(de) FAU-IAA - Prekäre Arbeit in der Heinrich-Böll-Stiftung -- Zeit zum besinnen: Prekäre Arbeit wünscht sich niemand!
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Wed Dec 18 10:42:57 CET 2013
Die Weihnachtszeit steht vor der Tür und auch in der Böll-Stiftung wäre nun nach langem
Widerstand und andauernder Sturheit die Chance, einmal zur Besinnung zu kommen und über
das eigene Verhältnis zur prekären Arbeit nachzudenken. Gründe dafür gibt es genug - die
letzten Wochen waren ereignisreich. ---- Am 29. und 30. November tagte die
Mitgliederversammlung der grünen Stiftung. Die zurückliegenden Monate der
Auseinandersetzung mit der FAU haben der HBS viel kritische Presse verschafft und viel
Widerspruch innerhalb der Stiftung, aber auch bei den Grünen und in der Öffentlichkeit
hervorgerufen. Widerspruch, der auch an der Mitgliederversammlung nicht spurlos
vorbeiging. Sind die Sitzungen dieses höchsten Gremiums der HBS sonst anscheinend eine
Stätte der Einvernehmlichkeit, wurde ein Antrag der Geschäftsführung auf Beibehaltung von
Leiharbeit und Outsourcing zurückgewiesen und ein Antrag zur starken Beschränkung des
Outsourcing zwar nicht angenommen, aber zumindest mit erstaunlich vielen Ja-Stimmen bedacht.
Angenommen wurde stattdessen ein dritter Antrag des Aufsichtsrates der Stiftung:
Man beschloss nach fast einem Jahr der Auseinandersetzung um die prekären
Arbeitsbedingungen nun endlich aktiv zu werden und, nun ja, die Sache zu prüfen. Eine
Anti-Outsourcing-Stimmung, die durch die gewerkschaftliche Kampagne der FAU Berlin an
Rückenwind gewinnen konnte, wächst weiterhin. Die ebenfalls im Betrieb aktive
ver.di-Gruppe, von der der abgelehnte Antrag gegen der Leiharbeit stammte, konnte rund die
Hälfte der Belegschaft zur Unterschrift gegen Outsourcing bewegen. Um diesen erheblichen
Dissenz in der Belegschaft konnte die Mitgliederversammlung letztlich kaum einen Bogen machen.
Doch wie die Zukunft der aus dem Betrieb verdrängten KollegInnen aussehen soll, die sich
gegen ihre schlechten Arbeitsbedingungen im Konferenzzentrum der Böll-Stiftung gewehrt
hatten und nun vor Gericht immerhin eine direkte Anstellung bei der Stiftung einklagen,
wurde nicht behandelt. Noch immer wird der erste der KollegInnen, der vor Gericht
erfolgreich seine Festanstellung bei der Stiftung einforderte, zu absurden Bedingungen
beschäftigt - von 7.00 bis 9.12 Uhr morgens muss er einmal in der Woche in einer
Außenstelle ,,arbeiten", ohne dass es viel für ihn zu tun gäbe. Er wird auch nicht voll in
die Belegschaft eingebunden und manches Recht, das festangestellte KollegInnen eigentlich
haben sollten, wird ihm vorenthalten. Das Ziel ist klar: einfachste ,,Arbeit", um den
Kollegen in eine niedrigere Entgeltgruppe zu pressen und Isolation und Schikane, um ihm
die Aussicht auf eine dauerhafte Beschäftigung in der Stiftung zu vermiesen. Der Kollege
trat von Anfang an offen als FAU-Gewerkschafter auf.
... sieht den Wald vor Klagen nicht
Mittlerweile sind jedoch in sieben Verfahren Festanstellungen für die KollegInnen
herausgekommen und weitere Klagen folgen. Die Gegenseite kommt mehr schlecht als recht
hinterher: Ein Zustand den die Stiftung selbst herbeigeführt hat, indem sie sich den
Verhandlungen mit der Gewerkschaft stets versperrte. Nun ist jedoch entscheidend, wie die
Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten aussehen werden und ob die Geschäftsführung der
Stiftung an ihrem gewerkschaftsfeindlichen Kurs festhält und sich weiterhin weigert, die
FAU als gewerkschaftliche Vertretung ihrer Mitglieder anzuerkennen.
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