(de) FAU startet Kampagne gegen Leiharbeit

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Thu Sep 17 17:13:29 CEST 2009


FAU startet Kampagne gegen Leiharbeit ---- Die Freie Arbeiterinnen- und
Arbeiter-Union 
(FAU) kritisiert "modernen Menschenhandel" und fordert die Abschaffung
der Leiharbeit. 
In über 30 Städten finden ab Freitag, den 18. September, bis Freitag,
den 25. September, 
im Rahmen einer bundesweiten Kampagne gegen Leiharbeitsverhältnisse
verschiedene 
Protestaktionen statt. Initiiert wurde die Kampagne von lokalen
Einzelgewerkschaften der 
Gewerkschaftsföderation FAU. ---- Anlass für die auch von vielen anderen
Organisationen 
getragene Kampagne "Leiharbeit abschaffen!" ist u.a. ein Urteil des
Berliner 
Arbeitsgerichts aus dem Frühjahr 2009. Das Berliner Arbeitsgericht hatte
der 
Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften (CGZP) die Tariffähigkeit
abgesprochen, da 
diese keine personelle Basis in der Branche habe und nicht im Sinne der
LeiharbeiterInnen 
verhandele.

"Damit ist einer jener Dumping-Lohn Tarifverträge vom Tisch, mit dem die
Gleichbehandlung von LeiharbeiterInnen und den Beschäftigten in den
Entleihbetrieben seit Jahren umgangen werden konnte. Unseres Erachtens
gibt es auch für Gewerkschaften wie denen des DGB nun keinen Anlass
mehr,
mit den Dachverbänden der Leiharbeit über gesonderte Tarifverträge in
der
Leiharbeitsbranche zu verhandeln und den Gleichbehandlungsgrundsatz
[damit] auszuhebeln," betont Torsten Bewernitz, Organisationssekretär
der FAU.

Dass es diese Tarifverträge für LeiharbeiterInnen überhaupt gibt,  ist
nach Auffassung der Organisatoren der Kampagne berechnetes Kalkül der
Leiharbeitsbranche um den europäischen Gleichbehandlungsgrundsatz ("eqal
pay & equal treatment") zu unterwandern. "Die Tarifverträge wurden auch
deshalb notwendig, weil Kundenbetriebe infolge des
Gleichbehandlungsgrundsatzes auf den Einsatz von ZeitarbeitnehmerInnen
verzichtet hätten. Die Dienstleistung Zeitarbeit wäre zu teuer
geworden ...,"
äußerte etwa der Dachverband BZA (Bundesverband Zeitarbeit).

"Das Phänomen Leiharbeit ist eskaliert. In den letzten fünf Jahren ist
die Zahl der LeiharbeiterInnen von 300.000 auf 800.000 gestiegen. Jeder
Achte von ihnen erhält zusätzlich Zahlungen nach Hartz IV," erläutert
Bewernitz.

Auch die Agenturen für Arbeit sind in der Kritik der FAU: Sie würden, so
die Organisatoren, durch den Zwang, jede miserabel bezahlte Arbeit
anzunehmen, "Dumping-Löhne" ermöglichen und unterstützen.

Die Kampagne fordert die Nachzahlung der Löhne für LeiharbeiterInnen
nach
dem EU-Grundsatz des "equal pay & equal treatment", die Übernahme der
LeiharbeiterInnen in Festbeschäftigungsverhältnisse in den Entleihfirmen
und damit konsequent die Abschaffung der Leiharbeit.

Auftakt der Kampagne ist eine Aktionswoche bis zum 25. September.  "Das
ist erst der Anfang", so Bewernitz, "eine europäische Ausweitung der
Kampagne ist für das Frühjahr 2010
vorgesehen".

Kontakt für weitere Informationen:

http://www.leiharbeit-abschaffen.de

anfrage at leiharbeit-abschaffen.de

oder direkt bei den lokalen Gewerkschaftsgruppen der FAU.




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