(de) IAA-Sektionen begehen den Ersten Mai und Aktionstage

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Thu May 9 22:51:42 CEST 2013


Dieses Jahr fielen die Aktionstage der Internationalen Arbeiter/innen-Assoziation (IAA) 
zusammen mit dem Ersten Mai. Am 01.05. und den unmittelbar vorhergehenden Aktionstagen 
wurden von Mitgliedsorganisationen rund um den Globus verschiedene Veranstaltungen 
durchgeführt. ---- Argentinien ---- Mitglieder der FORA organisierten Mai-Demonstrationen 
in einigen Städten, wie Buenos Aires, Neuquen und Rosario, sowie in der Andenregion. Die 
FORA-Mitglieder riefen die Arbeiter/innen dazu auf, freie Gewerkschaften zu gründen, 
welche sich nicht an Kompromissen eteiligen. Außerdem erinnerten sie an die historische 
Tradition ihrer Organisation. ---- Brasilien ---- Aktivist/innen der COB-FORGS machten 
eine Aktion am Ersten Mai in Porto Alegre. Sie demonstrierten, verteilten Flugblätter und 
hielten eine Kundgebung ab mit Redner/innen und Musik.

Die COB demonstrierte auch in Araxa, wo sie zur Verkürzung der Wochenarbeitszeit auf 30
Stunden ohne Lohnkürzung aufrief. Auch sie sprachen sich für die
Organisierung von Arbeiter/innen außerhalb der korporatistischen
Gewerkschaften aus. Nach der Kundgebung zogen sie dann als Demo durch
die Stadt und im Anschluß gab es ein Konzert.


Deutschland

In Dresden führte die örtliche FAU zusammen mit dem Libertären
Netzwerk (FdA, Antifas, u.a.) eine libertäre Mai-Demonstration durch,
die an vielen Orten entlang der Route stoppte, wo Reden gehalten
wurden. Außerdem wurde besondere Aufmerksamkeit auf die
Arbeitsbedingungen in Restaurants gelenkt wurde, da sich die FAU
Dresden gerade in dieser Branche organisiert. Auch in Bonn nahmen
FAU-Mitglieder an einer libertären Erster-Mai-Demo teil. In Berlin
beteiligten sich Mitglieder der FAU als eigener Block an der
offiziellen Gewerkschaftsdemo. Andere FAU-Mitglieder gingen zu
libertären oder antikapitalistischen Demos, z.B. in Stuttgart, Erfurt,
Bielefield und Hannover. In Köln hatten Aktivist/innen der FAU einen
Büchertisch beim DGB-Straßenfest organisiert. In einigen anderen
Städten wurden FAU-Mitglieder ebenfalls auf den Kundgebungen der
Mainstream-Gewerkschaften gesehen und in Frankfurt/M. haben sich
mehrere Genoss/innen an der Blockade eines Neonazi-Aufmarsches
beteiligt.

Italien

Die USI organisierte in einigen italienischen Städten selbst
Demonstrationen, nahm aber auch an anderen Versammlungen teil. In
Triest begingen sie den Ersten Mai zusammen mit libertären
Organisationen aus der Region, sowie aus Slowenien. In Parma gab es
eine Demo der Basisgewerkschaften, die von USI und CUB vorbereitet
wurde. Im Carregi-Krankenhaus in Florenz, wo es eine aktive
USI-Betriebsgruppe gibt, führten die Arbeiter/innen ihre eigene
Kundgebung mit Picknick und Konzert durch. Andere Mitglieder gingen zu
verschiedenen libertären Erster-Mai-Aktionen in ganz Italien.

Norwegen

Die NSF hat zwischen dem 29. April und dem Ersten Mai
Proopagandaaktionen gemacht, bei denen sie Flugblätter vor allem im
Stadtzentrum von Oslo verteilte. Das Flugblatt mit dem Titel
„Internationale Solidarität gegen Sozial-Dumping“ bezog sich
hauptsächlich - aber nicht nur - auf den Niedrigpreis-Wettbewerb in
der Luftfahrtbranche. Es ging aber auch um die lokale Situation bei
SAS und darum, wie das Unternehmen die Arbeiter/innen bedroht und die
Gewerkschaften überzeugt hat, die Kürzungen und Entlassungen
hinzunehmen. Auch die Lage der norwegischen Fluglinien wurde
thematisiert, die damit drohen nach Irland oder in andere Länder
abzuwandern, falls die Arbeiter/innen die niedrigeren Löhne ablehnen
sollten. Auch die Situation anderer Arbeiter/innen, wie der Kampf der
CNT bei der spanischen Fluglinie Iberia wurde angesprochen, ebenso wie
die Lage der Arbeiter/innen bei Alstom in Zamora. Am 01.05. ging die
NSF ebenfalls auf die Straße und verteilte ein Erster-Mai-Flugblatt.

