(de) FdA-IFA - Gai Dao #40 - Anarchismus - auch in der Schweiz -- Ein Veranstaltungswochenende in Bern Freie Arbeiter*innen Union (FAU) Bern

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Sat Apr 19 12:41:56 CEST 2014


Die Freie Arbeiter*innen Union lädt zur Veranstaltungsreihe "Anarchismus - auch in der 
Schweiz" ein. Mit diversen Vorträgen, Workshops und Konzerten, mit einer anarchistischen 
Buchmesse, einer Stadtführung und viel Gesprächsraum wollen wir die Frage stellen, was 
Anarchismus heute bedeuten kann. Wir würden uns freuen, wenn dieses Ereignis und seine 
Hintergründe Eingang in Ihre Berichterstatt ung fi nden würden. ---- Der Anlass zu diesem 
Veranstaltungswochenende ist der 200. Geburtstag des bekannten Anarchisten Michael 
Bakunin. Er liegt auf dem Berner Bremgartenfriedhof begraben, da er seine letzten 
Lebensjahre in der Schweiz verbracht hat. Ein paar Jahre vorher wurde mit seiner 
Beteiligung die antiautoritäre Internationale im bernjurassischen St. Imier gegründet.

Wie steht es eigentlich heute um die Ideen des Anarchis-
mus? Die Möglichkeit zur individuellen, selbstverantwortlichen
Lebensführung wird zwar groß geschrieben, und autoritäre Herr-
schaftssysteme werden lautstark kritisiert. Doch ist der Anarchismus
deshalb auf dem Vormarsch? Oder sind politische Demonstrationen
und Proteste, ist die Kritik an Herrschaft und Kapitalismus nur etwas
für Ewiggestrige?

Natürlich ist der Alltag irgendwo dazwischen. Die Ideale
des Anarchismus haben durchaus einen hohen Stellenwert in der Ge-
sellschaft - solange ihre Konsequenzen nicht als Gesamtpaket daher-
kommen. Individuelle Freiheit, Partizipation, Gemeinschaft, kollekti-
ve Verantwortung, etc. werden als Eigenschaften von Menschen und
Gesellschaft en hoch angesehen. Das Vertrauen in die Umsetzbarkeit
dieser Konzepte in politischen oder wirtschaft lichen Organisations-
weisen ist aber nur sehr beschränkt vorhanden.

Der Anarchismus ist eine lebendige Tradition. Der Blick in
die Vergangenheit reicht aber nicht, um zu erklären, was die Men-
schen heute dazu bewegt, sich mit anarchistischen Ideen auseinan-
derzusetzen bzw. für sie einzustehen. Folkloristische Rituale, große
Namen und die Anpreisung vergangener Höhepunkte machen den
lebendigen Anarchismus nicht aus. Um Utopien für eine kollektivisti-
sche und herrschaftsfreie Gesellschaft in der Zukunft zu entwickeln,
setzen sich Anarchist*innen intensiv mit Organisationsformen aus-
einander: Sie suchen nach basisdemokratischen und konsensorien-
tierten Entscheidungsfindungen, sie erproben Kooperationsformen,
die das alltägliche Leben organisieren oder diskutieren die Frage
nach moralischen Grundsätzen für eine heterogene und (genau dar-
um) tolerante und respektvolle Gesellschaft.

Das Veranstaltungswochenende soll diesen Alltag abbil-
den: Sowohl durch die Themenwahl der Vorträge, welche gegenwär-
tige Fragen mit historischen Entwicklungen verknüpfen als auch
durch die Möglichkeit zum Austausch.

Der Anarchismusforscher Werner Portmann beginnt am
Freitagabend mit einer Einführungsveranstaltung im Käfigturm.
Anschließend sind die Liedermacher David Rovics und Nils van der
Waerden im Kulturlokal ONO zu hören. Am Samstag und Sonntag
finden die Buchmesse sowie diverse inhaltliche Veranstaltungen auf
Deutsch und Französisch in den Räumlichkeiten des Progr's statt. In
Planung ist außerdem ein Konzert am Samstagabend im Dachstock
der Reitschule.

Weitere Infos

Kontakt info(at)faubern.ch 0041 - 76 710 11 81

Allgemeiner Hinweis

Die aktuelle Ausgabe der Direkten
Aktion - die auch maßgeblich von der FAU
Bern gestaltet wurde - beschäftigt sich im
Schwerpunkt mit verschiedenen Aspekten
des Anarchismus in der Schweiz


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