(de) FAU-IAA Direct Action #219 - Darf ein Hartz IV-Roman lustig sein? -- Unbedingt, meint der Autor von "Hartz 5", und lässt Erwerbslose das Jobcenter mit anarchischem Witz aufmischen

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Mon Nov 4 08:56:56 CET 2013


Wer von Hartz IV leben muss, hat wenig zu lachen. Jedenfalls dann, wenn man sich nur als 
Objekt staatlicher Elendsverwaltung sieht, das gezwungen ist, alle entwürdigenden 
Prozeduren mitzumachen, die die Voraussetzung dafür sind, dass man überhaupt 
Arbeitslosengeld II bekommt. Aber wer sich wehrt, hat auch etwas zu lachen, denn der 
Phantasie und dem Einfallsreichtum von Menschen, die mit einer gesunden Portion 
Respektlosigkeit gegenüber Obrigkeiten ausgestattet sind, haben die Bürokraten in den 
Jobcentern meist wenig entgegenzusetzen. ---- Genau dieser Aspekt - dass man sich durchaus 
erfolgreich gegen Schikanen des Fallmanagements wehren kann - fehlt in den meisten Hartz 
IV-Publikationen. Das Elend wird geschildert, der Widerstand dagegen nicht. Deshalb wollte 
ich einen Roman schreiben, in dem nicht nur das Leben von Hartz IV-Beziehern authentisch 
beschrieben wird, sondern in dem eine Erwerbslosengruppe mit Namen "Hartz 5" die 
Jobcenterbürokratie auch mit anarchischem Witz aufmischt.

Als freier Journalist, der seine mageren Einkünfte immer wieder mit Hartz IV aufstocken 
muss, kenne ich Hartz IV aus eigenem Erleben. Dazu kommen jahrelange Erfahrungen aus der 
Mitarbeit in einer Erwerbslosengruppe, die oft genug gegen die menschenverachtende 
Hartz-Bürokratie angerannt ist. Nicht immer erfolglos. Und so ist es auch in dem Buch: Wo 
immer Gespräche mit den Verantwortlichen nichts bringen, greifen die Mitglieder der Gruppe 
"Hartz 5" zur direkten Aktion und haben Spaß - und nicht selten auch Erfolg dabei.

Diese Herangehensweise an das Thema ist skeptisch beäugt worden: Ein Hartz IV-Roman, hieß 
es, dürfe nicht unterhaltsam, und schon gar nicht witzig sein. Dazu sei das Thema zu 
ernst. Doch gerade diese Verbindung eines ernsten Themas mit einer lockeren, 
unterhaltsamen Darstellung, kam bei Lesern und Kritikern gut an. So lobt die Webseite 
buchmonat.de den Roman als "Mutmacherbuch", duckhome.de ist der Meinung, es sei "Das Beste 
was es zu diesem Thema am Markt gibt", Richard Albrecht attestiert dem Roman in 
filmundbuch "filmisches Potential", und auch das kritische Labournet gibt "Hartz 5" das 
Prädikat "empfehlenswert".

Bleibt zu hoffen, dass man sich am Ende der Lektüre nicht gut unterhalten fühlt, sondern 
vielleicht auch ein bisschen von dem hängenbleibt, was die Hauptfigur nach einer 
erfolgreichen Aktion an einen Freund mailt: "Unser Blog ist voller Lobeshymnen. Wir 
brauchen aber keinen Fan-Club. Wir brauchen Leute, die mitarbeiten."

Peter Hetzler

Peter Hetzler: "Hartz 5 - Ein Hartz IV-Roman"
Printausgabe:153 Seiten, Paperback, 9,90 EUR ISBN 978-3-7322-3790-6
BoD. E-Book: 5,49 EUR, ISBN 978-3-8482-8278-4
Mehr Infos: http://www.peter-hetzler.net/hartz5


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