(de) CNT-IAA: Solidarität mit den Arbeiter/innen bei Capgemini by FAU Karlsruhe (ca, en)

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Wed May 29 11:41:07 CEST 2013


Link zum Originalbeitrag ---- Infolge des Aufrufs der „Sektion Telekommunikation und 
Informationsdienste“ der CNT-IAA Madrid zu einem Solidaritätstag für ihre Mitgliedern und 
die Arbeiter/innen beim IT-Unternehmen Capgemini haben am 17. Mai 2013 mehrere 
Gewerkschaften und europäische Sektionen der Internationalen Arbeiter/innen-Assoziation 
verschiedene Aktionen durchgeführt. Es ging darum die Entlassungspläne zu stoppen, mit 
denen das Management dieses Unternehmens die 370 Arbeiter/innen konfrontiert hatte. ---- 
Dieser Solidaritätstag war als Teil eines 24-Stunden-Streiks geplant worden, den die 
subventionierten Gewerkschaften als Teil ihres Aktionsprogrammes ausgerufen hatten. Dieses 
sieht vor, ab dem 23. Mai mit einem unbefristeten Streik zu beginnen, falls Capgemini den 
Sozialplan (ERE) nicht zurückzieht.

Die CNT-Mitglieder, die bei der Firma arbeiten, haben sich an dem eintägigen Streik ebenso 
beteiligt, wie an der teilweisen Arbeitsniederlegung am Tag zuvor. Doch sie kritisieren 
dabei auch die „Legale Arbeiter-Vertretung“ (bestehend aus den Gewerkschaften CC.OO, 
U.G.T. und CIS-F), die mit dem Management des Unternehmens bereits im letzten Jahr dem 
vorherigen Plan zur Massenentlassung zugestimmt hatte. Außerdem hatte sie zugelassen, dass 
in den Jahren 2012 und 2013 mehrere Kündigungen im kleineren Rahmen vorgenommen wurden.

In Madrid haben nun Mitglieder der „Vereinigung aller Berufe“ (SOV) eine Kundgebung vor 
der Firmenniederlassung in Alcobendas durchgeführt, bei der Flugblätter verteilt und die 
zahlreichen zur Arbeit gehenden Streikbrecher/innen informiert wurden. Ab morgens um 8 Uhr 
und im Regen konnte die CNT-Kundgebung ohne Zwischenfälle stattfinden, wobei die 
subventionierten Gewerkschaften ihre Funktionär/innen und freigestellte Mitglieder 
ebenfalls dorthin geschickt hatten. Die SOV Madrid beendete diese Aktion dennoch mit einem 
bitteren Beigeschmack angesichts der hohen Anzahl von Streikbrecher/innen, die nicht nur 
entgegen unserer Interessen arbeiten, sondern auch gegen ihre eigenen.

Auch in Barcelona hat sich die dortige „Vereinigung aller Berufe“ diesem Aktionstag 
angeschlossen und Flugblätter in dem Firmengebäude an der Avenida Diagonal verteilt. Darin 
haben sie die Arbeiter/innen nicht nur zu diesem eintägigen Streik aufgerufen, sondern 
auch zu einem unbefristeten Streik falls der Sozialplan nicht vollständig zurückgenommen 
werde. Sie trafen dort auch auf eine andere Kundgebung, die ohne subventionierte 
Gewerkschaften durchgeführt wurde und welche sich am Schluss bei den CNT-Mitgliedern für 
die Solidarität bedankte.

Als slowakische Sektion der IAA hat die anarchosyndikalistische Priama Akcia eine Menge 
Protestfaxe an die Firmenzentralen von Capgemini in Paris, Bratislava und Madrid 
geschickt. Damit haben sie ihre Ablehnung gegenüber den Kündigungen und der Prekarisierung 
deutlich gemacht, welche die spanische Niederlassung zu verantworten hat. Außerdem 
sprechen sie sich gegen die miesen Arbeitsverträge aus, die dieser multinationale Konzern 
abschließt.

Die polnischen Genoss/innen der ZSP-IAA haben bei einem Firmensitz in Warschau Flugblätter 
zur Unterstützung der Mitglieder und Arbeiter/innen dieser Firma in Spanien verteilt. 
Gleichzeitig haben sie auf die schlechte Lage der Arbeiter/innen in Polen aufmerksam 
gemacht. In diesem Land, ebenso wie in der Slowakei, sollen die in Spanien vernichteten 
Arbeitsplätze neu angesiedelt werden, denn dort sind die Arbeiter/innen noch billiger. 
Dabei handelt es sich um eine eindeutige Strategie des Managements, um die Arbeitskraft 
kostengünstiger und unsicherer zu halten.

[Die Anarchosyndikalist/innen der „Vereinigung aller Berufe“ Paris-Nord (SIPN) haben 
ebenfalls an dem Solidaritätstag teilgenommen und eine Kundgebung vor der Niederlassung 
des multinationalen Unternehmens in Paris organisiert. Dort haben sie sich für eine Stunde 
zusammengefunden, um Flugblätter gegen die geplante Massenentlassung zu verteilen und über 
die Politik dieses Konzerns aufzuklären.]*

Wir möchten diesen Bericht mit der Feststellung beenden, dass die Aktionen der CNT-IAA 
einzig und ausschließlich gegen den Entlassungsplan geführt werden, damit das Management 
von Capgemini den Weg der allgemeinen Prekarisierung beendet, den es vor über einem Jahr 
eingeschlagen hat. In diesem Sinne fordern wir die Gewerkschaften CC.OO, U.G.T und CSI-F 
dazu auf, unsere Stärke und die internationale Solidarität nicht dazu zu benutzen, diesen 
Sozialplan zu „verschönern“ oder einige Anwendungskauseln zu „verbessern“. Das Ziel der 
CNT-IAA ist die Beendigung und Rücknahme des Entlassungsplans – keine halben Sachen, keine 
geheimen Abkommen und keine Aufteilung der Beute hinter verschlossenen Türen.

Zum Schluss möchten wir unseren besten und wärmsten Dank den Genosss/innen zukommen 
lassen, die sich an der Aktion beteiligt haben: die SOV in Madrid und Barcelona, die 
IT-Sektion der ZSP Warschau und die Priama Akcia in Bratislava [sowie SIPN in Paris]*. 
Ohne ihre Mitarbeit hätte diese Aktion nicht stattfinden können.

Keine weiteren Kündigungen bei Capgemini!

Für die Rücknahme des Sozialplans!

Sektion Telekommunikaton und Informationsdienste der CNT-IAA Madrid

http://informaticamadrid.cnt.es

* Kontakte nach Frankreich: z.Z. über das IAA-Sekretariat

Quellen:

http://www.iwa-ait.org

http://informaticamadrid.cnt.es


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