(de) FAU Berlin distanziert sich von ver.dis Tarifverhandlungen im Babylon Mitte

a-infos-de at ainfos.ca a-infos-de at ainfos.ca
Sun Nov 1 22:43:47 CET 2009


Pressemitteilung der FAU Berlin Berlin, den 1. November 2009 ---- Seit 
Mittwoch, dem 28.10.2009, verhandelt ver.di-Bezirksvize Andreas Köhn mit 
der Babylon-Geschäftsführung offiziell über einen Haustarifvertrag. Die 
im Betrieb vertretene FAU Berlin distanziert sich ausdrücklich von 
diesen Verhandlungen und gibt bekannt, dass sie eine weitere 
Zusammenarbeit mit Köhn ausschließt. ---- Trotz heftiger Kritik an der 
ver. di-Tarifinitiative, mit welcher der laufende Arbeitskampf im 
Babylon Mitte unterlaufen wurde, hatte sich die FAU Berlin bis zuletzt 
bemüht, mit ver.di zu einer Tarifgemeinschaft zu gelangen. Damit 
versuchte sie, einen einstimmigen Beschluss der Betriebsversammlung
umzusetzen, der ein gemeinsames Vorgehen beider Gewerkschaften verlangt.

Lars Röhm, Sekretär der FAU Berlin, dazu: "Für uns gab es von Anfang an nur
einen gangbaren Weg, nämlich direkt über die Bildung einer 
Tarifgemeinschaft
zusammen Forderungen aufzustellen und gemeinsam dem Arbeitgeber
gegenüberzutreten. Die Gespräche mit ver.di haben gezeigt, dass sie zu 
einer
solch konkreten und verbindlichen Vereinbarung nicht bereit war. Mit dem
jetzigen Verhandlungsalleingang ist der Punkt erreicht, wo wir uns 
endgültig
von ver.di distanzieren müssen, zumal wir die Verhandlungsinhalte von 
ver.di
kritisieren. Wie sich in der ersten Verhandlungsrunde zeigte, wird der
Tarifvertrag weit unter dem liegen, was die Ziele des Arbeitskampfes waren.
Auch die nochmals klar von 3/4 der Belegschaft aufgestellten 
Forderungen, die
die gravierenden betriebspezifischen Probleme lösen sollen, finden kaum 
oder nur
unter Druck Berücksichtigung. Mit der wahrscheinlichen Ausklammerung von
Zuschlägen und Sonderzahlungen wird das Lohnniveau des ver.di-
Flächentarifvertrages sogar real unterboten."

"Ohne die stärkste Gewerkschaft im Betrieb besitzen die Verhandlungen
keinerlei Legitimität. Dass hier ein betriebs- und branchenfremder
Gewerkschafter verhandelt, der unsere Probleme und Bedürfnisse nicht 
kennt und
sich nur auf einen Phantombasis stützt, ist ein blanker Hohn. Dass dabei 
noch
nicht einmal eine Tarifkommission gebildet wird oder die Beschäftigten
ernsthaft einbezogen werden, schlägt dem Fass den Boden aus. Darin 
drückt sich
ein autokratisches Gewerkschaftsverständnis aus, das wir völlig 
indiskutabel
finden. Wenn ver.di noch nicht mal in einem Kleinbetrieb die 
Einbeziehung der
Betroffenen bewerkstelligen kann, ist das ein Offenbarungseid in Sachen
gewerkschaftlicher Demokratie," so Benjamin Stange von der 
FAU-Betriebsgruppe
im Babylon.

Die FAU Berlin wird auch weiterhin die Interessen ihrer Mitglieder im 
Betrieb
vertreten und die Probleme angehen, die durch den mangelhaften ver.di-
Tarifvertrag ungelöst bleiben. Auch wird sie Schikanen gegen aktive
Beschäftigte, die schon jetzt festzustellen sind und durch die Unterlaufung
des Arbeitskampfes begünstigt wurden, nicht dulden.

Weitere Informationen:
http://prekba.blogsport.de
http://www.fau.org/berlin

Pressekontakt (Lars Röhm):
Mobil – 0176 612 704 84
E-Mail – faub26 at fau.org


----------------------
Freie ArbeiterInnen-Union [FAU-IAA]
Allgemeines Syndikat Berlin
Straßburger Str. 38 / 10405 Berlin
fon: +49 (0)30 287 008 04


More information about the A-infos-de mailing list