(de) DIREKTE AKTION 218 - Na dann Prost! ---- Organisierung in der Kneipe - Interview mit Wolf vom Allgemeinen Syndikat Dresden
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Tue Sep 3 08:42:51 CEST 2013
Die noch junge FAU Dresden ist bereits eines der aktivsten Syndikate der Bundesföderation.
In der Dresdner Neustadt hat das Syndikat nun erste Lohnverhandlungen erfolgreich
ausgefochten. Die DA sprach mit Wolf vom Allgemeinen Syndikat. ---- Ihr hattet in Dresden
eure erste Lohnverhandlung in einer Kneipe. Wie lief es? ---- Recht gut. Wir haben uns
zunächst ein paarmal außerhalb der Kneipe ohne die Chefin getroffen und unsere
Forderungen, sowie unsere Taktik für einzelne Szenarien besprochen. Die Hälfte der
KellnerInnen ist in der FAU, der Rest sympathisiert und ist ebenfalls sehr engagiert. So
war bei allen Vorwissen und Bewusstsein für die Situation vorhanden und wir hatten die
Gewerkschaft als Sicherheit im Rücken. ---- Wie geht es jetzt weiter? ---- Was aussteht
ist eine weitere Erhöhung des Stundenlohns um einen Euro ab September bzw. um zwei Euro
für den Putzdienst, da dieser kein Trinkgeld erhält.
Wir erwarten hier noch einmal zähere Verhandlungen, da dafür wohl auch die Getränkepreise
bei uns erhöht werden müssten, sind aber guter Dinge und entschlossen auch Konflikte
auszutragen.
Das klingt spannend. Wollt ihr euch auch perspektivisch in der Branche aufstellen?
Ja. Viele KellnerInnen und Köche trinken nach Feierabend bei uns oder man kennt sich
privat. Auch mit VerkäuferInnen aus der Lebensmittelbranche sind wir vernetzt. Als die
Nachricht vom Verhandlungserfolg die Runde machte, entstand die Idee sich breiter
aufzustellen und ab nächsten Sommer auf einen Mindestlohn in den Gastro-Vierteln
hinzuarbeiten. Zu diesem Zweck wollen wir gegen Ende Juli eine Lebensmittel- und
Gastrosektion der lokalen FAU gründen. Da wir streiklustig sind, wird die Bildung einer
strapazierfähigen Streikkasse am Anfang stehen. Daneben wollen wir gleich zu Beginn eine
städtische Lohntabelle veröffentlichen, eine interne Jobvermittlung und einen städtischen
Emailverteiler für KollegInnen organisieren. Wir denken damit recht schnell erste
Unterstützungsmaßnahmen für KollegInnen schaffen zu können und recht bald bekannter zu
werden als die Branchengewerkschaft des DGB.
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