 
bei­trags­zah­len­den An­hangs in ge­ord­ne­ten und harm­lo­sen Bah­nen frei­en Lauf zu 
las­sen, eine Ab­leh­nung hin­ge­gen, oder gar Kampf­for­men gegen den Ar­beits­zwang und 
die ka­pi­ta­lis­ti­sche Aus­beu­tung wird nicht als Mit­tel des ge­werk­schaft­li­chen 
Kamp­fes an­ge­bo­ten. Keine Par­tei, weder im Hier und Jetzt, noch in fer­ner Zu­kunft 
wird uns den Aus­bruch aus dem Gan­zen brin­gen, son­dern statt Agi­ta­ti­on, braucht es 
die ba­sis­de­mo­kra­ti­sche Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on aller!

Ar­beit und Lohn ist nicht alles! Wir leh­nen neben den sin­ken­den Löh­nen, dem Abbau von 
Ar­beits­plät­zen und der Hart­z4-Re­pres­sio­nen ge­ne­rell die so­zia­le Be­vor­mun­dung 
ab. Stei­gen­de Mie­ten und die stän­di­ge Er­hö­hung der Fahr­prei­se der öf­fent­li­chen 
Ver­kehrs­mit­tel ma­chen den All­tag für immer mehr Men­schen zu einen täg­li­chen 
Über­le­bens­kampf, trotz Ar­beits- und Lohn­ver­hält­nis.
Die dro­hen­den Zwangs­räu­mun­gen, die ex­plo­die­ren­de Le­bens­kos­ten und die 
hoff­nungs­lo­sen Woh­nungs­su­chen füh­ren zu so­zia­len Span­nun­gen, die bei der 
Zu­spit­zung der Ver­hält­nis­se zu einer Stim­mung des Auf­stands füh­ren kann.

Die so­zia­len Wi­der­sprü­che und Span­nun­gen wer­den durch die herr­schen­de Po­li­tik 
und ei­ni­gen Me­di­en ka­schiert und in fal­sche Bah­nen ge­lenkt, in dem Un­schul­di­gen 
wie Flüch­ten­den, Mi­gran­ten oder Men­schen in Süd­eu­ro­pa die Schuld für immer mehr 
Armut, Exis­tenz­angst, sin­ken­de Löhne und Ar­beits­plät­ze zu­ge­scho­ben wird. 
Ver­kürz­te und per­so­na­li­sier­te Ka­pi­ta­lis­mus­kri­tik wird nicht nur von den 
Herr­schen­den re­pro­du­ziert, son­dern auch man­che Pro­tes­te wie die mitt­ler­wei­le 
tote Oc­cu­py-Be­we­gung den­ken in fal­schen und ein­fa­chen Ver­hält­nis­sen.

Un­se­re an­ti­ka­pi­ta­lis­ti­sche Pra­xis und Kri­sen­po­li­tik ist die De­mo­kra­tie 
und die Hand­lungs­macht von unten. Selbst­be­wuss­te Spar­ten­ge­werk­schaf­ten, 
an­ar­cho­syn­di­ka­lis­ti­sche Ge­werk­schaf­ten, an­ar­chis­ti­sche wie 
rä­te­kom­mu­nis­ti­sche Ba­sis­grup­pen, au­to­no­me und an­ti­ka­pi­ta­lis­ti­sche 
Zen­tren und wei­te­re For­men der Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on und Selbst­ver­wal­tung im 
Aus­tausch und der Zu­sam­men­ar­beit über­win­den die bis­he­ri­gen 
Teil­be­reichs­kämp­fe und ihre Sach­ver­wal­tungs­ap­pa­ra­te. Die Er­fah­run­gen, 
Fä­hig­kei­ten und Kennt­nis­se in­ner­halb die­ser Struk­tu­ren, ver­bun­den mit 
po­si­ti­ven Er­leb­nis­sen von De­mons­tra­ti­on, Streiks und an­de­ren Pro­test­for­men 
er­mög­li­chen die Wahr­neh­mung der ei­ge­nen Mün­dig­keit und der Selbst­ent­fal­tung. 
Die­ser Pro­zess er­weckt und ent­fal­tet das auf­stän­di­sche Be­wusst­sein der Men­schen 
neben den ge­ziel­ten Zu­spit­zun­gen der be­ste­hen­den Ver­hält­nis­se durch 
Gras­wur­zel­ar­beit und In­ter­ven­ti­on. Keine Or­ga­ni­sa­ti­ons­form als Vor­hut und 
Stell­ver­tre­ter*in der Aus­ge­beu­te­ten und Un­ter­drück­ten, son­dern die 
Be­trof­fe­nen selbst haben ihr Schick­sal und ihre Zu­kunft in der Hand.

Eine freie Ge­sell­schaft ohne Lohnar­beit, Aus­beu­tung, Un­ter­drü­ckung, 
Um­welt­zer­stö­rung und wei­te­re Grau­sam­kei­ten des Be­ste­hen­den kann nur durch die 
Über­win­dung des Ka­pi­ta­lis­mus er­fol­gen und einer Um­ge­stal­tung des 
Wirt­schafts­sys­tems. Dafür müs­sen wir alle ge­mein­sam uns ver­net­zen, 
or­ga­ni­sie­ren und zu­sam­men ar­bei­ten. Um einen mehr­di­men­sio­na­len 
an­ti­ka­pi­ta­lis­ti­schen Wi­der­stand auf die Beine zu stel­len, der alle 
Ver­hält­nis­se um­wirft.

Durch die De­mo-Teil­nah­me wol­len wir auch trans­na­tio­na­le So­li­da­ri­tät an alle 
Be­trof­fe­nen welt­weit sen­den, die durch die Um­welt­zer­stö­rung, Krieg, Hun­ger, 
Armut und die Kri­sen­re­gime wort­wört­lich um ihr Leben kämp­fen. Von daher ist es 
wich­tig, hier in Deutsch­land gegen die ka­pi­ta­lis­ti­sche Zu­stän­de vor­zu­ge­hen. 
Denn der Haupt­feind steht im ei­ge­nen Land.

Unser Ziel ist nicht nur die Ab­schaf­fung der öko­no­mi­schen Ord­nung, die Men­schen, 
Tiere und Um­welt nach Pro­fit­nut­zen aus­beu­tet und ver­nich­tet son­dern die 
Eman­zi­pa­ti­on an sich. Die Per­spek­ti­ve einer herr­schafts­frei­en und 
frei­heit­li­chen Ge­sell­schaft, die alle Herr­schafts­ver­hält­nis­se und 
Un­ter­drü­ckungs­me­cha­nis­men aus­he­belt, bringt uns am 01. Mai 2014 in Stutt­gart auf 
die Stra­ße.

Für einen kon­se­quen­ten An­ti­na­tio­na­lis­mus und die so­zia­le Be­frei­ung von 
jeg­li­cher Herr­schaft welt­weit.
Für die so­zia­le und an­ti­au­to­ri­tä­re Re­vo­lu­ti­on. Der kom­men­de Auf­stand sind 
wir alle!

* Forum deutschsprachiger AnarchistInnen (FdA/IFA) und beim Anarchistischen Netzwerk Südwest*.


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