(de) Boykottaufruf gegen Strafversetzungen --- Portugal: Solidaritätsaktionen beim Supermarkt Minipreço (en, pt)

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Thu Aug 8 13:27:58 CEST 2013


Am Abend des 25. Juli fanden Protestaktionen in des Städten Porto, Lissabon und Faro 
statt, um Solidarität mit den vier Arbeiter/innen der Supermarktkette ,,Minipreço" zu 
zeigen. Wegen ihrer Teilnahme an dem Generalstreik vom 27. Juni waren sie von ihrem 
Arbeitgeber in andere Filialen zwangsversetzt worden. Zu den Unterstützungsaktionen war 
von solidarischen Menschen im Internet aufgerufen worden. ---- In Porto wurden von 19 bis 
21 Uhr die Kassen der betroffenen Filiale in der Rua Miguel Bombarda blockiert, wobei mehr 
als 200 Kund/innen und Passant/innen über den Fall informiert wurden. Tage zuvor waren 
bereits Solidaritätsplakate in der Nähe des Geschäftes aufgehängt worden. ---- In Lissabon 
haben sich etwa zwei Dutzende Personen vor einer Filiale von Minipreço versammelt, wo sich 
auch die Büros der Firma befinden.

Hunderte von Flugblättern wurden an Passant/innen verteilt, die in den Laden gingen, 
wodurch mehrere Kund/innen wütend auf das Verhalten der Arbeitgeber/innen wurden und von 
ihrem Einkauf abgesehen haben.

Ebenfalls cirka 400 Flugblätter wurden in Setúbal an die Mitarbeiter/innen bei Minipreço 
und an die Dockarbeiter/innen im Hafen von Lissabon verteilt. Auch in zwei anderen 
Filialen des Supermarktes, in umliegenden Straßen und an parkenden Autos wurden die 
Informationen verbreitet.

Auch in Faro wurden Unterstützer/innen aktiv und verteilten 80 Mitteilungsblätter an 
Kund/innen und Mitarbeiter/innen von Minipreço. Dabei wurden sie von den Arbeiter/innen 
eines benachbarten Restaurants unterstützt, die Einträge im Beschwerdebuch des 
Supermarktes machten.

Die Gewerkschaft AIT-SP hat an den Versammlungen in Porto, Lissabon und Faro teilgenommen 
und dort Flugblätter verteilt, in denen zum Boykott der Supermarktkette aufgerufen wurde, 
um die Rückversetzung der betroffenen Arbeiter/innen an ihren vorherigen Arbeitsplatz 
durchzusetzen.

Zu ihrer Überraschung stellten sie fest, dass die im kommunistischen Gewerkschaftsbund 
CGTP-IN organisierte Dienstleistungsgewerkschaft CESP des Mutterkonzerns ,,Dia Portugal 
Supermercados" (der nun die iberischen Schlecker-Märkte übernehmen wird) am selben Tag 
eine entgegengesetzte Mitteilung veröffentlichte. Darin distanzierte sich die CESP 
ausdrücklich vom ,,Boykottaufruf einiger Organisationen, die nichts mit den 
Mitarbeiter/innen des Konzerns oder ihren Stellvertreter/innen zu tun haben".

Gegenüber diesen Anschuldigungen zeigt sich die AIT-SP jedoch unbeeindruckt in der 
einfachen Frage der Klassensolidarität, ohne die der Kampf der Arbeiter/innen zu Isolation 
und Niederlage verurteilt ist. Die AIT-SP in Porto hält es hingegen für wichtig, dass auf 
solche Vorfälle, wie bei Minipreço, von den Arbeiter/innen mit massiven Reaktionen 
geantwortet wird. Dabei kommt es nicht nur auf die unmittelbar Betroffenen an, sondern auf 
alle Arbeiter/innen.

Nur auf diese Weise kann verhindert werden, dass Arbeitgeber/innen in vielen Unternehmen 
weiterhin ungestraft davonkommen. Die Arbeiter/innen müssen ihre gesetzlichen Rechte 
kennen und diese mit Hilfe der Gewerkschaft verteidigen, damit sie nicht zu einem Zerrbild 
verkommen.


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