(de) [FAU Berlin] PM BR Babylon - Haustarif: uneingeschränkte Umsetzung verweigert

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Thu Jan 28 19:40:09 CET 2010


Pressemitteilung Betriebsrat Kino Babylon Mitte Berlin ---- Berlin, den 
27.01.2010 ---- Babylon-Geschäftsführung verweigert uneingeschränkte 
Umsetzung des abgeschlossenen Haustarifvertrags ---- Seit erstem Januar 
soll im Babylon Mitte ein Haustarifvertrag gelten, der mit ver.di 
abgeschlossen wurde. Doch die Geschäftsführer Timothy Grossman und 
Tobias Hackel sehen sich offenbar keineswegs verpflichtet, den Tarif wie 
zugesagt ohne Umschweife für alle Beschäftigten umzusetzen. Von den 
Teilzeitbeschäftigten, die die Mehrzahl der Angestellten ausmachen, wird 
als Bedingung für den Tariflohn verlangt, neue Arbeitsverträge zu 
unterschreiben, die ihre Arbeitssituation deutlich verschlechtern 
würden. Zum Beispiel sollen sie sich auf eine festgelegte niedrige 
Wochenstundenzahl (10h/Woche) beschränken, durch die sie unter die 
sozialversicherungspflichtige 400 Euro-Grenze fallen. Ausserdem würden 
sie sich pauschal mit “entsprechenden Anpassungen” ihrer Verträge für 
den Fall des Auslaufen des Tarifvertrages durch das 
Sonderkündigungsrecht des Arbeitgebers einverstanden erklären. Diese 
“Anpassungen“ sind nicht benannt.

Nun ist ein Großteil der Beschäftigten des Babylon Mitte nicht bereit,
den neuen Arbeitsvertrag zu unterschreiben. Für Verdi-Mitglieder wäre
die zusätzliche Einwilligung zwar nicht notwendig, doch durch die krude
Intervention und den schlechten Tarifabschluss der Gewerkschaft kommt
auch eine dortige
Mitgliedschaft bisher für keinen der Betroffenen in Frage.

Denn schon der Tarifvertrag selbst löste Unmut bei den Beschäftigten
aus. Sie hatten Vereinbarungen erwartet, die dem Verdi-Flächentarif Kino
entsprechen, was ihnen von ver.di-Verhandlungsführer Andreas Köhn zuvor
zugesagt worden war. Tatsächlich liegen die Vereinbarungen zwischen
Verdi und dem Babylon weit hinter dem zurück; beim Stundenlohn betragen
die Einbußen aufgrund gestrichener Zulagen oft 50%.

Der Betriebsratsvorsitzende Matthias Schulz stellt fest: „Der
Betriebsrat ist sehr unzufrieden mit der völlig unklaren Situation und
ruft die Geschäftsführung des einzigen halbkommunalen Kinos in Berlin in
die Pflicht. Schließlich wurden die Kosten der Lohnerhöhung bereits
zweckgebunden vom Senat mit 30.000 Euro bezuschusst. Wir erwarten die
Unterlassung jeder Ungleichbehandlung und die Anwendung des
Haustarifvertrages auf alle Beschäftigten!“

Betriebsrat Babylon Mitte

betriebsratbabylon at googlemail.com

Tel.: 0172/357-92-49 (Matthias Schulz, Vors.) 0179/ 590-65-63 (Andreas
Heinze, Stellv.)


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