(de) FDA/IFA - Gǎi Dào Nr. 28 – Heraus zum 1. Mai! - Bonn Libertär - Bonn Libertär

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Fri May 3 08:38:59 CEST 2013


Gemeinsam mit libertären, antiautoritären und anarchistischen Genoss*innen wollen wir 
entschlossen und kämpferisch unsere Ideen, Träume und Wünsche auf die Straße tragen. 
Überall auf der Welt kämpfen Genoss*innen für die eigene Befreiung und die der sie 
umgebenden Gesellschaft. Wir versuchen unsere Ketten abzustreifen und sagen dem 
Bestehenden den Kampf an, denn eine Welt, in der Menschen Hunger leiden, obwohl es 
genügend Nahrung gibt; in der Kriege zur Profitmaximierung geführt werden, ist eine Welt 
in der wir nicht leben wollen. Wir wollen ein Zeichen setzen, für unsere kämpfenden 
Genoss*innen überall auf der Welt, für unsere Ideen und gegen unsere Leiden, gegen den 
Kapitalismus als ein Übel, das es zu überwinden gilt. ---- Wir wollen eine Welt in der für 
jede*n Platz ist, eine Welt ohne Herrschaft und Ausbeutung. Wir streben ein Leben in 
Freiheit an, ein Leben, welches sich zu leben lohnt.

Der Zwang zur Arbeit...

Überall auf der Welt werden Lohnabhängige, zur Profitmaximierung,
bis an ihre Grenzen und darüber hinaus physisch und psychisch aus-
gebeutet.

In der BRD werden ganze Arbeitssektoren prekarisiert, durch Leih-
arbeitsfirmen in ständig neue miese Arbeitsverhältnisse gezwungen,
durch 450€ Jobs am Rande der Existenz gehalten und Erwerbslose
in ARGE und Jobcenter gedemütigt, gedeckelt, zu Arbeit gezwungen,
deren Lohn nicht zum Überleben reicht,
Verstärkt wird dies durch die – gar nicht überraschende – „Krise“
des Kapitalismus und den damit einhergehenden Zwang zu „Sparen“,
wodurch immer neue Kürzungen gerechtfertigt werden.

...als Fetisch und für die Nation

In Europa baut Deutschland als Krisengewinner Druck auf andere
Staaten auf, zwingt z.B. Griechenland zu Privatisierungen, welche
letztlich auch deutschen Großunternehmen in die Hände spielen. Die
Vormachtstellung wird immer weiter ausgebaut und agressiv durch-
gestzt. „Jetzt wird in Europa Deutsch gesprochen!“ (CDU-Fraktions-
chef Volker Kauder).

In breiten Teilen der Gesellschaft hat sich, damit einhergehend, ein
Arbeitsfetisch etabliert, der letztendlich in einem, von verschiedenen
Institutionen durchgesetzten, Arbeitszwang gipfelt – frei nach dem
Motto: „Wer nicht arbeitet ist auch nichts!“ Gleichzeitig mündet die-
se Einstellug allzu oft in Sozialchauvinismus, der sich gegen ALG-II
Bezieher*innen, andere „Faulenzer“ oder „Sozialschmarotzer“ richtet
und rassistische Hetze gegen „faule Südländer“ (Bild) fördert.

Die großen Gewerkschaften spielen dieses Spiel willig mit und haben
sich durch die Sozialpartnerschaft dem Kapital schon vor langer Zeit
an den Hals geworfen. Sie halten das falsche Bild aufrecht, Arbeit
müsse nur „fair“ bezahlt werden und damit hätten sich die Proble-
me eigentlich auch schon gelöst. Damit wird der Zwang zur Arbeit
verschleiert und so getan als könnte es ein Gleichgewicht zwischen
Kapital und den Menschen geben. Die einfachste Grundregel des Ka-
pitalismus, dass dieser ständig neu akkumulieren (Gewinne erhören)
muss, wird vergessen.

Nicht nur ökonomisch Zwänge...

Überall ist Arbeit auch verbunden mit patriarchaler Herrschaft. Auch
in unserer heutigen, vermeintlich so emanzipierten Gesellschaft sind
Frauen den Strukturen männlicher Dominanz unterworfen. Frauen
verdienen in Deutschland zwischen 8 und 12% weniger als männli-
che Kollegen - bei gleicher Qualifikation und gleicher Arbeit. Auch
die deutliche Unterrepräsentanz von Frauen in höheren beruflichen
Positionen ist kein Zufall, sondern ein Ausdruck der sexistischen ge-
sellschaftlichen Strukturen in denen wir nach wie vor leben. Sexuelle
Unterdrückung und Diskriminierung sind auch heute noch an der Ta-
gesordnung und tief in allen Bereichen dieser Gesellschaft verankert.
Somit wird es als selbstverständlich hingenommen – und durch den
Staat liebend gern gefördert -, dass die Frau für die Kindererziehung
zu Hause bleibt, während Hausmänner sowieso nur Weicheier sind,
die sich ganz unmännlich dem karrieregeilen Weib unterwerfen.
Die zunehmende Individualisierung der Gesellschaft führt zwar zu
einer vermeintlich größeren Wahlfreiheit der Lebensentwürfe, doch
gerade die konstruierten Unterschiede zwischen den Geschlechtern
werden nicht hinterfragt, geschweige denn angegriffen.

Solange Lesben nur in Pornos akzeptiert sind, Männer mit lackierten
Fingernägeln als Schwuchteln beschimpft werden und Frauen sich
rechtfertigen müssen, wenn sie sich gegen sexuelle Übergriffe zur
Wehr setzen – solange kann von einer emanzipierten Gesellschaft
nicht die Rede sein und solange wird es keine wirkliche Freiheit ge-
ben.

... müssen überwunden werden

Alle Formen der Ausbeutung und Unterdrückung, ob durch Lohnar-
beit, Rollenbilder oder Chauvinismus müssen für eine befreite Gesell-
schaft überwunden werden. Dabei können wir uns nicht auf Staaten
oder Parteien verlassen. Der Staat ist nur der lokale Verwalter der
Ausbeutung, von ihm ist keine Hilfe zu erwarten, ebensowenig, wie
von allen Organisationen die ihn stützen. Unser Kampf gegen staat-
liche und jede andere Form von Herrschaft ist notwendig, weil eine
selbstverwaltete Gesellschaft, frei von Unterdrückung sich nicht von
oben herab installieren lässt, sondern von den Menschen selbst er-
richtet werden muss.

Für diese Gesellschaft werden wir uns solidarisch organisieren. In ge-
genseitigem Austausch können wir erfahren, wie es ist, ohne Zwang
und Konkurrenz zu leben und zu arbeiten. Selbstverwaltet erkennen
wir die Fähigkeiten und Bedürfnisse jeder einzelnen Person und kön-
nen uns gemeinsam danach richten. Und während die Gleichheit der
Menschen Ausgrenzung und Ausbeutung ausschließt, werden Viel-
falt und individuelle Freiheit gewahrt.

Auch wenn es bis dahin noch ein langer Weg ist:
Lasst uns für dieses bessere Leben für alle am 1. Mai auf die Straße
gehen.

Kommt zur libertär-anarchistischen Demonstration um 14 Uhr am
Kaiserplatz in Bonn!

Für die Anarchie!

Mehr Infos: http://bonnlibertaer.noblogs.org/


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