(de) Aus Forum wird Föderation – Die Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen

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Thu Apr 4 13:01:03 CEST 2013


Auf unserem Treffen in Witten haben wir beschlossen, dem Aufschwung in unseren Strukturen 
Rechnung zu tragen und uns in Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen umzubenennen. 
-- Auch wenn wir noch lange nicht flächendeckend im deutschsprachigen Raum vertreten sind, 
wollten wir nun den Schritt wagen und die Gründung der Föderation deutschsprachiger 
Anarchist*innen verkünden. Wir betonen dabei, dass wir uns selbstverständlich nicht als 
“die Föderation aller Anarchist*innen” sehen und uns daher auch keinen 
Alleinvertretungsanspruch anmaßen. Aber natürlich sind Anarchist*innen aller Strömungen 
willkommen, die sich mit unseren Prinzipien und Statuten identifizieren können. ---- Mit 
„deutschsprachig“ meinen wir in diesem Fall den geografischen Sprachraum, also vor allem 
Deutschland, Österreich und den nördlichen Teil der Schweiz.

Als Anarchist*innen wollen wir Nationen und Staatsgrenzen überwinden, was wir durch die 
Ausweitung unserer Organisation auf den Sprachraum zum Ausdruck bringen möchten. Sprache 
als Kriterium hat dabei keinen identitären Hintergrund, sondern erscheint uns aus rein 
praktischen Gründen sinnvoll, um arbeitsfähig zu bleiben – nicht jede*r von uns hat 
Fremdsprachenkenntnisse und ein Übersetzen aller relevanten Informationen würde uns 
(zumindest im Moment) überfordern. Trotzdem pflegen wir gute Kontakte zu Föderationen und 
Gruppen in anderen Regionen.

Der Übergang vom Forum zur Föderation hat unterschiedliche Gründe: Zum einen gab nach 
einer Stagnation der Arbeit der FdA in den letzten Jahren wieder frischen Wind und viel 
Interesse an überregionalen Vernetzungen. Zum anderen gibt es seit 3 Jahren zahlreiche 
Neugründungen von anarchistischen Gruppen. Auch das Interesse an anarchistischen Ideen im 
Allgemeinen ist spürbar gestiegen.

Innerhalb des vergangenen Jahres haben sich bspw. mit dem Beitritt des Anarchistischen 
Netzwerks Südwest* als erste Regionalföderation viele Gruppen aus dem Südwesten 
Deutschlands der FdA angeschlossen. Darüber hinaus sind wir auch in vielen anderen 
Regionen im deutschsprachigen Raum mit Gruppen, aber auch mit einem Druckereikollektiv in 
Zürich vertreten. Aktuell findet eine starke Organisierung anarchistischer Gruppen in der 
Rhein-Ruhr-Region statt, mit denen die FdA in engem Kontakt steht. Seit über zwei Jahren 
erscheint auch die Gaidao, unsere Föderationszeitung, monatlich als Online-Ausgabe und 
seit Anfang dieses Jahres auch in gedruckter Form.

Wir finden es wichtig, herrschaftsfreie Strukturen aufzubauen, damit zu experimentieren, 
Erfahrungen zu sammeln und diese dadurch zu festigen. Wir wollen vorhandene Ressourcen 
besser nutzen, voneinander lernen, Solidarität organisieren und praktizieren. Gemeinsam 
möchten wir über unseren Tellerrand hinausschauen, überregional und global aktiv sein. Um 
sich auch international zu vernetzen ist die FdA in der Internationale der Anarchistischen 
Föderationen (IFA) organisiert. Die IFA bietet für uns die Gelegenheit, uns mit 
Anarchist*innen auch in anderen Winkeln der Erde auszutauschen und uns gegenseitig in 
unseren Kämpfen zu unterstützen.

Im Gegensatz zu Regionen wie die der Iberischen Halbinseln, dem frankophonen Sprachraum 
oder den Britischen Inseln können wir dabei nicht auf eine jahrzehntelange funktionierende 
Organisation zurückgreifen, sondern müssen uns noch noch viel erarbeiten. Doch dieser 
Umstand kann auch als Chance begriffen werden. Wir können von den Erfahrungen anderer 
Föderationen lernen. Dieser Prozess ist ein nie endender, denn es gilt uns, unsere 
Strukturen, unser Handeln und unsere Art zu Leben ständig in Frage zu stellen und zu 
verbessern. Mit der Ausrufung der Anarchistischen Föderation sind wir noch lange nicht am 
Ziel. Gerade jetzt, da die sozialen Kämpfe in vielen Ländern zunehmen, die kapitalistische 
Krise sich ausweitet, unzählige Menschen vor dem buchstäblichen Nichts stehen, 
Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus und andere menschenverachtende Ideologien 
zunehmen und faschistische Parteien und Gruppierungen wieder stärker zu werden drohen, ist 
es wichtig, sich in einem größeren Kontext gegen diese Zumutungen zu organisieren.

Wir wollen nicht müde werden, gegen Ausbeutung, Unterdrückung und Herrschaft zu kämpfen 
und diese als Ganzes zu überwinden.

In diesem Sinne:
Anarchie leben – Anarchismus organisieren!

Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen (FdA – IFA)
21. März 2013


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