(de) FDA/IFA - Gǎi Dào Nr. 28 – Bewegung - ffener Brief an die Betriebsräte bei MAN, München

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Fri Apr 19 10:17:04 CEST 2013


Quelle: http://werkerinfo.blogsport.de ---- Liebe Kolleginnen und Kollegen vom Betriebsrat 
der MAN und des MAN Standorts München, wie Ihr mitbekommen habt, gibt es eine Gruppe an 
Mitarbeiter*innen, die keine Lust mehr auf die derzeitige Firmenpolitik haben und sich 
entschlossen haben, eine Betriebszeitung zu gründen. ---- Wir wenden uns mit diesem 
offenen Brief an Euch alle, an Euch all unsere Kolleginnen und Kollegen vom Betriebsrat. 
Dieser Brief ist Teil der Kampagne „So wie es ist, darf es nicht bleiben!“, mit dieser 
soll nochmals ausdrücklich klargemacht werden, dass di e herrschenden Zustände in unserem 
Konzern bzw. Werk München zum Teil schon unerträglich geworden sind. --- Gerade Ihr als 
Betriebsratsmitglieder müsst für unsere Interessen eintreten, deshalb wurdet ihr gewählt!

D och das sehen wir als Belegs chaft kaum mehr gegeben. Egal wo man sich in der Produktion 
umhört, sind es mittlerweile fast alle in der Belegschaft, die sich über die jetzigen 
Verhältnisse und Eure Arbeit beschweren. Es kann einfach nicht sein, dass es in der Halle 
4 nach dem Umbau bis heute keine Pausenplätze an den Bändern gibt! Ebenso ist es uns 
schleierhaft, wie ein Betriebsrat das Verhören von Personal, das krank geschrieben war, 
zulassen kann. Das sind nur zwei Beispiele dafür, wie gr avierend mittlerweile die 
Zustände sind. Das hat mit Arbeitnehmervertretung einfach nichts mehr zu tun! Der 
Fortschritt, der einst erkämpft wurde, wird jetzt einvernehmlich einfach hergegeben. Auch 
die Vetternwirtschaft, die nicht nur, aber vor allem mit erschütterndem Ausmaß unser 
Gesamtbetriebsratsvorsitzender betreibt, ist nicht hinnehmbar!

Uns ist es wichtig, die Probleme anzusprechen und sie auc h (versuchen) zu verbessern. Wir 
haben keine Lust mehr, Mitarbe iter*innen zweiter oder sogar dritter Klasse zu sein! Für 
uns sind die Dinge nicht einfach nur so wie sie sind, weil es halt so ist. Hinter allem 
steckt mindestens ein Kopf, der sich d as ausgedacht hat. Und hinter jeder größeren 
Veränderung steht auch der Betriebsrat mit dabei. Doch Ihr lasst einfach viel zu viel 
durchgehen, obwohl die Belegschaft auf einiges keine Lust hat. Dabe i seit Ihr unsere 
Vertretung, Ihr müsst unsere Interessen durchsetzten, dafür wurdet Ihr gewählt! Wir 
wissen, dass nur ein gut laufendes Unternehmen Arbeitsplätze langfristig erhalten oder 
sogar schaffen kann. Aber wenn das Menschliche nichts mehr zählt, da nn wird eine Grenze 
überschritten, die wir nicht mehr hinnehmen wollen und können! Diese Grenze wurde 
überschritten und das in vielen Bereichen mehrmals.

Wie muss es also weitergehen? Wir wissen, dass es auch noch Vernünfti ge unter Euch gibt.
Und gerade diese Vernünftigen müssen jetzt das Wort ergreifen und eine inhaltliche sowie
grundsätzliche Diskussion über die Betriebsratsarbeit beginnen! Wir können das auf dieser
Ebene nicht übernehmen, aber wir führen diese auf der Ebene der Basis, also den vielen
Mitarbeiter*innen in der Produktion. Wir sind Menschen und haben den Drang nach Freiheit.
Wir wollen uns nicht den ganzen Tag kaputt arbeiten! Wir arbeiten um das nötige Geld zum
Leben zu verdienen, sehen aber, wie die Milliarden Gewinne an uns vorbei gehen. Mit 
diesemGeld könnten aber mehr Mitarbeiter*innen eingestellt werden und die Arbeitszeiten 
und der
Stress reduziert werden, bei gleichbleibendem Gehalt! Macht auch etwas, bevor VW den
Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag zu unserem Nachteil entscheidet!
Die Reaktionen der Kolleginnen und Kollegen sind klar, es muss sich was verände rn, denn 
so wie es ist , darf es nicht bleiben!

Werkerinfo, im Namen der Mitarbeiter*innen der MAN und vor allem des MAN-Werks
München.


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