Polen

Mehrere Veranstaltungen wurden während der Aktionstag in Polen
duchgeführt. Vom 27.-30.04. wurden internationale Solidaritätsaktionen
für die Arbeiter/innen bei FIAT in Polen und Serbien abgehalten. Dies
war nötig, da die Arbeiter/innen von Arbeitsplatzverlagerung bedroht
werden, um ihre Forderungen zu kontrollieren. FIAT hat 1.400 Jobs nach
Serbien verlegt, wo die Arbeitkraft billiger ist und die Firma
Fördergelder erhalten wird. Aktivist/innen von ASI und ZSP
koordinierten ihre Proteste bei FIAT-Werken in Tychy, Bielsko-Biala,
Kragujevac und bei einem Autoladen in Belgrad, wo sie zu
internationaler Solidarität und Aktionen angesichts dieser Maßnahmen
der Kapitalist/innen aufriefen. Am 28.04. wurde in Warschau gegen die
geplante Zwangsräumung von Leuten protestiert, die weit außerhalb der
Stadt in Containern untergebracht werden sollen. Gegen diesen Protest
gab es eine Gegenkundgebung, die von Angestellten der Stadtverwaltung
in Bemowo durchgeführt wurde. Am 29.04. hat dann die Gewerkschaft der
Bildungsarbeiter/innen in Warschau gegen die neuen Pläne zur Kürzung
des Schulhaushaltes protestiert, welche die teilweise Abschaffung von
Klassen für behinderte Kinder, sowie ein Ende der Obergrenze für alle
Schulklassen zur Folge haben werden. Zudem führen diese Kürzungen zu
Arbeitsplatzabbau und Stundenkürzung, vor allem für
Schulhausmeister/innen und Verwaltungskräfte. Am 01.05. nahmen
Mitglieder der ZSP in Wroclaw an der Erster-Mai-Demonstration in ihrer
Stadt teil und bildeten einen anarchistischen Block mit Leuten vom
Sozialen Zentrum CRK und der Anarchistischen Föderation. Vor der Demo
verteilten sie noch Flugblätter in Fast-Food-Einrichtungen, und den
ganzen Tag über wurde ebenfalls die Zeitung der ZSP verteilt.

Portugal

Mitglieder der AIT-SP aus Lissabon fuhren zur anarchistischen
Erster-Mai-Demo nach Setubal. In den Jahren 2011 und 2012 waren die
Demonstrationen in dieser Stadt von der Polizei unterdrückt worden.
Als sie durch die Arbeiter/innen-Viertel zogen, wo sie vor zwei Jahren
von der Polizei angegriffen worden waren, sangen sie, dass sie ohne
Furcht und ohne Gesetz wieder zurückgekehrt sind. Die Leute klatschten
Beifall und zeigten, dass sie nicht vergessen haben, was passiert war.
In Porto organisierten die Genoss/innen eine libertäre Gedenktour,
stellten eine Ausstellung und einen Büchertisch auf und sangen
libertäre Lieder. Außerdem gab es eine Straßentheater-Aufführung gegen
den Diebstahl durch Regierung und Bosse.

Russland

Auch KRAS-Mitglieder in Russland beteiligen sich am anarchistischen
Ersten Mai. Auf der Demo gab es viele anarchistische und soziale
Parolen und außerdem wurden die streikenden Gesundheitsarbeiter/innen
in Izhevsk unterstützt. Auch gab es Aufrufe an die Arbeiter/innen,
sich in freien Gewerkschaften zu organisieren und den kapitalistischen
Klassenkampf von unten zu bekämpfen. Zudem wurden Ausgaben der Zeitung
„Direkte Aktion“ verteilt, die sich mit dem Kampf gegen soziale
Kürzungen beschäftigt.

