(de) FAU - Direkte Aktion #217 – Eine Sprache, die jeder Chef versteht

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Sun Jun 23 18:53:43 CEST 2013


Im September letzten Jahres hat sich eine Sektion nicht-deutschsprachiger ArbeiterInnen 
innerhalb der FAU Berlin gegründet, die Foreign Workers‘ Section. In einem ersten 
Arbeitskampf hat die Sektion die kurzzeitige Rückkehr eines gefeuerten Genossen an seinen 
Arbeitsplatz erreicht. Die DA sprach mit dem Sektionsmitglied Mahmoud. ---- Könnt ihr den 
Arbeitskampf beschreiben? ---- Ein griechischer Küchenhelfer fand eines Tages an seinem 
Arbeitsplatz jemand anderen vor, der ihn ersetzen sollte, ohne dass ihm zuvor schriftlich 
gekündigt worden wäre. Er wandte sich daraufhin an die Foreign Workers‘ Section. Einige 
Mitglieder besuchten gemeinsam mit ihm seine Arbeitsstelle und erklärten dem Chef, dass 
sie seine Kündigung nicht akzeptierten. Der Chef warf sie raus und sagte ihnen, dass sie 
mit seinem Anwalt reden könnten, wenn sie ein Problem hätten.

Am nächsten Tag allerdings kam eben dieser Anwalt zu unserem Genossen nach Hause und 
teilte ihm mit, dass er nun doch noch einen Monat in der Küche arbeiten könne und damit 
doppelt so lange, wie es gesetzlich in seinem Fall vorgeschrieben wäre. Das zeigt, wie 
viel Respekt Chefs einfach gegenüber Gewerkschaften haben. Auch wenn er am Ende seinen Job 
dennoch verloren hat, konnte unser Genosse dadurch, dass er für seine Rechte eingestanden 
ist, noch ein weiteres Monatsgehalt verdienen, was keine leichte Sache für einen 
Neuankömmling in Berlin ist.

Was macht die Foreign Workers‘ Section momentan und was sind eure Pläne?

In den letzten Monaten haben wir AusländerInnen zu verschiedensten Arbeitsproblemen 
beraten. Viele kamen aufgrund unseres Infoflyers zu Arbeitsrechten in Deutschland, der 
jetzt in 13 Sprachen vorliegt und unter www.fau.org/the-basics heruntergeladen werden 
kann. Die ersten 2.500 Flyer sind bereits verteilt. Die Flyer der zweiten Auflage werden 
wir weiterhin vor den Büros verteilen, von denen wir gehört haben, dass dort 
AusländerInnen ausgenutzt werden. Außerdem haben wir in der Sektion eine Gender-Gruppe, 
die an einem ähnlichen Flyer zu Sexismus am Arbeitsplatz arbeitet.


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