(de) FAU Dresden Demo - Für bessere Bedingungen, mehr Lohn und Personal, weniger Bürokratie

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Mon Oct 21 09:40:58 CEST 2013


FAU Dresden beteiligte sich an "Pflege braucht Zukunft!"-Demonstration ---- Egal ob im 
Krankenhaus, ambulant oder privat zu Hause. Wer andere Menschen pflegt ist in Deutschland 
meist prekarisiert, hat mit Arbeitslast und Bürokratie zu kämpfen. Nicht zu letzt geht 
dies auch zu Lasten der Pflegebedürftigen. Aus diesem Grund nahm die FAU Dresden auch 
dieses Jahr wieder an der Demonstration des örtlichen Pflegeaktionstages am 17. Oktober 
teil. ---- Dies war mit ca. 350-450 Teilnehmenden etwas schwächer besucht als im Vorjahr. 
Hier zeigte sich, dass das Bündnis nicht nur stärker in die einzelnen Betriebe getragen, 
sondern auch, dass im Hinblick auf Tag und Uhrzeit mehr Rücksicht auf potentielle 
Unterstützer_innen genommen werden muss, die so vielfach noch ihrer eigen Erwerbstätigkeit 
nachgingen.

Das Demonstrationsbündnis forderte auch in diesem Jahr mehr Angebote zur Entlastung von 
Angehörigen, ein Pflegezeitgesetz mit verbesserten Ansprüchen für Pflegende, höhere 
Entgelte für ambulante Pflegeleistungen, mehr Pflegepersonal in Krankenhäusern und 
Pflegeeinrichtungen und weniger Bürokratie im Pflegealltag. Darüber hinaus forderte die 
FAU Dresden auch noch den freien Zugang für Pflegebedürftige zu ambulanten 
Pflegeangeboten, unabhängig der finanziellen Lage, die Förderung von Lebensmodellen in 
selbstgewählten, sozialen Umfeldern für Pflegebedürftige, die Überwindung der 
Geschlechterungleichheit bei Pflegetätigkeiten und den Aufbau nachbarschaftlicher 
Unterstützung und Selbsthilfe. Zur Erreichung dieser Ziele argumentierte die 
Basisgewerkschaft für transnationale Zusammenarbeit, entschlossene Arbeitskämpfe und eine 
ganzjährige Vernetzungs- und Kampagnenarbeit von Basisgruppen aus Pflegenden und 
Gepflegten. Ein Redebeitrag wurde der FAU von den Veranstalter_innen leider nicht eingeräumt.

Die Route führte im großen Bogen zum Landtag. Während der weniger frequentierten 
Wegstrecke auf der Neustädter Seite bestand viel Raum um sich innerhalb der Demo mit 
Kolleg_innen auszutauschen und zu vernetzen. Vom Pirnaischen Platz an verteilte die FAU 
und viele andere Organisationen einige hundert Flugblätter und es begegneten uns viele 
Kolleg_innen die leider erst jetzt von der Demonstration erfuhren.

Vor dem Landtag mutierte die an sich entschlossene Demonstration leider zu einer 
Wahlkampfveranstaltung. Von der Demonstrations-Organisation wurden Vertreter_innen fast 
aller Landtagsparteien aufs Podium geholt die sich in Schwällen aus warmen, leeren Worten 
gerade so zu übertrumpfen suchten. Das selbe Spektakel hatten die Teilnehmenden bereits im 
letzten Jahr zum Abschluss der Demonstration erleben dürfen - verändert hat sich seit dem 
nichts, zumindest nicht zum guten. So verwundert es auch nicht, dass aus einem ca. 50 
Menschen starken Teil der Abschlusskundgebungen Sprechchöre wie ,,Worthülsen! Worthülsen!" 
laut wurden. Die Veranstalter_innen hätten diese Zeit mit wirklich drängenden Fragen 
füllen können, z.B. wie effektivere Arbeitskämpfe möglich wären, ohne Patientenwohl zu 
gefährden, wie sich die Gepflegten zusammenschließen und Druck machen können, welche 
Protestmittel außer Demonstrationen noch bleiben, da sich ja seit Jahren sichtbar nichts 
bewegt. Diese Chancen wurden leider verpasst. Hoffen wir, dass im nächsten Jahr aus den 
diesjährigen Fehlern gelernt wird, sonst könnte immer mehr Kolleg_innen die Lust vergehen 
sich an solchen Formen des - bitter nötigen - Protests zu beteiligen.


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