Serbien

Mitglieder der ASI haben sich an Solidaritätsaktionen mit den
FIAT-Arbeiter/innen in Kragujevac und Belgrad beteiligt. Eine
Grußbotschaft wurde auf Video aufgenommen und den polnischen
Arbeiter/innen übermittelt.

Spanien

Die spanische CNT organisierte eigene Demonstrationen und beteiligte
sich an anderen in Städten und Ortschaften im ganzen Land. Tausende
Leute nahem an den verschiedenen Versammlungen teil, die großen Demos
fanden jedoch - wie üblich - in Madrid und Barcelona statt. Im
Baskenland demonstrierte die CNT in Bilbao, Donostia, Iruñea und
Gasteiz. In diesen Städten wird sich die Gewerkschaft am 30.05. am
Generalstreik beteiligen, doch sie ruft dazu auf, dass die Leute mal
zeigen, dass sie zu mehr bereit sind als nur zu einem
24-Stunden-Streik. In Valencia reihte sich die CNT in den
antikapitalistischen Block ein, in Cordoba und Sevilla nahm sie an
alternativen Gewerkschaftsdemos teil. In L'Hospitalet, Teruel,
Compostela und weiteren Städten ging die CNT mit anderen
Organisationen gemeinsam auf die Straße. Unter anderem in Almeria,
Adra, Salamanca, Granada, Pilar de la Horadada, Cadiz, Extremadura,
Valladolid, Toledo, Tarragona, Olot, Palencia, Vigo, Lugo, Leon und
Malaga organisierte die CNT ihre eigenen Kundgebungen, Demos, Essen,
Diskussionen, Konzerte und andere Veranstaltungen. Die
unterschiedlichen Aktionen waren so zahlreich, dass es schwerfällt sie
alle zu erwähnen oder zu beschreiben. Die Demo in Valladolid verlief
nicht ohne Zwischenfälle, da die Polizei anfing die Leute zu bedrängen
und versuchte zwei Frauen zu verhaften. Als die Menge darauf
reagierte, griff die Polizei an und die CNT Valladolid verurteilt nun
diesen Vorfall.

Großbritannien

Die SolFed in Manchester machte eine Aktionen gegen die Firma
Poundland, die Zwangsarbeit von Erwerbslosen in Anspruch nimmt. Dies
war Teil des anhaltenden Protestes gegen dieses Workfare-System
unbezahlter Arbeit. Dies wurde am Ersten Mai im Rahmen der
IAA-Aktionstage gegen Sparmahnahmen, Ausbeutung und Unterdrückung
durchgeführt. Die Aktivist/innen, darunter auch Mitglieder der
örtlichen Anarchistischen Föderation, verteilten hunderte Flugblätter
in einem Einkaufszentrum mit Poundland-Filiale, ohne dass sie von der
Security bedrängt wurden. Im Vereinigten Königreich wurden die meisten
Erster-Mai-Paraden auf das Wochende verlegt, in London beteiligten
sich einige Mitglieder der SolFed auf der großen Gewerkschaftsdemo am
Trafalgar Square.

Aktionen von Freund/innen und anderen Organisationen

Mitglieder der Anarchosyndikalistischen Föderation in Melbourne
(Australien) nahmen ebenfalls teil an den Maifeierlichkeiten. Auch die
chilenischen Freunde der IAA von der Grupo Germinal demonstrierten am
Ersten Mai in Talcahuano und in Santiago de Chile. Einige andere
Organisationen waren aufgerufen worden, sich an den Aktionstagen zu
beteiligen und es gibt Berichte aus Rumänien, wo die
Anarchosyndikalistische Initiative ebenfalls Veranstaltungen am Ersten
Mai durchgeführt, sowie Flugblätter in Constanta, Timisoara und
Bukarest verteilt hat - außerdem wurde in der Stadt Constanta ein
Transparent an einer Brücke aufgehängt. Auch Genoss/innen der MASA in
Kroatien beteiligten sich am antikapitalistischen Block auf der
Erster-Mai-Demo in Zagreb und in Rijeka organisierten eine Demo und
ein Picknick.

Internationale Arbeiter/innen-Assoziation (IAA) - www.iwa-ait.org


Übersetzung: fauk4


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