(de) Direct Action #219 - Ein Stolperstein für Arthur Holke!

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Thu Oct 17 10:51:26 CEST 2013


Seit April 2006 erinnern in Leipzig so genannte ,,Stolpersteine" an ehemalige 
BewohnerInnen der Stadt, die unter dem Nazi-Regime ermordet wurden. Mit neun Steinen wurde 
begonnen, seither sind in Leipzig ca. 90 hinzugekommen. Jeder dieser Stolpersteine ist mit 
einer Messingplatte verankert, auf der der Name, der Jahrgang und das Schicksal der 
betreffenden Person eingestanzt sind. Diese werden in die Gehwege vor den ehemaligen 
Wohnhäusern der Deportierten eingelassen, um eine dauerhafte Erinnerung an die Personen zu 
schaffen, die aufgrund der nationalsozialistischen Verfolgung ihr Leben verloren. ---- 
2008 beteiligte sich die FAU Leipzig zum ersten Mal an der Mahnwache am 9. November. An 
diesem Tag werden die Steine gereinigt und Kerzen im Gedenken an die Opfer des NS-Regimes 
entzündet.

Doch nicht nur an diesem Datum, sondern auch an jedem weiteren Tag schaffen die 
Stolpersteine ein Andenken an die Opfer des NS-Regimes, wie man es durch kein 
Geschichtsbuch vermittelt bekommt. Dies allein war Grund genug, nach dreijähriger 
Teilnahme am Projekt, Nachforschungen zur Geschichte des Anarchosyndikalismus in Leipzig 
zu starten.

Nach einiger Recherche, mit Hilfe des Instituts für Syndikalismusforschung, stießen wir 
dabei auf den Installateur Paul Arthur Holke. Als Mitglied der FAUD betätigte sich Holke 
in der ,,Gilde der freiheitlichen Bücherfreunde", der Zeitung ,,Der Anarchist" und war ab 
1933 Beisitzer in der illegalen FAUD-Geschäftskommission. Als er am 13. April 1937 wegen 
illegaler Tätigkeit verhaftet wurde, wohnte Holke in der Zentralstraße 11. Wegen 
,,Vorbereitung zum Hochverrat" wurde der Leipziger zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr 
und sechs Monaten verurteilt, danach jedoch ins KZ Buchenwald eingeliefert, wo er 1940 den 
Tod fand.

Nachdem wir eine Biographie erarbeitet hatten, starteten die FAU und ASJ Leipzig einen 
Spendenaufruf um die Finanzierung des Steins zu gewährleisten. Innerhalb von drei Monaten 
hatten wir die erforderliche Summe von 130 Euro zusammen, dafür noch einmal einen 
herzlichen Dank an alle SpenderInnen!

Somit konnte am 16. 7. der Stolperstein verlegt werden. Mit Redebeiträgen eines FAU- und 
ASJ-Mitglieds sowie einer Nachfahrin von Arthur Holke wurde ihm, so hoffen wir, ein 
würdiges Andenken bereitet. Unter den Augen der ca. 25 TeilnehmerInnen schafften wir es, 
ein Stück Widerstandsgeschichte in den Alltag der Menschen zurückzubringen, um sie vor dem 
Vergessen zu bewahren.

Thomas Graner


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